Großglockner Hochalpenstraße hilft den Bienen

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Blütenpracht auf der Glocknerwiese beim Gasthof Schöneck auf Kärntner Seite - Prok. Ing. Thomas Noel (Technischer Direktor Großglockner Hochalpenstraßen AG), Prof. Dr. Eberhard Stüber (Ehrenpräsident Naturschutzbund) und Mag.a Christine Pühringer (Projektleiterin Naturschutzbund)
Hans Kutil (Vorstand Salzburger Naturschutzbund), Mag.a Christine Pühringer (Projektleiterin Naturschutzbund) und Dr. Johannes Hörl (Vorstandsdirektor Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Die Großglockner Hochalpenstraße hilft den Bienen.

Schaffung blühender Böschungen

Geschätzte 60 000 Orchideen verwandeln die Berghänge an der Großglockner Hochalpenstraße jedes Jahr in einen flammenden Blütenteppich. Viele weitere Alpenblumen ergänzen dieses Bild und sorgen dafür, dass der Besuch zu einem beeindruckenden Naturerlebnis wird.

Die besondere Vielfalt entsteht einerseits durch die verschiedenen Lebensräume auf der Nord- und Südseite des Berges vom Tal bis zum höchsten Punkt der Straße bei der Edelweißspitze. Andererseits ist sie auch dem Bemühen der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) zu verdanken, die Pflanzenwelt der Umgebung auch auf den Straßenböschungen einzubinden und zu erhalten. Dank ökologischer Beratung wird zunächst nur dort gemäht, wo dies zur Erhaltung der Artenvielfalt notwendig ist. Der Mähtermin wird je nach Höhenlage, Berg- und Talseite, Nord- und Südseite an die Vegetationsentwicklung angepasst. Zusätzlich bemüht man sich, die geradlinigen Mähstreifen zu vermeiden, fallweise auch mit der Sense nachzuhelfen.

Diese engagierte Pflege ist ein Vorbild für andere Hochgebirgsregionen. Der Grund für die Bemühungen ist die Schaffung blühender Böschungen. Wiesen, die nur ein oder zwei Mal im Jahr gemäht werden, sind reich an verschiedenen Blühpflanzen. Mäht man öfter, kommen die Pflanzen nicht mehr zur Blüte und die Artenvielfalt geht zurück. Mäht man nie, dann wächst zumindest im Tal alles zu. Gerade für Bienen und Schmetterlinge sind reich blühende Blumenwiesen eine wichtige Nahrungsquelle.

Am 4. Juli 2016 brachte die Großglockner Hochalpenstraße 5 500 Quadratmeter Straßenränder in die Blühflächenkampagne „Natur verbindet“ des Naturschutzbundes ein. Diese Kampagne wurde ins Leben gerufen, weil sich die Landschaft in den letzten Jahrzehnten massiv geändert habe. Durch die Verbauung für Siedlungen und Verkehrswege sowie die Rationalisierungen in der Landwirtschaft seien wichtige Biotope wie die Blumenwiesen, aber auch Uferstreifen mit Gehölzen, naturnahe Waldränder und Hecken selten geworden. Der Naturschutzbund ruft in der Kampagne private Grundbesitzer, Firmen und Institutionen in Österreich auf, solche Flächen wieder zu schaffen. Auch Straßenränder, Bahndämme und Firmengelände sind als Blühflächen geeignet. Die Flächen können auf der Internetseite des Naturschutzbundes[1] genannt werden. Dort gibt es auch zahlreiche Informationen.

GROHAG-Direktor Dr. Johannes Hörl hofft, dass man mit der Teilnahme an der Naturschutzkampagne andere ebenfalls zum Mitmachen verleiten kann. „Wir zeigen, dass es sogar im Hochgebirge möglich ist, Straßenränder naturnah zu pflegen.“

Quellen

Einzelnachweise