Burgruine Weyer

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Weyerturm 7.jpg

Die Burgruine Weyer, auch Weyerturm oder Weyerhofburg genannt, ist die Ruine einer Hangburg in der Pinzgauer Gemeinde Bramberg am Wildkogel. Sie ist denkmalgeschützt.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg im Zusammenhang mit den Herren von Weyer. Als Besitzer werden Rapoto de Wiare (1130), Chunrad (1150), Haimo (1160) und Berthold (1169) genannt. Um 1270 scheint das Bistum Chiemsee in den Besitz der Burg gekommen zu sein. 1454 erhält Florian Stuhlfelder mit seiner Frau und den Söhnen den Turm als Lehen. Ihm wird vorgeschrieben, im Hof der Burg ein eigenes Gebäude zu errichten und auf Kosten des Bischofs den Turm um ein Geschoss zu erhöhen und mit einem Erker auszuschmücken. Bei einem Besuch des Bischofs von Chiemsee so war der Lehensnehmern verpflichtet, ihn unterzubringen und zu versorgen. Die Söhne des Stuhlfelders erhielten den Turm auf Erbrecht. Der spätere Besitzer Nikolaus Ainöder übersiedelte in den an der Straße liegenden komfortableren Meierhof, dem sog. Weyerhof, der Turm blieb aber als Wohngelegenheit für den Bischof erhalten. Anfang des 17. Jahrhunderts kaufte sich Nikolaus Ainöder aber von der Erhaltungspflicht frei. Seit 1628 findet man als Erbrechtsbesitzer des Weyerhofes, zu dem immer der Turm gehört, die Familien Liebenberger, Severin Senninger (1671), Rottmayr (1691), Schmerold (1732) und Schachner. Severin Senninger richtet hier 1669 bis 1671 die Fürstenzimmer ein. 1733 heiratet Maria Magdalena Schachner den Kaufmann Georg Hofer aus Mittersill, die Urenkelin Margaret brachte das Gut mitsamt dem Turm in die Ehe mit Peter Meilinger ein. Die Familie Meilinger ist noch heute im Besitz des Anwesens.

Der Weyerhof und seine Fürstenzimmer wurden 1940 restlos zerstört. Der Weyerhof selbst wurde im alten Stil bald nach dem Brand wieder aufgebaut.Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich zahlreicher Kunstschätze des Wiener Kunsthistorischen Museums auf der Burg.

Gegenwart

Vom Turm sind die Außenmauern in der Höhe von 16 m erhalten. Im Untergeschoss ist der Bau in Schichtmauerwerk mit Ortsteinquaderung ausgeführt. Im Inneren sind die Balkenlöcher für die früher bestandenen Holzdecken erkennbar. Nach diesen war der Bau siebengeschossig. Der Zugang wurde durch ein Tor, das sich zuerst im ersten Stock befand, gebildet, dieses wurde heute zugemauert und durch einen Eingang im dritten Stock ersetzt. An der Südseite sind noch kleine Fensteröffnungen erkennbar. An der Westseite lässt eine rundbogige Tür, die von vier Balkenlöchern umgeben ist, den ehemaligen Erker vermuten. Im Turm ist an der Ostseite eine über zwei Geschosse reichende romanische Kapelle erkennbar.

Der zum Turm gehörige Weyerhof ist heute ein beliebtes Restaurant.Die Ruine wurde ab 1992 gesichert und restauriert.

Quelle

Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Burgruine Weyer"