Hauptmenü öffnen

Flusskraftwerk Spannberg

Das Flusskraftwerk Spannberg befindet sich im Spannberg am Eingang ins Kleinarltal im Pongau.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

KR Alois Rohrmoser, der Besitzer der Atomic-Skifabrik in Wagrain, war auf der Suche nach Möglichkeiten der Kostensenkung seiner Produktion, welche große Mengen Strom benötigte. Er erwarb ein von Dipl.-Ing. Zoltan Kohlhofer für einen Wagrainer Unternehmer geplantes und bereits genehmigtes Kraftwerksprojekt. Da das Projekt andere Grundlagen, als für seine Zwecke nötig, nutzte, beauftragte er die Firma Siemens mit einer Umplanung und erwirkte eine neue Bewilligung.

Kraftwerk Spannberg

Eine Besonderheit des Projektes ist, dass die Triebwasserleitung in der bachseitigen Stützmauer der Straße verläuft. Es gelang ihm (er war zu dieser Zeit Vizebürgermeister von Wagrain), die Baumaßnahmen an dem zum Ausbau anstehenden Baulos der Straße mit seiner Baustelle zu koordinieren, was für beide Seiten Vorteile brachte.

Die Firma Siemens wurde als Totalübernehmer beauftragt; die Turbinen stammen von Voith in St. Pölten, die Generatoren von Siemens (Nürnberger Maschinen- und Apparatewerk), den Entsander lieferte Braun aus Vöcklabruck, alle Bauarbeiten führte die Firma Werner Schoklitsch aus Mauterndorf aus. Die gesamte Elektroausrüstung wurde von der Salzburger Niederlassung von Siemens geliefert und stellte zum Zeitpunkt der Errichtung modernste Technik dar. So wurden die Rohrleitungsverluste elektronisch auskompensiert, der Betrieb vollautomatisch und ferngesteuert geführt.

Das Einlaufbauwerk befindet sich zwischen Wagrain und Kleinarl und ist mit einer Fischtreppe versehen, der Entsander ist unterirdisch angeordnet. Die Triebwasserleitung ist aus Faserzement und im unteren Teil aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die 240 m lange Entsanderleitung (700 mm) liegt direkt unter der 1 130 m langen Hauptleitung (1 400 mm). Im Krafthaus, linksufrig südlich der Talstation der Grafenbergbahn, sind die beiden Turbinen, die Generatoren (1 184 und 536 kW), die Schaltanlage, der Transformator und die Hochspannungsschaltanlage kompakt eingebaut. Der Betrieb des Kraftwerkes erfolgte ferngesteuert von der zweiten Atomic-Skifabrik in Altenmarkt aus.

Im Zuge des Ausgleiches der Atomic-Skifabrik erwarb 1995 die Energie AG aus Oberösterreich das Kraftwerk.

In die Schlagzeilen kam das Kraftwerk am 30. Juli 2006, als durch ein Unwetter die Triebwasserleitung beschädigt und dabei der auf der Leitung befindliche Wanderweg für 10 Meter weggespült wurde.

Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich (Energie AG).

Technische Daten

Kraftwerkstype: Ausleitungskraftwerk
Gesamteinzugsgebiet: 85 km²
durchschnittl. Jahreserzeugung: 8 500 MWh
Engpassleistung: 1 720 kW
Turbinen: zwei Francis-Spiralturbinen mit waagrechten Wellen
Bruttofallhöhe: 49,62/51,49 m
Ausbaudurchfluss: 4,2 m³/s
Bauzeit: 1986/1987
Generatornennspannung 690 V, Ableitung über Transformator 30 kV in das Netz der Salzburg AG

Quelle