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Lawinenwarnkommission

In allen von Lawinen gefährdeten Regionen bestehen Lawinenwarnkommissionen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 28. April 1965 entschloss sich der Salzburger Landtag nach zahlreichen Lawinenunglücken dazu, Lawinenwarnkommissionen flächendeckend und landesweit einzurichten.

Im Bundesland Salzburg gab es 2019 rund 90 Lawinenwarnkommissionen mit rund 700 ehrenamtlichen Mitgliedern. Sie bestehen unter anderem aus Vertretern der Gemeinden, Polizei, Straßenmeistereien, Forstverwaltungen oder Bergrettung.

Allgemeines

Deren Mitglieder - Experten im Bereich der Lawinenkunde - sind unter oft großer Gefahr auf freiwilliger Basis und ehrenamtlich tätig. Das Marterl auf dem Stubnerkogel, auf dem Lois Schafflingers aus Bad Gastein gedacht wird, der im Dienste der Lawinenkommission selbst Opfer einer Lawine wurde, bezeugt die unverzichtbare, aber gefahrvolle gemeinnützige Tätigkeit der Kommissionsmitglieder.

"Der Druck auf die Kommissionen ist oft sehr stark, da viele Menschen - Gäste wie Einheimische - kein Verständnis zeigen, wenn Straßen oder Skipisten wegen Lawinengefahr gesperrt werden" sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller im Februar 2012 anlässlich von Ehrungen von Mitgliedern von Lawinenwarnkommissionen.

Bei Hubschrauberflügen, die – wenn es die Witterung erlaubt - bei Einsätzen nicht mehr wegzudenken sind, mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten sowie einem dichten Netz von 91 Mess-Stationen, die vollautomatisch Daten von Schneehöhe, Lufttemperatur, Windrichtung und -geschwindigkeit sowie Sonneneinstrahlung übertragen, konnten sich 2019 die Lawinenexperten ein genaues Bild von der Situation an exponierten Stellen machen.

Tragische Unglücke

Am 29. Februar 2012 starb Josef Wieland, Mitglied der Lawinenkommission von Obertauern, bei einer Kontrollfahrt unter den Schneemassen einer Lawine. Zusammen mit einem Kollegen war er aufgebrochen, um zu prüfen, ob gewisse Lifte wegen Lawinengefahr gesperrt werden müssten. Im freien Skigelände wollten sie im Bereich der Seekarspitzbahn im sogenannten Trog kontrollieren. Sie waren mit Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Sonden und Schaufeln ausgerüstet. Plötzlich lösten sich die Schneemassen und rissen den 45-Jährigen mehr als 200 Meter mit. Doch für ihn kam jede Hilfe zu spät. Wieland verstarb noch an der Unglücksstelle. Er hatte seit 26 Jahren in Obertauern bei den Kringsliften gearbeitet[1].

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Nachrichten, 1. März 2012