Sebastian Cattaneo

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Sebastian Cattaneo (* 1545 in Mailand; † 28. April 1609 ebenda) war 1589 bis 1609 Bischof von Chiemsee.

Leben

Bereits beim Eintritt in das Mailänder Dominikanerkloster Sant' Eustorgio besaß er den akademischen Grad eines Doktors der Theologie. Im Kloster wurde er Prior. Auch war er ein beliebter Prediger im Dom und Beichtvater der höheren Gesellschaftskreise.

Wann und warum Cattaneo Mailand verließ, ist nicht belegt. Als Provinzial des Dominikanerordens ist er in Ungarn belegt, wahrscheinlich hielt er sich zu dieser Zeit auch auch in Böhmen auf. Ab 1579 lebte er in Bozen. 1582 kam er nach Salzburg, wo er theologischer Berater des Fürsterzbischofs Johann Jakob von Kuen-Belasy war und mehrere theologische Schriften herausgab. Ab 1586 war er Leiter des Priesterseminars. Nach dem Tod des Fürsterzbischofs Kuen-Belasy 1586 amtierte er bei der Wahl von dessen Nachfolger Georg von Kuenburg als Notar. Da Georg von Kuenburg nur acht Monate im Amt war, folgte ihm 1587 Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, dessen Beichtvater Sebastian Cattaneo war.

Nach dem Tod des Chiemseer Bischofs Christoph Schlattl ernannte Fürsterzbischof Raitenau am 16. August 1589 Sebastian Catteneo zu dessen Nachfolger. Am 25. August 1589 wurde er bestätigt, musste aber ein Dokument unterzeichnen, in dem in 17 Artikeln seine Rechte und Pflichten festgelegt wurden, wobei vor allem der Gehorsam gegenüber dem Fürsterzbischof betont wurde. Zugleich übertrug ihm Fürsterzbischof Raitenau das Amt des Generalvikars und des Offizials sowie den Vorsitz im Konsistorium. Die mit der Übernahme von Chiemsee verbundenen Auflagen bestätigte Cattaneo schriftlich am 22. September 1589.

1595 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Fürsterzbischof Raitenau und Sebastian Cattaneo. Es wird angenommen wegen der Kritik am Verhältnis des Fürsterzbischofs zu Salome Alt. Auslöser der nachfolgenden Streitigkeiten war die Vakanz der Pfarrei Saalfelden, die im Erzstift lag und nach Cattaneos Ansicht zu seiner bischöflichen Ausstattung gehörte. Nach lang andauernden Streitigkeiten ging der Bischof 1604 nach Mailand zurück, wohin er 16.000 Gulden aus Bistumsbesitz mitnahm.

Er bat den Papst mehrmals um die Übertragung einer neuen Aufgabe und wurde zum Koadjutor des Bischofs von Vigevano in Oberitalien ernannt. Das Amt konnte er nicht mehr antreten, da Cattaneo vorher im Mailänder Kloster Sant' Eustorgio verstarb. Er liegt in der Klosterkirche begraben.

Schriften

  • Tractatus brevis de Sanctissimorum Sacramentorum legis Evangelic[a]e doctrina. Verona (1582)
  • Enchiridion de Sacramentis novae Legis. Passau (1584)
  • Summula Doctoris Cattanei Ordinis Praedicatorum, Casus Conscientiae, summa brevitate atque facilitate complectens. Passau (1586)
  • Tractatus brevis de censuris ecclesiasticis. Graz (1588)
  • Tractatus brevis de censuris ecclesiasticis. Passau (1589)
  • Tractatus de Censuris ecclesiasticis. Passau (1589)
  • Enchiridion, eorum quae in controversiam vocantur. Ingolstadt (1589)
  • Summula Reverendissimi Domini Episcopi Chiemensis casus conscientiae ... complectens. Salzburg (1592)
  • Ordinationes ... pro reformatione cleri suae Diocoesis. Salzburg (1594)
  • Enchiridion de Sacramentis novae Legis. Salzburg (1594)
  • Censura Promovendorum Ad Sacros Ordines, Nec Non Officia & beneficia ecclesiastica. Salzburg (1603)
  • Explicatio in Catechismum romanum ex decreto Concilii Trident. editum. Ingolstadt (1590)
  • Censura promovendorum ad sacros Ordines. Passau (1629)

Quelle


Zeitfolge