Hunde-Leinenpflicht

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Hinweisschild auf die Hunde-Leinenpflicht in Mattsee.

Eine Hunde-Leinenpflicht gibt es in nahezu allen Salzburger Gemeinden und ist jeweils von der Gemeinde geregelt.

In der Stadt Salzburg

Gemäß § 1 Erste Hundehalteverordnung müssen im Gebiet der Landeshauptstadt Salzburg Hunde außerhalb von Gebäuden und von ausreichend eingefriedeten Grundflächen entweder mit einem Maulkorb versehen sein oder so an der Leine geführt werden, dass eine jederzeitige Beherrschung des Tieres möglich ist.

Rechtsvorschriften

§ 2 p Abs. 1 Z. 4 und Abs. 2 Z. 2 Salzburger Landes-Sicherheitsgesetz - S.LSG, LGBl. Nr. 58/1975 i.d.F. LGBl. Nr. 28/2009 i.V.m. § 1 und 3 Erste Hundehalteverordnung des Gemeinderates vom 14.11.1990, kundgemacht im Amtsblatt der Landeshauptstadt Salzburg vom 30.11.1990, Folge 22/1990

Strafrahmen: bis zu 5.000 Euro;

Leinenzwang und Maulkorbpflicht

In der Stadt Salzburg gilt ENTWEDER Leinenplficht - ODER Maulkorbpflicht. Ein Hundehalter kann also seinen Freund MIT Maulkorb frei laufen lassen. Darauf sollten speziell Radfahrer aufpassen, denn ebenso wie Kleinkinder, können auch (berechtigt) freilaufende Hunde jederzeit unvorhersehbare Richtungswechsel machen, weshalb vom Radfahrer gefordert wird, jederzeit bremsbereit zu sein, denn er hat Nachrang gegenüber zwei- und vierbeinigen Lebewesen!

In vielen Salzburger Gemeinden ist Leinenzwang für Hundehalter vorgeschrieben. Leider wird diese Vorschrift immer wieder von Hundehaltern missachtet und es kommt auch immer wieder zu gefährlichen Situationen bzw. zu Auseinandersetzungen mit Passanten, die sich von frei laufenden Hunden bedroht fühlen oder auch nur unangenehm berührt sind, wenn der Hund an ihnen schnuppert; auch Verunreinigungen durch einen sich nach einem Besuch in einem Bach schüttelnden Tier;

Bei größeren Hunden kann auch eine Maulkorbpflicht vorgeschrieben sein, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber auch hier werden immer wieder Verstöße beobachtet.

Im Land Salzburg

Hier seien exemplarisch die Bestimmungen der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee zitiert:

Grundsätzlich sind alle Hunde außerhalb von Gebäuden und eingezäunten Liegenschaften an der Leine zu führen. Leinenzwang besteht in den bewohnten Gebieten (Ortsgebieten, Siedlungen, Weilern und der Wallersee-Ostbucht). Leinenzwang besteht grundsätzlich auch außerhalb bewohnter Gebiete. Es sei denn, die HundehalterInnen haben mit dem Hund eine Prüfung abgelegt. Welche Prüfungen dies sind und weitere Details zur Hundehaltung in Neumarkt entnehmen Sie bitte der Sonderstadtinfo Hundehaltung.[1]

Hundewiesen

Hundewiese in Neumarkt am Wallersee.

Viele Gemeinden weisen Hundewiesen aus, auf denen im Ortsbereich die Hundebesitzer ihre Hunde ohne Leine laufen lassen können.

2011 gab es im Bereich der Stadt Salzburg fünf Hundewiesen, ab dem Frühjahr kommen drei weitere hinzu: 4 000 m² beim Salzachsee, eine Wiese im Hans-Donnenberg-Park in Salzburg-Nonntal (2 000 m²) und eine in Hellbrunn (5 000 m²).

Im Mai 2013 wurde auf dem Areal von Hellbrunn neben dem Hellbrunner Spielplatz hinter dem Wirtschaftshof-Tor ein 2 500 Quadratmeter großes Rasenstück, das umzäunt wurde, als Hundewiese eröffnet. Die Kosten beliefen sich auf 7.000 Euro[2].

Pro und Contra Leinenzwang

Argumente von Hundehaltern, die Vorschriften ignorieren:

  • mein Hund tut niemanden etwas
  • ein Hund braucht den Freilauf, wo soll er sonst laufen als hier im Park?
  • was stört Sie an meinem Hund? Er beschnuppert Sie ja nur!

Befürworter von Leinenzwang und Maulkorbpflicht argumentieren:

  • ein Hund ist ein Tier und demnach kann man seine Reaktionen niemals wirklich voraussehen; ein ungewohnter Geruch, eine ungewohnte Bewegung und der Hund kann zum Raubtier werden oder sich einfach aus seiner Natur heraus wehren
  • nicht jedem Menschen ist es Recht, beschnüffelt zu werden
  • Radfahrer haben mit Recht vor frei laufenden Hunden Angst; es gab schon Stürze aus Panik vor einem nachlaufenden oder zuschnappenden Hund
  • Wer kommt für verschmutzte oder zerbissene Kleidung auf? Auch ein kleiner Schnapper kann ein Loch verursachen!

