Hauptmenü öffnen

Camerlohr von Weiching

Die Camerlohr von Weiching waren eine von Bayern stammende wappenfähige Familie, von der einige Zweige, darunter der Salzburger Zweig, in den Adelsstand erhoben wurden.

Inhaltsverzeichnis

Salzburger Zweig

Im Jahr 1647 erhob Kaiser Ferdinand III. Balthasar Camerlohr, kurbayrischen Rat und Hofzahlmeister, für seine seit Anfang der böhmischen Unruhe an geleisteten Dienste und weil seine Söhne gleichfalls in kurbayrischen Diensten stehen, in den Reichsadelstand mit dem Prädikat „von Weiching“[1].

Balthasar war verheiratet mit Katharina Kapfl. Sie hatten einen Sohn Franz und einen Sohn Johann Georg († 1658 Augsburg), von dem nichts Näheres bekannt ist.

Balthasars Sohn Franz († 13. Oktober 1675 Mülln) war Jurist, bis 1644 bayrischer, dann salzburgischer Hofrat, 1662 Vizekanzler und Lehenpropst, Gesandter der geistlichen Fürstentümer Salzburg, Passau und Paderborn beim Reichstag in Regensburg, Geheimer Rat, Hofkanzler, 1675 Landmann, wurde 1665 nach dem Aussterben der Perner Laufen an der Salzacher Erbausferg, kauft 1671 das Rechseisenhaus in Mülln (heute Müllner Hauptstraße 40), heiratete am 24. Oktober 1644 Maria Elisabeth (* 1. April 1626 Salzburg; † 4. Mai 1679), Tochter des Stadtrates Christof Pauernfeind.

Sie hatten die Kinder

  • Maria Elisabeth verh. Sauer (*14. August 1645 Salzburg);
  • Franz Volpert (* 21. Oktober 1667; † 30. Juli 1727 Mülln), salzburgischer Beamter;
  • Christof Balthasar (* 6. Juli 1650), bayrischer Beamter;
    • Franz Anton Christof (* 3. August 1689 Wisensteig[2]; † 24. Mai 1754), verheiratet mit Maria Rosa Pauer von Haydenkam;
      • Johann Jodok Franz (*26. August 1724 Wisensteig),
      • Max Johann Nep. (* 28. April 1727);
  • Maria Anna (* 30. Juli 1651; † nach 1712), verheiratet (1680) mit Matthias von Kaspis (†27. Oktober 1712 Regensburg), salzburgischem Gesandten in Regensburg;
  • Maria Ursula (* 20. Juli 1654; † 15. Juli 1694 Mülln), verheiratet (Laufen 1686) mit Maximilian Haidenthaler von Haidenthal, hochfürstlichem Kammerdiener und Hofschiffmeister zu Laufen;
  • Johann Vital;
  • Ferdinand Ignaz (* 1. September 1658), kurbayrischer Beamter;
  • Maria Erentraud Sophie (* 27. Mai 1660; † 24. November 1745 Salzburg), verheiratet mit Dr. Anton Hermes von Fürstenhof, salzburgischem Hofrat und Gesandten in Regensburg († 12. Jänner 1697 Regensburg).
  • Josef Sigmund (* 27. August 1661; † 9. Jänner 1733), 1702 hochfürstlicher Trucheß, verheiratet;
  • Rosine Therese, Ursuline in Kitzingen.

Franz Volpert (* 21. Oktober 1667; † 30. Juli 1727 Salzburg (Mülln)) war salzburgischer Beamter: 1671 Hofrat, 1694 Pfleger von Stauffenegg, 1697 von Golling.

Verheiratet war er seit 1686 mit Katharina Bibiana († 14. September 1748 Mülln), Tochter des Hofkanzlers Balthasar Staudacher von Wisbach und der Katharina Pauernfeind von Eyß. Sie hatten die Kinder

  • Johann Franz Balthasar (* 24. Jänner 1691 Salzburg; † 28. Juni 1766) 1716 Hofrat;
  • Maria Katharina Elisabeth (* 19. Jänner 1693; † 16. Februar 1768 Salzburg-Mülln), verheiratet (Mülln 1723) mit dem hochfürstlichen Hofrat Franz Joachim von Baumgarten (* 10. Februar 1691 Salzburg; † 22. Februar 1768 ebenda);
  • Maria Anna Barbara (*1699; † 1776), ledig;
  • Johann Nikolaus Franz (*12. 1696 Mülln; † vor 1727).

