Ivana Benozzi

Aus Salzburgwiki
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Ivana Benozzi (* 1932 in Venedig, Italien) ist eine Fremdenführerin in der Stadt Salzburg.

2019 vorgestellt

Immer schon war sie an Sprache, Kunst und Geschichte interessiert. Vor 30 Jahren schloss Ivana Benozzi deshalb die Fremdenführer-Ausbildung ab. Seither erfüllt sie der Beruf mit großer Freude.

Was verschlägt eine gebürtige Venezianerin nach Salzburg? "Der Liebe wegen bis ich hierhergekommen. Mein Mann war Salzburger, wir haben geheiratet und ich bin mit ihm nach Salzburg gezogen. Leider ist er nach fast 20 Jahren Ehe schon verstorben", berichtet Ivana Benozzi. "In Italien ist das so üblich, dass man als Frau seinen Namen behält", erklärt sie.

Seit 62 Jahren lebt die aparte Dame, die Anfang September ihren 87. Geburtstag feiert, nun schon in der Mozartstadt - zuerst in Mülln, nun schon seit Jahren direkt in der Altstadt. Und sie hat noch nicht genug von Salzburg. "Am liebsten halte ich mich in der Altstadt auf, vor allem in den Kirchen fühle ich mich wohl, nicht nur weil ich religiös bin. Die Menschen früher haben schon gewusst, warum sie eine Kirche an einem bestimmten Ort bauen. Hier fühle ich mich immer irgendwie erleichtert", gesteht sie.

Ohne ihren Mann wäre sie wohl in Venedig geblieben, wo sie im Sestiere Castello gelebt hat. "Als ich nach Salzburg kam, konnte ich kein Wort Deutsch, aber dank meines Mannes habe ich es sehr rasch gelernt", erzählt Ivana Benozzi weiter. Zwei Kinder haben sie bekommen, einen Sohn, der mittlerweile in Wien lebt, und eine Tochter, die nach Berlin gegangen ist. Lange Jahre hat sie als Übersetzerin, Dolmetscherin und Italienisch-Lehrerin gearbeitet.

Vor mehr als 30 Jahren entschloss sich die besonders sprach-, kunst- und geschichteinteressierte Frau, die Ausbildung zur Fremdenführerin in Salzburg zu machen. Seit sie die Prüfung abgelegt hat, arbeitet sie in ihrem Traumberuf. "Zuerst habe ich versucht, den Sprachunterricht an der Volkshochschule mit meinen Aufträgen als Fremdenführerin zu verbinden, aber das ließ sich zeitlich nicht vereinbaren, deshalb habe ich mich auf Fremdenführerin konzentriert - was ja immer noch mein Traumberuf ist. Inzwischen brauche ich halt ein wenig längere Erholungsphasen zwischen meinen Gruppen", schmunzelt sie.

Mit einer großen italienischen Agentur arbeitet sie schon seit Jahren zusammen. Diese vermittelt ihr die Gruppen. Die Führungen macht sie ausschließlich für ihre ehemaligen Landsleute, die jedes Mal voller Begeisterung für Salzburg sind. "Das macht mir ebenso große Freude, wenn ich weiß, dass ich eine Aufgabe gut erledigt habe, und wenn ich diese Freude von meinen Gästen zurückbekomme."

Die Rückkehr nach Italien war nie ein Thema für sie, auch nach dem Tod des Mannes. "Die Kinder sind hier aufgewachsen und zur Schule gegangen, wir hätten keinen Grund gehabt. Ich sehne mich mehr nach meiner Familie, die noch in Italien ist, als nach dem Land. Und Salzburg hat mich sehr gut aufgenommen."

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