Keutschach-Zisterne (Festung Hohensalzburg)

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Zisterne Festung Hohensalzburg
Lage der Zisterne Festung Hohensalzburg auf Googlemaps

Die Keutschach-Zisterne in der Festung Hohensalzburg ist ein Regenwasserbrunnen in der Stadt Salzburg.

Inschrift

"Ertzbischof Leonhart zu Saltzburg hat die Zistern las mache an(no). d(omini) 1502 gestet 326 Lb" (gestet = kostete; Lb= Pfund Pfennige, zuerst aus 1 Pfund Silber gefertigt, 1 Lb= etwa 80 kg Getreide, 326 Pfund daher etwa 26 Tonnen Getreide)

Geschichte

Die Zisterne diente der Wasserversorgung der Festung Hohensalzburg. Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach hat im Jahr 1502 in einer geschützten Nische innerhalb der inneren Verteidigungsmauern im kleinen Hof nächst dem Hohen Stock einen tiefen Ziehbrunnen anlegen lassen. Damit wurde die Wasserversorgung auf der Burganlage, die über keine natürlichen Wasserquelle verfügt, stark verbessert. Die kunstvoll bearbeitete und sehr aufwändig gebaute Zisterne wurde nebenstehend mit dem Wappen von Leonhard von Keutschach geschmückt. Die Zisterne nahm fortan auch das gesammelte Regenwasser auf, das von den Dachrinnen eingeleitet wurde.

Die Notwenigkeit von Ziehbrunnen und Zisternen der Festung Hohensalzburg war in Zeiten des Belagerungswesens allgemein bekannt. Erneut wurde eine ausreichende Wassersicherheit von Festungen als im Jahre 1525 während des Bauernaufstandes die Festung über mehrere Monate als Zufluchtsort für den Fürsterzbischof und sein Gefolge diente. Ohne unabhängige Wasserversorgung war die Zeit der Belagerung für die etwa 300 Eingeschlossenen und für die auf der Burg gehaltenen Ochsen, Kühe und Pferde nicht zu überstehen gewesen.

Beschreibung

Der runde Brunnenschacht ist mit halbrunden Steinen aus Konglomerat ausgekleidet und oben durch einen Rundsockel aus Adneter Marmor gefasst. Darauf ruhen Ziehbaum und -hebel, die kunstvoll aus einem langlebigen Hartholz (Eiche) gefertigt wurden. Formgebung und Ornamente der Holzteile stammen wohl aus dem 19. Jahrhundert und nicht aus der Zeit der Gotik.

Quelle