Walter Brendel

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Walter Brendel (* 12. August 1923 in Ludwigshafen, Deutschland) ist ein deutscher Maler mit großem Salzburgbezug.

Leben

Brendels absolvierte erste Versuche in der Malerei während des Zweiten Weltkrieges. 1945 hatte er seine erste Einzelausstellung in Heidelberg. Ab 1946 studierte er an der Akademie München bei Prof. Karl Caspar. 1948 begann er, von der Landschaftsmalerei kommend, mit der abstrakten Malerei. Seit 1974 hat der am Chiemsee lebende Brendel sein Atelier im Künstlerhaus in Salzburg.

Vorgestellt

Bildkompositionen, deren Farbigkeit von Licht durchdrungen sind und die trotz ihrer Buntheit zart und transparent wirken, sind ein Merkmal für das Werk Walter Brendels. Dem Künstler, der seit 1974 im Salzburger Künstlerhaus sein Atelier besitzt, ist im Museumspavillon der städtischen Galerie bis 23. Jänner 2009 eine Ausstellung gewidmet.

Sie zeigt, dass der gebürtige Ludwigshafener Brendel Strömungen und Tendenzen der Kunst nicht nur aufgriff, sondern sie mitprägte und teils vorwegnahm. In seinen frühen Bildern sind das Informel, der Tachismus, die Technik der Collage, ein wenig die Pop Art, der Lettrismus, also das skripturale Malen zu finden. 1948 malte er, von der Landschaftsmalerei kommend, sein erstes abstrahiertes Bild, zehn Jahre später entstand seine erste Materialcollage, ab 1960 prägten die skripturalen Arbeiten sein Werk. Schrift – Worte und Schriftzeichen, Buchstaben, Zahlen, teils mit der Tube direkt auf die Bildfläche geschrieben – wurde zu Brendels "Markenzeichen". Zeichen und Kürzel wurden auf ihre grafische Qualität hin untersucht, verschmolzen zu neuen Formen, wild und expressiv. Andere Male ging er analytisch vor, zerschnitt seine "Skripturen", wählte Teile davon aus, fügte sie seriell wieder zusammen und nannte dies "Skripturaler Sektionismus".

Viel später erst, in Bildern wie "Irgendwann irgendwo ein R", "Es ist da – es war da" oder "Es gibt mehr Zeit als Leben" Ende der 1980er Jahre, tritt eine seltsame "biografische" Spannung auf, zwischen den in altertümlicher Schrift gemalten, nunmehr gut lesbaren Worten und der sie umgebenden "modernen" Malerei: Brendel schreibt in der Schrift seiner Jugendzeit, der Sütterlinschrift, und malt, was ihm die Gegenwart eingibt.

Brendel ist trotz seines lebenslangen Experimentierens ein sinnlicher Maler. Brendel ist auch ein Ästhet, und selbst wenn er aus Malutensilien wie leeren Farbtuben und von Farbe verklebten, ausgedienten Pinseln seine Bilder komponiert, drücken diese Arbeiten einen Willen zum Schönen aus. Malwerkzeuge und sein Nachdenken über die persönlichen Bedingungen der eigenen Arbeit, die Grenzen der eigenen Malerei sind ein Leitmotiv für die über 60 Jahre andauernde Malerkarriere von Walter Brendel. Noch heute ist er stolz auf seine Materialbilder "Pracht der leeren Tuben", ein Thema, das er nicht nur mehrmals ausführte, sondern, wie er sagt, "anhand von Katalogen nachweislich als Erster, noch vor dem Franzosen Arman, der dafür einen Preis erhielt, aufgegriffen hat". Arman hatte in seinen "inclusions" Farbtuben in Plexiglas eingegossen.

Ausstellungen

  • 1950 Galerie Stangl München
  • 1959 Museum am Ostwall Dortmund
  • 1964 Kunsthalle Mannheim
  • 1980 Salzburger Kunstverein und Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen RH
  • 1987 Musée Saint Denis Reims
  • 1989 Landesmuseum Mainz u. Kunstverein Paderborn
  • 1993 Salzburger Museum Carolino Augusteum
  • 1993/94 Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen
  • 1994 Landesmuseum Oldenburg
  • 1999 Prestel Lexikon Kunst und Künstler im 20. Jahrhundert
  • 2009 Museumspavillon

Quellen

  • Salzburger Kunstverein [1]
  • Salzburger Nachrichten (Gudrun Weinzierl)