Beobachtungen

abends, wenn die Wasservögel sich zur Ruhe begeben möchten, kommt ein Hundebesitzer mit frei laufendem Hund; der Hund springt in das Knietiefe Wasser und läuft auf die Sandbank, auf der die Wasservögel ruhen; aufgeschreckt durch den Hund ergreifen sie die Flucht; Minuten später kehren sie zurück und versuchen erneut zu ruhen, doch der nächste Hundebesitzer lässt sein Tier ins Wasser und das Spiel beginnt von neuem;
mehrere Hundebesitzer treffen sich und plaudern miteinander, während ihre Hunde (große und kleine) miteinander balgen, knurren und den Weg mehr oder weniger blockieren; Radfahrer müssen anhalten und Fußgänger schieben mal links, mal rechts ein Tier von ihren Beinen weg; Zurechtrufe der Hundebesitzer verhallen meist ungehört in den Hundeohren;

Miteinander

  • Verordnungen wie Leinenzwang oder Maulkorbpflicht dienen zum Schutz von Mensch und Tier und zum geregelten Miteinander von Menschen, die unterschiedlicher Meinung in diesem Punkt sind. Je dichter Gebiete besiedelt sind, desto wichtiger werden für alle Menschen die Freiräume wie Naherholungsgebiete, Parks, Rad- oder Wanderwege.

Probleme

Immer wieder wird in Medien von Problemen berichtet, die uneinsichtige Hundehalter auslösen. So berichteten die Salzburger Nachrichten am 28. Mai 2020, dass Landwirte Schäden auf den Wiesen und tote Rinder beklagen, die Jägerschaft zu Tode gehetzte und gerissene Wildtiere. Den Gemeinden fehlt es an Handhabe gegen uneinsichtige Hundehalter.

Durch die Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus habe sich das Problem verschärft, sagt Ortsbauernobmann Manfred Jenni in Grödig. Mehr Menschen seien mit ihren Hunden im Freien gewesen. Den Hinweis auf die Leinenpflicht hätten viele Hundebesitzer, deren Tiere frei unterwegs gewesen seien, nicht akzeptiert. "Die Leute sind frech und laut. Der Bauer wird als Subventionsempfänger hingestellt."

Georg Wagner, Vizepräsident der Salzburger Landwirtschaftskammer, sagt, dass das Reden mit den Hundebesitzern vorbei sei. Man müsse die Leute erziehen. Denn mit den freilaufenden Vierbeinern komme auch der Hundekot in die Wiesen - und damit ins Futter der Rinder. "Wir haben heuer schon wieder drei tote Kühe bzw. Totgeburten gehabt, wo nachgewiesen worden ist, dass es wegen Hundekots war." Die Kammer will auf eine Gesetzesänderung drängen, um gegen unbelehrbare Hundebesitzer eine bessere Handhabe zu bekommen.

Das fordert auch die Jägerschaft. Franz Wolf, Jagdleiter im Leopoldskroner Moos in der Stadt Salzburg, spricht angesichts zu Tode gehetzter Rehe bzw. gebissener Kitze durch freilaufende Hunde von einem "Desaster", einem "Wahnsinn". Bewusstseinsbildung allein reiche nicht. "Wir sind darauf bedacht, dass wir Anzeigen erstatten", sagt Wolf.

In der Stadt Salzburg kontrolliert das Ordnungsamt den Leinen- und Maulkorbzwang. 2019 wurden 44 Anzeigen wegen Verstößen erstattet. Seit Mitte März 2020 seien die Kontrollen wegen der Corona Pandemie zurückgestellt worden, heißt es aus dem Büro von Bürgermeister Harald Preuner. Mittlerweile sei man wieder im "Vollbetrieb" und habe die nächste Kontrolle anberaumt.

Während in der Stadt das Ordnungsamt Verstöße ahndet, fehle es in den Gemeinden an einem Exekutivorgan, sagt Gemeindeverbands-Präsident Günther Mitterer. Zwar würde Personal, das den ruhenden Verkehr überwache, mitunter auch für die Kontrolle des Leinen- und Maulkorbzwangs herangezogen, aber: "Wenn sich die Identität nicht feststellen lässt, haben wir ein Problem." Um Abhilfe zu schaffen, müsste die Zuständigkeit, die laut Landessicherheitsgesetz den Gemeinden zufällt, den Bezirksbehörden übertragen werden, meint Mitterer.

In Grödig kontrolliere ein Wachdienst die Einhaltung der Regeln, sagt Bürgermeister Herbert Schober. "In den vergangenen zwei Monaten haben wir das verschärft." Er hofft, den Streit von Landwirten und Jägern mit uneinsichtigen Hundebesitzern bald beizulegen.

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweis