Die städtische Selbstverwaltung der Stadt Laufen

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Wappen der Stadt Laufen
Altes Rathaus

Die städtische Selbstverwaltung der Stadt Laufen stellt den Aufbau der städtischen Selbstverwaltung der Stadt Laufen an der Salzach und die Aufgaben der Funktionsträger dar.

Allgemein

Zuerst bleibt festzustellen, dass die städtische Selbstverwaltung in Laufen stark eingeschränkt war, da der Pfleger von Laufen eine beaufsichtigende Rolle spielte, die bis zum Ende des Fürsterzbistums Salzburg bestand. Ohne seine Anwesenheit konnten weder Ratssitzungen stattfinden, noch irgendwelche Entscheidungen getroffen werden.

Bürgermeister und Rat

Die Wahl des Bürgermeisters und des Rates erfolgte jährlich. Am 30. Oktober musste der Pfleger dem Erzbischof bis zu dreißig wahlfähige Männer nennen, aus ihnen wählte der Erzbischof zunächst acht, dann zehn und im Verlauf des 16. Jahrhunderts bis zu sechzehn aus. Darunter konnten auch Mitglieder des bisherigen Rats sein. Im Vorschlag des Pflegers sollten alle Stände vertreten sein, nicht nur die führende Stadtschicht. Drei Personen sollten aus der Gmain sein, also Schiffer und einfache Handwerker. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde auch die religiöse Zuverlässigkeit überprüft.

Hatte der Erzbischof nach der Vorschlagliste seine Auswahl getroffen, mussten sie in der Stadt Salzburg den Bürgermeister- und Ratseid leisten. 1570 wurde diese Verpflichtung aufgehoben, der Eid wurde vom Pfleger abgenommen.

Die Ratssitzungen fanden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wöchentlich am Dienstag und Donnerstag statt. Im 18. Jahrhundert wurde der Rat nur mehr im Abstand von mehreren Wochen auf Antrag des Bürgermeisters vom Pfleger einberufen.Im Sommerhalbjahr begannen sie um 7 Uhr, im Winterhalbjahr um 8 Uhr. Wer gegen die Pünktlichkeit verstieß oder die Sitzung versäumte, erhielt eine Strafe von 16 Pfennigen. Zu den Aufgaben der Räte gehörte auch die Teilnahme am Donnerstagamt und beim Umgang die Kerze zu tragen. Wurde dies unterlassen, gab es ebenfalls eine Strafe von 16 Pfennigen.

Im 18. Jahrhundert bestand der Rat aus zwölf Mitgliedern, die den Bürgermeister wählten und die von der Bürgerschaft auf Lebenszeit gewählt wurden. Bei der Neubesetzung des Bürgermeisteramtes mussten drei Stadträte, bei der Neubesetzung des Stadtrates drei Bürger dem Pfleger schriftlich gemeldet werden, der dann nach Zustimmung des Salzburger Hofrates eine Person auswählte.

Die Sitzungen fanden in der Ratsstube, im 18. Jahrhundert dann im neuerrichteten "schönen Saale" des Rathauses statt. Geleitet wurden sie vom Pfleger, dessen Stimme auch bei Stimmengleichheit den Ausschlag gab. Rechts von ihm saß der Stadtrichter, links der Bürgermeister, daran schlossen sich die Räte an, je nachdem, wie lange sie dem Rat schon angehörten. Die Stadträte trugen einen schwarzen Talar. An einem Nebentisch saß der Stadtschreiber, der das Protokoll führte. Der Ratsdiener hütete den Eingang und vor dem Eingang wartete der Gerichtsdiener auf allfällige Aufträge.

In Kommissionen, die man mit den modernen Ausschüssen vergleichen kann, wurden kleinere Punkte behandelt oder wichtige für den Rat vorbereitet. Der Rat hatte auch noch das Recht, einen Laufener Studenten für die Siebenstädterstiftung vorzuschlagen. Ebenso hatte er die Aufsicht über das 1506 gestiftete Gebetshaus (Pfründnerhaus).

Städtische Funktionsträger

Siechen- und Spitalmeister oder Bruderhausverwalter

Mit dem Wachsen der Stadt kamen dem Rat neue Aufgaben zu, so die Aufsicht und Verwaltung der "milden Orte", wozu Siechenhaus, Schifferspital, Bruderhaus und Bürgerspital gehörten.

Verordnete Zechmeister

Angesehene Bürger standen an der Spitze der religiösen Bruderschaften.

Zechpröpste

Bis zur Erhebung der Pfarre zum Kollegiatsstift nahmen auch zwei Bürger die Führung der Rechnungen und die Verwaltung des Grundbesitzes wahr.

Viertel- und Beschaumeister

Mit der Ratswahl war die Bestellung der Viertel- und Beschaumeister verbunden. Im 16. Jahrhundert war die Stadt auf der Landzunge in zwei, Altach und Oberndorf in je ein Viertel aufgeteilt. Ab 1672 war die ummauerte Stadt in vier Viertel geteilt, Obslaufen, Abrain, Altach und Oberndorf bildeten ein Viertel.

Die Viertelmeister nahmen Aufsichtsfunktionen in ihrem Viertel wahr, hatten für die Ordnung zu sorgen und wirkten bei der Feuerbeschau im Spätherbst mit. Im 18. Jahrhundert verlor das Amt seine Bedeutung und wurde nur mehr für das Verkünden von gerichtlichen Aufgeboten gebraucht.

Dem ebenfalls jährlich bestellten Beschaumeister oblag die Lebensmittelprüfung, hier vor allem die Überwachung von Fleisch und Brotpreisen. Für die Kontrolle der Weinpreise in den Gasthäusern gab es einen eigenen "Weinsatzmeister". Die Webwaren wurden im Rathaus bei der "Leinwandbeschau" geprüft.

Stadtschreiber

Der Stadtschreiber war juristisch und verwaltungstechnisch ausgebildet. Er hatte die Ratsbeschlüsse zu vollziehen, die Protokolle zu führen und die Aufsicht über verschiedene städtische Einrichtungen zu führen. Diese Aufgaben oblagen ursprünglich dem Stadtrichter, aber schon 1330 wird ein Symon der Schreiber urkundlich genannt. Ab 1482 beginnt die fortlaufende Nennung der Stadtschreiber. Die Stadtschreiberstelle war oft mit der Stellung des Gerichtsschreibers verbunden, da die Suche nach geeigneten Personen sehr schwierig war.

Quelle

  • Hans Roth: Entwicklung der Stadt vom Spätmittelalter bis 1816, in: Heinz Dopsch, Hans Roth (Hrsg.): Laufen und Oberndorf - 1 250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach, Laufen und Oberndorf, 1998, S. 130 bis 133