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Alpenfahrt für Motorräder

Die Alpenfahrt für Motorräder war eine in den 1910er- und 1920er-Jahren alljährlich stattfindende mehrtägige Motorsportveranstaltung, die u. a. auch über Salzburger Gebiet führte. Die Alpenfahrt an sich war für Automobile und Motorräder ausgeschrieben.

Allgemeines

Es war damals eine der Werbemöglichkeiten für Motorradmarken, sich bei mehrtägigen Rennveranstaltungen zu bewähren. Gewann eine Motorradmarke ein oder mehrere Rennen, wurden ganze Seiten von Inseraten in den einschlägigen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht (24 Stunden Weltrekord auf Rudge ... Alleinvertreter in Österreich Alois Wutte, Wien; zeitgenössische, ganzseitige Werbung in der Quelle dieses Beitrages im Jahr 1925).

1925

Die technische Abnahme begann am Freitag, 19. Juni 1925 in Wien im Hofe des Arsenals. Am Samstag startete dann die erste Etappe um drei Uhr Früh mit dem später international bekannten Techniker Robert Eberan von Eberhorst auf Matchless. Die erste Etappe führte über 359,4 km von Wien über Wiener Neustadt, Reichenau, Voismühle, Ochssattel, Hohenberg nach Linz. Der interessanteste Abschnitt dabei war die Neunkirchner Allee, die immer wieder auch für Geschwindigkeitsrekorde verwendet wurde. An diesem 20. Juni fuhr der Salzburger Eddy Meyer mit einer Zeit von 38,6 Sekunden den fliegenden Kilometer (Anlauf und Auslauf betrugen 1,5 km) mit 93,264 km/h; Schnellster war ein gewisser Dickson in 30,0 Sekunden (120,000 km/h).

Am Sonntag, 21. Juni, ging es von Linz über Lambach, Bad Ischl, Steinach, Radstadt, Mauterndorf, das gefürchtete Katschbergrennen, Spittal an der Drau nach Villach. Der Montag, 22. Juni, war ein Ruhetag in Villach, an dem es in Strömen goss. Am 23. Juni ging es dann wieder zurück über Spittal an der Drau, den Katschberg zum Tauernrennen für Motorräder auf den Radstädter Tauern, Golling, Bad Ischl, St. Gilgen mit Etappenziel Salzburg.

In der Nacht hatte ein einsetzender Wind die Strecke etwas abgetrocknet und so konnten die 298,4 Kilometer des heutigen Tages halbwegs gefahren werden. Am Nachmittag trafen die Teilnehmer müde in Salzburg ein.

Die vierte Etappe führte am Mittwoch, den 24. Juni, von Salzburg über Lofer, Wörgl, Innsbruck, Imst, Landeck, über den Arlberg, Bludenz, Feldkirch, Dornbirn nach Lindau am Bodensee (Bayern, Deutschland), 377,2 km. Dann ging es wieder Richtung Osten, durch den Allgäu, Stauffen, Immenstadt, Kranzegg, Nesselwang, Füssen, Reutte über eine neuerliche Schleife zum Arlberg, aber dann auf der Flexenstraße und zurück nach Leermoos, Garmisch-Partenkirchen; das waren 305,7 km; der sechste und letzte Fahrtag brachte nur 92,3 km bis nach München, dem Endziel der Alpenfahrt, in dessen Rahmen der letzte Höhepunkt der Alpenfahrt stattfand, das Kilometerrennen im Forstenrieder Park. Dabei erzielte F. P. Dickson auf Brough die beste Zeit aller Motorräder und die zweitbeste Zeit aller jemals auf dieser Strecke gewerteten Fahrzeuge, mit 129,5 km/h Schnitt über den fliegenden Kilometer. Der Salzburger Eddy Meyer blieb auch hier erfolgreich in seiner Klasse mit einem Schnitt von 96,256 km/h.

In der Gesamtwertung des Jahres 1925 fand sich allerdings Eddy Meyer nicht als Gesamtsieger, wohl aber als Gewinner der Silbernen Plakette.

Von den gestarteten 28 Motorrädern waren 20 ins Ziel gekommen.

Quelle

  • österreichisches Motorradmagazin "Das Motorrad", Jahrgang 1925, Ausgabe 5 (aus dem Archiv von Helmut Krackowizer)