Franz Wolf (Künstler)

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Franz Wolf

Professor Franz Wolf (* 9. Februar 1954 in Dornbirn, Vorarlberg) ist ein seit 1999 in Grödig wohnhafter Künstler.

Leben

Wolf wuchs gemeinsam mit seinen sechs Geschwistern im tirolerischen Grins bei Landeck auf. Seine Schul- und Lehrzeit (Ausbildung zum Maschinenschlosser) absolvierte er in Grins bzw. in Fulpmes.

Künstlerische Prägnanz und Präzision, Begabung, der scharfe Beobachterblick und die Liebe zum Detail wurden früh sichtbar und zeichnen den Künstler bis heute aus. Mit 13 Jahren begann Franz Wolf zu zeichnen, mit 18 Jahren beteiligte er sich am 13. Österreichischen Grafikwettbewerb und wurde als jüngster Preisträger mit dem Preis des Landes Burgenland ausgezeichnet.

Ausbildung

Nach dem Abschluss seiner Ausbildung übersiedelte Franz Wolf nach Berlin, um sich künstlerisch weiterzubilden. In den Jahren 1980 bis 1985 besuchte er die Hochschule der Künste, wo er sich besonders intensiv dem Aktzeichnen zuwendete (Prof. Peter Müller, Fachbereich 1). Um sich das Studium leisten und tagsüber die Akademie besuchen zu können, vor allem, um sich nicht nach den modischen Strömungen bzw. dem Diktat des Kunstmarktes richten zu müssen, fuhr Franz Wolf Linienbusse (erst 2001, bereits nach der Rückübersiedlung nach Österreich, wagte er den Schritt in die Selbständigkeit als Freischaffender Bildender Künstler).

Franz Wolf hat sich besonders der Zeichnung verschrieben, die bis heute sein stärkstes Ausdrucksmedium ist. Ab 1990 kamen Druckgrafik und immer wieder Malerei hinzu. In allen künstlerischen Ausdrucksformen ist es für ihn typisch, hinter die Dinge zu sehen, das Verborgene nach vorn und aus jeder Materie – Papier, Holz, Stein, Metall - zu holen, das Augenfällige in den Hintergrund zu drängen.

Weiterbildung ist sein Credo. Eine umfassende Bibliothek, die mancher Galerie ein Vorbild sein könnte, war Schlüssel und erster Weg in ganz unterschiedliche Kulturen und Traditionen. Vor allem die griechische und die römische Mythologie haben es ihm angetan, ebenso Legenden aus unterschiedlichen Kultur- und Lebenswelten. Immer wieder versucht Franz Wolf, sich neue Anregungen durch Reisen zu holen. Prägend waren für ihn in erster Linie jene in den Norden Europas mit seinem ganz besonderen Licht und einer faszinierenden Natur. Eine ganz andere Welt erschloss sich durch die Begegnung mit dem asiatischen Raum – mit Ausstellungen in Peking und Shanghai 2002 und Tokio 2005 – und der arabischen Kultur anlässlich der Reise durch die tunesische Sahara.

Soziales und kulturpolitisches Engagement

Bald nach seiner Übersiedlung wurde Franz Wolf Mitglied im Verein „Selbsthilfe Berliner Künstler“, ab 1982 auch im Berufsverband bildender Künstler in Berlin und 1982 Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Berliner Gilde“. Als Gründungsmitglied der „Künstlerinitiative Neukölln“ (1982) und der kulturpolitischen Initiative „Interessengemeinschaft Neuköllner Kulturschaffender“ setzte er sich für bessere Lebens-, Arbeits- und Ausstellungsbedingungen seiner Kolleginnen und Kollegen ein. Unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer wurde der Österreicher Franz Wolf zum Brückenbauer und Bindeglied zwischen Künstlern in Ost und West und initiierte eine erste gemeinsame Künstlerwerkstatt („Nibelungen-Werkstatt“, 1991) mit je fünf KünstlerInnen aus Ost- und Westberlin. Anders als bei vielen BerlinerInnen gab es bei Franz Wolf nie eine "Mauer im Kopf": In der Werkstatt für Künstlerische Lithographie in Berlin Treptow zu arbeiten war für ihn ebenso selbstverständlich wie die gemeinsame Arbeit mit den KollegInnen im Künstlerhaus Bethanien in Berlin-Kreuzberg. Mehr noch: Die "Galerie" in der Lithowerkstatt in Treptow geht auf seine Anregung zurück.

Bindeglied zwischen Österreich und Berlin bzw. deutschen Städten

Franz Wolf hat sich als österreichischer Künstler in Berlin einen hervorragenden Namen gemacht. Seine Ateliers in Berlin Neukölln (19751997) und Wedding (19971999) wurden zum Ort des Gedankenaustausches und der Begegnung zwischen Ost- und Westberlin ebenso wie zwischen ihnen und den Künstlerern und Künstlerinnen, die aus Österreich nach Berlin gekommen sind.

Franz Wolf war – gemeinsam mit dem damaligen österrischen Generalkonsulat - einer der Initiatoren für eine sechswöchige Veranstaltungsreihe am Kulturforum bei der Philharmonie im Bezirk Berlin-Tiergarten zum österreichischen „Millenniumsjahr“. Seiner Initiative ist es zu danken, dass der ersten Begegnung zwischen Liechtensteiner und Treptower KünstlerInnen anlässlich Wolfs großer Ausstellung im Fürstenpalast Hohenems 1996 weitere Kooperationen folgten. Und schließlich initiierte Franz Wolf den Besuch einer Delegation von KünstlerInnen mit dem Bezirkskulturrat aus Berlin-Treptow 1997/1998 nach Salzburg. Der so begonnene Austausch mit der Grafischen Werkstatt im Traklhaus Salzburg wird bis heute fortgesetzt, wenngleich nicht in der erhofften breiten Streuung der teilnehmenden KünstlerInnen. Dreimal war Franz Wolf als „artist in residence“ von deutschen Städten mit anschließenden Ausstellungen eingeladen: nach Traben-Trarbach (1987), Trier (1989) und Wetzlar (1993).

Übersiedlung nach Österreich: Künstler - Lehrer - Professor

Nach 26 Berliner Jahren übersiedelt Franz Wolf 1999 nach Grödig und eröffnet sein Atelier mit Blick auf den Untersberg, das für den freischaffenden Künstler Lebensmittelpunkt für sein intensives künstlerisches Schaffen wurde.

Wolfs Bilder verlangen von den BetrachterInnen Zeit und Offenheit. Was übrigens der Dauer des Schaffensprozesses an den einzelnen Bildern entspricht – oft bis zu einem halben Jahr. Wolfs Anliegen ist der Mensch in seinen Höhen und Tiefen, Wünschen und Ängsten. Durch seine spezifische Art der Darstellung rüttelt er auf, führt durch eine Unmenge an Details aber immer wieder hin zum Ganzen. Faszinierend ist die gegenständliche Prägnanz der Bilder – ein surreal anmutender „Realismus“ verbindet sich mit dem Unwahrscheinlichen zu stets neuen Konstellationen.

Das Atelier in Grödig wurde übrigens gleichzeitig Ort vielfältiger exklusiver Kulturbegegnungen: von der bildenden Kunst über die Literatur, von der darstellenden Kunst bis zur Musik. Und es ist ein offenes Atelier, nur um Anmeldung wird gebeten. Die aktuelle Ausstellung mit 52 überwiegend neuen Bildern ist derzeit im Salzburger Landtag zu sehen (Mo - Do 9 - 17, Fr 9 - 12 Uhr).

2004 und 2007 wurde das Künstleratelier um zwei weitere Räume – einen Unterrichts- und einen Werkraum – erweitert, wo Franz Wolf sein Können und seine Erfahrung an Menschen jeden Alters weitergibt. Die Verbindung von Theorie, Lernen aus der Kunstgeschichte und praktischer Übung zeichnen seinen Unterricht aus. Seinen Schülerinnen und Schülern vermittelt er dadurch soviel Autonomie und Kritikfähigkeit, dass ihre Handschrift authentisch bleibt und sie selber Position beziehen und zwischen Gag/Provokation und Kunst unterscheiden können. Anders als manch andere Künstler bzw. Künstlerinnen öffnet er seinen Schülern auch den Blick hinter die Kulissen seines eigenen Schaffens – von der Motivsuche, der Positionierung und der Komposition, der verschiedenen Hilfsmitteln im perspektivischen Gestalten und der Besonderheit der Farbgebung und Kontraste. Im Jahr 2005 wurde Franz Wolf eingeladen, mit Schülerinnen aus verschiedenen Schulen die Oper „Peter Grimes“/Benjamin Britten anlässlich der Salzburger Osterfestspiele bildnerisch umzusetzen. Und im Mozartjahr war er Mitglied einer Jury „Mozart gemalt“. 2006/07 hat Franz Wolf im Auftrag des Musikum Salzburg mit ganz jungen Künstlern und Künstlerinnen die Ausgestaltung ihrer neuen Unterrichtsräume entwickelt.

Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass es in Grödig seit September 2007 einen „Grödiger Herbstsalon“ gibt: An zwei Wochenenden im September 2007 waren Werke der Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein, die bei Prof. Franz Wolf in den letzten Jahren in verschiedenen Kursen ihre künstlerische Aus- und Weiterbildung erfahren haben.

Das künstlerische Werk und der pädagogische Einsatz vor allem bei den jungen Menschen haben dazu geführt, dass Franz Wolf mit 4. Oktober 2006 der Berufstitel „Professor“ verliehen wurde. Franz Wolf war bis 2014 mit der Salzburger Politikwissenschafterin Univ.Prof. Dr. Barbara Wolf-Wicha verheiratet.

Kontakt

E-Mail: kunst@franzwolf.at

Weblinks