Die Kelten

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Titelbild Buch Die Kelten

Buchtipp Die Kelten.

Autor: Dr. Georg Rohrecker
Verlag: Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria
Erscheinungsjahr:2011
ISBN 978-3-85431-547-6

Rezension 1

Verwirrend, etwas sarkastisch, viel über Salzburg, viel Inhalt


Gegensätzlicher könnte wohl keine Rezension beginnen: ich habe das Buch beim ersten Mal nicht ganz verstanden. Beißende, wenig bis gar nicht erklärte Seitenhiebe auf andere Keltologen, manchmal vorausgesetztes Fachwissen beim Leser, dann wieder sehr gute Information. Adolf Hitler wird ins Spiel gebracht, ein Bild von „Asterix bei den Briten“ zur bildhaften Unterstützung im Kapitel über Druiden, Fili und Barden. Die katholische Kirche als „Diebe keltischer Feste“ kommt ganz schlecht weg.

Dass er unter „Kelten“ mehr oder weniger – in diesem Buch – die Kelten im Raum Salzburg meint, mag bedingt zutreffen. Rund 60 Seiten allgemeine Information über die Kelten (Sprache, Lebensorientierung, historische Einordnung u.a.), rund 60 Seiten über männliche und weibliche Gottheiten, rund 40 Seiten über Rituale und Feste, heilige Orte, Kultplätze und Orte im christianisierten Gewand ergeben 160 Seiten allgemeines Wissen von insgesamt 235 Seiten. Auf den restlichen Seiten sind Sagen und ihrem Keltischen Kern zu lesen, fünf von zwölf handeln in Salzburg. Aber natürlich nimmt er immer wieder Bezug auf den Dürrnberg, meint sogar, die La-Tène-Zeit sollte korrekterweise Dürrnberg-Zeit heißen, was er auch begründet.

Vieles, was Rohrecker schreibt, lässt er aber schlecht oder unerklärt. Beispielsweise las ich in diesem Buch erstmals, dass der Salzburger Festungsberg schon vor fünftausend Jahren besiedelt war. Von wem, ob als Heiligtum, ob später von den Kelten, wie man das festgestellt hatte usw., davon schreibt er aber nichts. Apoll bezeichnet er als „Schlawiner“, was ich nicht zuordnen kann, wie er das meint. Vielleicht tue ich ja dem Autor unrecht, aber ich bin mit dem Buch als mäßig keltisch-Vorgebildeter inhaltlich sehr oft nicht zurechtgekommen. Mir ist oft vorgekommen, er hat Sätze inhaltlich nicht vollendet, Dinge angerissen, aber nicht so weit erklärt, dass der Leser sagen könnte: aha, ich verstehe.

In der Legende vom Salzburger Stierwascher sieht Rohrecker einen keltischen Ursprung im Zusammenhang mit einer wichtigen Stierkultstätte im heutigen Kaiviertel in der Salzburger Altstadt. Beweise bleibt er schuldig. „Hall“ leitet er vom Keltischen „heilig“ ab und erklärt, dass die Kelten Salz dem Wort „heilig“ gleichsetzten. Daraus schließt er, dass die Bezeichnungen Salzburg und Salzach nicht auf „Salz“ zurückgehen, sondern auf Reichenhall und Hallein, also auf heilige Orte (und schließt später den Kreis mit dem Stierkult im Kaiviertel und den Stierwaschern).

Es ist schwer, dieses Buch richtig zuzuordnen. Vielleicht erhellt sich mein Blick nach dem zweiten Mal Lesen.

Rezension 2

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Quelle