Cornelius Obonya

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Cornelius Obonya 2014

Cornelius Obonya (* 29. März 1969 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler und Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Er war von 2013 bis 2016 der Jedermann der Salzburger Festspiele.

Obonya und Salzburg

Erfahrung mit den Salzburger Festspielen konnte Obonya bereits 2002 sammeln, damals war er als Paul Kreindl in "Das Weite Land" von Arthur Schnitzler zu sehen. 2011 begeisterte er als Monsieur Jourdain in einer Erweiterung der Strauss-Hofmannsthal-Oper "Ariadne auf Naxos" durch Molières Lustspiel "Der Bürger als Edelmann". Dabei dürfte er den Regisseur und Salzburger Festspielchef Sven-Eric Bechtolf endgültig von seiner Eignung als Jedermann überzeugt haben.

2013 kehrte er für die Paraderolle der österreichischen Schauspielszene nach Salzburg zurück und spielte den Jedermann in den folgenden vier Saisonen insgesamt 54 Mal. Familienerfahrungen mit dem Jedermann gab es genug: Schon sein Großvater, Attila Hörbiger, verkörperte die Hauptrolle 1935-1937 und 1947-1951, seine Tante Christiane Hörbiger war mehrfach als "Buhlschaft" zu sehen, die Großmutter Paula Wessely als "Glaube" und auch beide Eltern, Elisabeth Orth sowie Hanns Obonya, standen in Salzburg bereits auf der Bühne.

Vorgestellt

Cornelius Obonya wurde in Wien als Sohn der Kammerschauspielerin Elisabeth Orth und des Burgschauspielers Hanns Obonya geboren. Seine Großeltern mütterlicherseits sind Paula Wessely und Attila Hörbiger - das Schauspielen dürfte Obonya damit praktisch in die Wiege gelegt worden sein. Mit 17 Jahren ging er ans Max-Reinhardt-Seminar in Wien, verließ es aber ein Jahr später wieder, um stattdessen mit dem Kabarettisten Gerhard Bronner zu arbeiten. Während er sein Studium abschloss, arbeitete er bereits am Wiener Volkstheater unter Direktorin Emmy Werner. Für sein erste bedeutende Rolle, den Eugene in Neil Simons "Brighton Beach Memoirs", erhielt er 1989 den Karl-Skraup-Nachwuchspreis.

Die Jahre zwischen 1992 und 1999 verbrachte er großteils in Berlin, wo er unter Andrea Breth an der Schaubühne am Lehniner Platz spielte. 2000 wurde er Ensemblemitglied des Burgtheaters und war etwa als Pirro in "Emilia Galotti", Trofimov in "Der Kirschgarten" oder Casca in "Julius Cäsar" zu sehen. 2008 verließ er das Burgtheater und damit seine Festanstellung jedoch für die Musical-Produktion "The Producers", kehrt jedoch als Gast - 2012 etwa in "Caligula" von Jan Lauwers oder zuletzt als Rappelkopf in "Alpenkönig und Menschenfeind" - immer wieder zurück.

Im Oktober hatte er an der Seite von Katharina Straßer mit "Best of Apocalypse. Der Liederabend am Ende der Welt" Premiere. Dieser Wechsel zwischen den Genres sei die wahre Freude am Schauspielen, so Obonya. "Es wäre der Tod zu sagen: Da habe ich eine super Schiene gefunden, da hänge ich mich jetzt die nächsten zehn Jahre drauf - komme was wolle." Abwechslung haben die letzten Jahre auf jeden Fall genug geboten: Mit der One-Man-Show "Cordoba - Das Rückspiel", einer Rabenhof-Satire von Rupert Henning und Florian Scheuba über das Verhältnis zwischen Deutschland und Österreich begeisterte er mit seiner Wandelbarkeit und vielen Dialekten Kritik und Publikum.

Auch die Kinoleinwand war immer wieder Anziehungspunkt, zuletzt verkörperte Obonya die Rolle des cholerischen Fremdenpolizisten Albert in Anja Salomonowitz' Spielfilmdebüt "Spanien". Auf dem Fernsehbildschirm war er unter anderem mehrfach in "SOKO Kitzbühel" und "SOKO Donau" sowie in der "Rache der Wanderhure" zu sehen.

Von der ORF-Hörspiel-Jury wurde er 2010 zum Schauspieler des Jahres gewählt. Seit 1991 stand Obonya immer wieder vor den Mikrofonen, etwa für Stücke von Werner Schwab oder Joseph Roth. Dabei habe er das Sprechen nie professionell gelernt - seine Eltern hätten einfach von Anfang an mit ihm so gesprochen.

Quellen