Borghesische Fechter (Mirabellgarten)

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Borghesischer Fechter im Mirabellgarten
Inneres Paar von Andreas Götzinger

Zwei Paare Borghesische Fechter befinden sich in der rechtsufrigen Altstadt der Stadt Salzburg im Mirabellgarten beim Eingang vom Makartplatz.

Beschreibung

Die Skulpturen der Borghesischen Fechter im Mirabellgarten sind genau übereinstimmende Nachbildungen nach der Vorlage einer antiken Skulptur aus dem 17. Jahrhundert. Das innere Figuren-Paar wurde 1689 von Andreas Götzinger, das äußere Paar 1692/1693 von Michael Bernhard Mandl gefertigt.

Diese Nachbildungen wurden von nur einem Original einer (alt-)griechische Statue angefertigt, die 1611 bei Anzio in der Nähe von Rom in Italien gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen Villa Borghese aufgestellt war. Diese Statue ist datiert um 100 v. Chr., besteht aus Marmor, ist etwa 1,55 m, Dadurch übertrug sich der Name auf das Genre. Seit 1807 befindet sich das Original im Louvre in Paris in Frankreich. Der Borghesische Fechter zeichnet sich durch seine vortrefflich anatomische Durchbildung aus und war in der Renaissance deshalb in der Kunst eine der am meisten bewunderten und ab dem 18. Jahrhundert im Klassizismus auch häufig nachgeahmten oder kopierten Bildhauerwerke im Stil der griechisch-römischen Antike.

Bildnerische Darstellung

Bildnerische Beschreibung von Mag. Thomas Schmiedbauer:

Der Kämpfer in Schrittstellung schützt sich mit der nach oben vorgestreckten linken (Faust-)Hand, die mutmaßlich einen Schild hielt, gegen einen Angriff von oben, wahrscheinlich gegen einen Reiter. Gleichzeitig streckt er die rechte (Faust-)Hand, die mutmaßlich ein Schwert hielt, nach rechts unten zurück. Der Kopf des Kämpfers blickt gerade nach vorne und fixiert den Angreifer. Das Gesicht vermittelt Gelassenheit und Konzentration, den Angriff entweder zu parieren oder im geeigneten Augenblick zuzustechen. Obwohl die Figur in der Körperhaltung und den muskulösen Formen große Spannung ausdrückt, vermitteln die Gestik und die Mimik weder Furcht noch eine andere Gemütserregung. In dem die Figur gespiegelt und zu einem, sich gegenüber stehenden Paar gemacht wurde, ist die Spannung eines (Faust-) oder (Fecht-)Kampfes für den Betrachter spürbar.

Die künstlerische Weiterentwickelung ist die sich gegenüberstehende Skulpturenpaarung. Die Präsentation auf Sockeln betont subtil ein heroisches Ideal, das Siegen im Kampf, insbesondere aus der Position eines scheinbar Unterlegenen gegenüber einen Überlegenen, vorausgesetzt, er vermag den richtigen Augenblick abzuwarten. In der Ruhe liegt die Kraft. Jeder Vorbeigehende blickt zwangsläufig auf und schreitet dann unter den sich fast berührenden Fäusten hindurch, ähnlich wie bei einer militärischen Ehrenformation.

Bildergalerie

Siehe auch

Quellen