Johann Franz Balthasar, verheiratet 1716 mit Maria Anna Franziska, Tochter des Christof Adam von Pichl und der Anna Franziska Riedl zu Saal (* 30. Juli 1689 Zell am Ziller; † 6. Jänner 1756 Mülln), hatte die Kinder

  • Josef Johann Ferdinand (* 9. Mai 1718 Salzburg; † 1. März 1786 Mülln), 1746 Hofrat, 1752 bis 1783 Pfleger in Mattsee, verheiratet mit Maria Theresia, Tochter des Georg Josef von Koflern, hochfürstlichen Bergwerksobmanns, und der Maria Anna Fux von Hernau († 28. August 1763 Seekirchen).
    • Josef Ferdinand (* 5. Dezember 1755 Mattsee; † 15. Mai 1784), Akzessist in Mittersill;
  • Maria Anna Rosalia Konstantia (* 16. Mai 1720; † 18. Dezember 1792 Salzburg).
  • Franz Anton (* 20. Juli 1721), kaiserlicher Offizier;
  • Johann Nep. Kajetan Rupert (* 18. Juli 1723; † 15. November 1782 Mülln), Oberleutnant im Regiment Platz;
  • Johann Ottokar Wenzel (* 18. November 1725; † 2. Oktober 1801 Mülln);
  • Johann B. Georg Pankraz (* 12. Dezember 1729, 4. April 1804 Mülln); hochfürstlicher Hofrat.

Hofrat Johann B. Georg Pankraz (* 12. Dezember 1729, 4. April 1804 Mülln) heiratete 1767 im Salzburger Dom Maria Emerentia (* 23. Jänner 1743; † 21. April 1793 Mülln), Tochter des Wolf Anton von Eckl, hochfürstlichen Rates und Landschaftsphysikus', und der Maria Josefa von Andreis. Sie hatten die Kinder

  • Josef Philipp (* 27. Juli 1768 Mülln; † 9. Februar 1849 Mülln), diente anfangs in der salzburgischen, zuletzt in der k. k. Verwaltung und starb im Müllner Leprosenhaus;
  • Siegmund Christof (* 6. Juli 1770), Offizier und Beamter;
  • Maria Anna Rosalia Aloisia (* 31. August 1771; † 13. Mai 1834), Chorfrau „Maria Antonia Baptista” in Benediktinenstift Nonnberg;
  • Johann Hieronymus (*1773);
  • Johann B. Ferdinand Philipp (* 1775);
  • Johann N. Friedrich (* 18. Juli 1776; † 23. Juni 1829 Thalgau), Beamter, zuletzt Pfleggerichtsaktuar in Thalgau, ledig;
  • Maria Aloisia Josefa (* 10. Dezember 1777; † 4. März 1807 Salzburg);
  • Johann Franz (* 18. November 1781);
  • Maria Josefa (* 21. Oktober 1783; † 16. März 1862 Salzburg); verheiratet (1805) mit Josef Schaupp († 7. Februar 1823 Gnigl), hochfürstlichem Rat, Landrichter in Gastein, Besitzer des Schlosses Röcklbrunn.

Siegmund Christof (* 6. Juli 1770) diente zunächst als salzburgischer Offizier, später bis 1816 als bayrischer Beamter; er war verheiratet mit Therese Schwingshackl (auch Schwingschlögl; † 11. Juni 1815 Salzburg); sie hatten die Kinder

  • Johanna (* 27. April 1806 Mülln);
  • Hieronymus Anton (* 15. Mai 1808 Salzburg);
  • Agnes Anna (* ca. 1810);
  • Siegmund Franz (* ca. 1811), Leutnant im Infanterie-Regiment Baden, seit 15. März 1839 entlassen und abgefertigt, Selbstmord am 4. April 1839;
  • Josef Franz (* 1812);
  • Maria Regina verh. Purgauer (* 4. Juli 1813), Schullehrersgattin in Neuebenfurt bei Wiener Neustadt;
  • Josefa (* 6. September 1814; † 23. April 1897 Salzburg-Mülln).

Am 7. November 1862 starb ein Peter Camerlohr von Weiching 60-jährig als Inwohner im Salzburger Bruderhaus St. Sebastian, ledig und ohne Verwandte, in die bekannte Genealogie uneinreihbar. Damit verklingt auch die Kunde von diesem Salzburger Beamtenadelsgeschlecht.

Literatur

Quelle

Einzelnachweise

  1. Weiching war der Name eines Schlosses bei Tuntenhausen, in der Gegend von Rosenheim.
  2. Wiesensteig liegt in Württemberg und war damals eine bayrische Exklave; vgl. den Wikipedia-Artikel „Wiesensteig“.