Schmied am Amboss

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"Schmied am Amboss"; Bildstock in der Judengasse; zwischen Haus Nr. 5 und Nr. 7
Karte

Der "Schmied am Amboss" ist ein 1928 für auf die dortige Eisenhandlung Carl Steiner gestaltetes Kunstwerk, das zwischen den Häusern Judengasse Nr. 5 und Nr. 7 in etwa 2,20 Metern Höhe an der Fassade angebracht ist.

Beschreibung

Der "Schmied am Amboss" ist etwa 1,6 Meter hoch und etwa 80 cm breit; und wurde aus gebranntem und dann glasieren Ton gestaltet. Es trägt eine lederne Schürze und ein weißes Hemd mit hinauf gekrempelten Ärmeln und ist in mittlerem Alter und schlank. Das schmale kantige Gesicht ist bartlos, die Jochbeine treten hervor, die hohe Stirn trägt kurzlockiges blondes Haar. Der Schmied steht hinter einem Doppelamboss, der auf einen schweren Baumstrunk steht, dessen obere Kante zur Sicherung bei schweren Schlägen mit einem Eisenband verstärkt ist. Mit der rechten Hand greift der Schmied mit einer Flachmaul-Zange nach einem auf dem Amboss stehenden Hufeisen. Mit der linken Hand hält er ohne Kraft den langen Stiel eines schweren Vorschlaghammers, dessen Kopf neben dem Amboss auf dem Baumstrunk ruht. Ein zweiter Vorschlaghammer lehnt vor dem Amboss. Am Boden liegt ein weiteres Hufeisen. Links neben dem rechten, in einem schweren Lederpantoffel steckenden Fuß, lehnt an der Wand eine zweite Zange.

Deutung

Wie der Salzburger Chronik vom 12. Juni 1929 zu entnehmen ist, wurde diese Darstellung im Zuge einer Auslagen-Neugestaltung der Eisengroßhandlung Carl Steiner 1928 von Anton Angermayer, der 1927 die gleichnamige keramische Werkstätte von Eberschwang in Oberösterreich gründete. Angermayer war Hafner und Keramiker. Die Darstellung weist symbolhaft auf die dortige Eisenhandlung hin und führt hier zeitgemäß die Idee der Zunftzeichen früherer Jahrhunderte weiter. Wir wissen nicht, ob der Künstler sich zusätzlich mythologische oder örtliche Gedanken gemacht und nicht oder ob Carl Steiner sich darüber Gedanken gemacht hatte. Ursprünglich waren auch Figuren von Dachdecker, Tischler, Landwirt und Koch im Rahmen dieser Auslage zu sehen. Da es nicht denkbar ist, dass es nach 1900 etwa Bauern mitten in der Salzburger Altstadt gegeben hatte, dürften die übrigen Figuren seinerzeit allgemein auf die Vielfalt Salzburger Handwerksberufe (einschl. der Bauern) hingewiesen haben. Auch war das Unternehmen Steiner mehr auf Eisen ausgerichtet als auf den Transport möglicher Salzburger Geschichte.

Teil einer Auslagengestaltung

1929 befand sich in der Judengasse 5–7 die Carl Steiner & Co, A. G. Eisengroßhandlung[1]. In diesem Jahr wurde eine vom Architekten Georg Schmiedhammer geplante Neugestaltung der Auslagenfront umgesetzt.

Der "Schmied am Amboss" gehörte zu einer Serie von keramischen Bildwerken, die Figuren von Dachdecker, Tischler, Landwirt und Koch darstellten. Sie wurden von der keramischen Werkstätte Angermaier in Eberschwang gefertigt. Die schmiedeeisernen Arbeiten an der Auslage waren von Schlossermeister Mainx ausgeführt worden.[2]

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 21. August 1928, Seite 12
  2. ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 12. Juni 1929, Seite 4