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Albert Hollaender

Albert Edwin Johannes Hollaender (* 1908; † 1989) war ein österreichisch-britischer Historiker und Archivar.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Albert Hollaender war Sohn eines Armeewundarztes.

Er war ein österreichischer Katholik mit einem an der Universität Wien erlangten Doktorat in Mittelalterlicher und Neuerer Geschichte und einem am Österreichischen Institut für Geschichtsforschung erworbenen Diplom aus Archivkunde.

1938 war er als Journalist bei der Wiener Zeitung tätig und schrieb Leitartikel mit düsteren Prophezeiungen über Adolf Hitler. Als dieser nach Österreich kam, konnte sich Hollaender nach England retten, mittellos und ohne Englischkenntnisse.

Englisch lernte er als Gemeiner Soldat bei den Königlichen Northumberland-Füsilieren. Erstaunlicherweise begann er hier auch seine Laufbahn als Fachmann für englische Geschichte des Mittelalters. Nach Kriegsende verhörte er höhere Nationalsozialisten.

1945 kehrte er in das zivile Leben zurück und fand eine Stelle in der Londoner Guildhall Library. Hier war er dreißig Jahre lang tätig und baute das anfangs noch ungeordnete Archiv von Grund auf zu einer international anerkannten Institution aus. Im Jahr 1973 trat er in den Ruhestand, geehrt durch die Festschrift Prisca Munimenta: Studies in Archival and Administrative History, die ihm von der Society of Archivists in diesem Jahr dargebracht wurde.

Veröffentlichungen

(Auswahl)

Quelle

  • Stephen Freeth: Albert. In: Guildhall Library Manuscripts Section Electronic Newsletter, Issue No. 7, Spring 2007. (Gestützt ua. auf die im Text genannte Festschrift und auf den Nachruf in den Times vom 6. Mai 1989.)

Anmerkung

  1. Hier brachte Hollaender erstmals die Berichte des britischen Botschafters Sir Augustus Paget und des deutschen Botschafters Prinz Reuß mit den Mitteilungen des päpstlichen Nuntius Galimberti, der an die Ermordung des Kronprinzen glaubte (das Archiv des deutschen Außenamtes wurde 1945 von den Engländern beschlagnahmt und nach London gebracht, wo Hollaender die Berichte einsehen konnte). Quelle dieser Anmerkung: www.mayerling.de.