Unvernunft von Bergwanderern

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Die Unvernunft von Bergwanderern bringt immer wieder Bergretter in Gefahr und es bleibt oft auch die Frage, wer diese Rettungseinsätze bezahlt.

2014

August

In Turnschuhen und kurzer Hose, erfroren

Ein Urlauber aus St. Johann im Pongau ist in der Nacht vom 17. auf 18. August 2014 auf der 3 499 m ü. A. hohen Dreiherrenspitze am Dreiländereck zum Südtiroler Ahrntal in Bergnot geraten und erfroren.

Der Bergsteiger, der nur mit Turnschuhen und kurzen Hosen unterwegs war, hatte sich beim Abstieg vom Gipfel verirrt und telefonisch Alarm geschlagen. Rettungskräfte fanden ihn gegen 02:00 Uhr, der 50-Jährige starb jedoch wenig später.

Der Urlauber war am Sonntag allein von der Birnlückenhütte zur Dreiherrenspitze direkt an der Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien aufgestiegen. Am Abend setzte er mit seinem österreichischen Mobiltelefon einen Notruf ab, der in Salzburg empfangen wurde. Von dort wurde die Südtiroler Notrufzentrale alarmiert. Der Bergsteiger gab an, müde, aber unverletzt zu sein, seinen Standpunkt konnte er nicht genau angeben, was die Suche noch erschwerte.

Bergretter machten sich auf die Suche nach dem Mann, da wegen der Dunkelheit ein Hubschraubereinsatz nicht mehr möglich war. Als die Einsatzkräfte den Salzburger fanden, war dieser bereits in schlechter Verfassung. Er starb vermutlich an Unterkühlung. Eine Stunde lang versuchten die Bergretter vergeblich, den Mann zu reanimieren[1].

In Turnschuhen und kurzer Hose, aber gerettet

Nur einen Tag nach einem tödlichen Unfall in den Hohen Tauern ist am Samstag, den 23. August 2014 am selben hochalpinen Steig ein 37-jähriger Brite in Bergnot geraten. Der Urlauber war in der Früh vom Tal aus zur Gleiwitzer Hütte (2 176 m ü. A.) aufgestiegen und trotz Warnungen der Hüttenwirtin über die Jägerscharte weiter Richtung Stausee Mooserboden gegangen.

Die Hüttenwirtin hatte dem Briten dringend den Abstieg ins Tal empfohlen und sagte ihm, dass der Weg bei den vorherrschenden Bedingungen nicht möglich sei (Anmerkung: Regen, leicht einsetzender Schneefall, Temperaturen knapp über null Grad Celsius). Auch der Hinweis auf den am Tag zuvor tödlich abgestürzten 50-jährigen Wanderer konnte ihn nicht umstimmen. Am Kempsenkopf in einer Höhe von knapp 3 100 m ü. A. war dann aber Schluss. Der Urlauber konnte nicht mehr und setzte gegen 16:15 Uhr mit seinem Mobiltelefon einen Notruf ab.

Der Polizeihubschrauber "Libelle" flog daraufhin gegen 17:00 Uhr fünf Mann der Bergrettung Fusch an der Großglocknerstraße bis unter die vorherrschende Nebeldecke auf eine Seehöhe von rund 2 400 ü. A.. Die Helfer stiegen zu Fuß auf und konnten den erschöpften Wanderer kurz vor 19 Uhr finden. Sie brachten ihn unverletzt zurück zur Gleiwitzer Hütte, wo er die Nacht auf Sonntag verbrachte.

Nach der Bergung sprach der Leiter der Bergrettung Fusch an der Großglocknerstraße, Paul Hasenauer, am Sonntag von einer "schweren Missachtung aller alpiner Grundregeln". Der Brite habe nicht nur alle Warnungen ignoriert - er sei im dichten Schneetreiben nur mit Turnschuhen und kurzen Hosen unterwegs gewesen. Der Brite habe als Angehöriger der Armee über eine sehr gute Kondition verfügt. Wegen seines schlechten Schuhwerks habe man den Mann teilweise nur rutschend zurück zur Hütte bringen können[2].

Quellen

  1. Salzburger Nachrichten, online 18. August 2014
  2. Salzburger Nachrichten, online 24. August 2014