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Walter Schmidjell

Walter Schmidjell

Medizinalrat Walter Schmidjell (* 17. August 1950 in Salzburg) ist Arzt und als AMREF-Botschafter seit 1992 Lobbyist für Afrika.

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Vorgestellt

Wenn Walter Schmidjell von Afrika spricht, dann rückt für ihn alles andere in den Hintergrund. Er erzählt nicht von der tropischen Hitze, in der seit Jahrzehnten Projekte von AMREF (African Medical Research Foundation) gedeihen. Schmidjell spricht lieber von der Herzenswärme der Afrikaner und ihrem Zusammenhalt, der ihnen das Überleben ermöglicht.

Schmidjell lobt bei jeder Gelegenheit die Stärken der Afrikaner. Im Langstreckenlauf etwa kann ihnen kein Europäer das Wasser reichen. Deshalb habe er den AMREF-Marathon als Leistungsschau dieses arg gebeutelten Kontinents konzipiert.

Mit einem Langstreckenlauf ist auch Schmidjells Biografie vergleichbar. Der gebürtige Salzburger sagt, er sei ein schwieriger Schüler gewesen. "Maturiert habe ich in Hallein: Das war die erste mittlere Schule, die mich nicht rausgeworfen hat." Danach studierte er im Mozarteum. Aber da hätte es für ihn nur für die zweite Geige gereicht. Also sattelte er auf Medizin um. Heute führt er zwei Praxen: Eine in St. Johann im Pongau, eine in Salzburg.

Seine Liebe zu Afrika sei im Alter von neun Jahren entflammt. Da habe ihm ein Kinderarzt oft von diesem faszinierenden Kontinent erzählt. Sein erstes großes Abenteuer habe er 1978 absolviert, als er ein holländisches Hilfsauto quer durch Afrika (von Mombasa nach Europa) überstellt habe. Inklusive eines "blinden Passagiers". Das sei ein blinder Italiener gewesen, der ihm als Beifahrer mit seinen Empfindungen erst richtig die Augen für Afrika geöffnet habe.

Seit 1992 ist Schmidjell als "AMREF-Botschafter" in Österreich tätig. Im kenianischen Magadi gelang bereits der Aufbau eines vorbildlichen Gesamt-Gesundheitsprojekts. "Wir kommen unserem Ziel immer näher", sagt er. Nur ein Mal kam er als "Zugmaschine" ins Schleudern. 2002 erkrankte er schwer, wovon er sich erst 2005 erholte. Dieses Wochenende kommt jetzt sogar das aktuelle Bond-Girl Caterina Murino nach Salzburg, um dieses Projekt zu unterstützen. Ob das für Schmidjell der bisherige Höhepunkt sei? Nein. Sein Höhepunkt seien die stolzen und glücklichen Gesichter der afrikanischen Teilnehmer: Wenn ihnen zugejubelt werde und das Image vom Bittsteller weit, weit weg sei.

O-Ton

Der Unterschied zwischen Afrika und Europa ist schnell erklärt: In Afrika ist Leben. Da lachen sich die Leute an. Bei uns in Europa gehen alle aneinander vorbei.

Seit 50 Jahren schicken die Afrikaner ihre intelligentesten Schüler zur Ausbildung nach Europa. Und was ist passiert? Die meisten sind in Europa geblieben. Das ist einer der Gründe, warum AMREF als afrikanische Organisation gegründet wurde: Nur wer immer vor Ort ist, kann wirklich nachhaltig etwas aufbauen.

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