Viehumtragen

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Schmiedeeiserne Opfertiere
Kirche zum hl. Georg in St. Georgen im Pinzgau

Das Viehumtragen ist ein uralter Brauch, der heute noch am Georgitag ausgeübt wird.

Viehumtragen am Georgitag

In der Pfarrkirche zum hl. Georg in St. Georgen im Pinzgau ist es seit Jahrhunderten Brauch, dass die „Viehleut“ vor der Almfahrt am Georgitag um „Reim“ (Glück) bitten. Heute werden zu diesem Viehumtragen Holzfiguren verwendet. Dieser Brauch geht aber auf die Opferung lebender Tiere zurück.

Schon im Jahr 1416 hieß es, dass der Pfarrer von Zell am See, zu dessen Pfarre St. Georgen im Pinzgau gehörte und damals daher auch keinen eigenen Seelsorger hatte, die geopferten „Chelber und Lember“ bekommen müsse. Man hat also damals noch lebende Tiere geopfert.

Später wurden symbolische Tierdarstellungen aus geschmiedetem Eisen zum Altar gebracht und heute sind es hölzerne Tierfiguren, die in zwei Körben befindlich sind und die von den Kirchgängern und Kirchgängerinnen daraus entnommen, um den Altar getragen und zusammen mit einem Geldopfer auf den Altar gelegt werden. Diese hölzernen Tiernachbildungen haben die Schüler der Schulen in St. Georgen im Pinzgau, in Bruck an der Großglocknerstraße, in Kaprun und in Bramberg geschnitzt. Die von ihnen sorgfältig ausgewählten Tiere werden von den Bäuerinnen in der Hand oder in der Seidenschürze ihrer Pinzgauer Tracht, von den Bauern in der Hand oder auch in ihrem Hut um den Altar getragen, bevor sie sie zusammen mit einem Geldopfer wieder zurück stellen.

Quellen

  • Salzburgwiki, Stichwort Pfarrkirche zum hl. Georg in St. Georgen im Pinzgau
  • Richard Treuer, Bergheimat Pinzgau, S. 120, Verlag der Salzburger Druckerei 1977