Leo Köhler

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Stolperstein für Leo Köhler in der Plainstraße Nr. 18

Leo Köhler (* 5. August 1897 in Salzburg; † unbekannt) war ein jüdisches Opfer des NS-Regimes in Salzburg.

Leben

Leo Köhler war der Sohn von Max und Hermine Köhler, die in Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 5, eine bereits in der Monarchie renommierte Schneiderei betrieben. Leo war von Beruf Kaufmann und heiratete 1922 Martha Werner. 1923 wurde ihre Tochter Gertraud geboren. Leo Köhler und sein Vater Max waren Vorstandsmitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg.

Im November flüchtete Leo Köhler mit den Eltern und seiner eigenen Familie nach Wien, wo es ihm anscheinend gelang für seine Familie Visa für die Einreise nach Großbritannien zu erhalten. Martha und Gertraud Köhler konnten nach Großbritannien emigrieren, nach Kriegsende wanderten sie in die USA aus.

Leo Köhler wollte seine Eltern nicht alleine lassen und blieb in Wien, von wo er mit ihnen nach Italien flüchtete. Dort lebten sie in Meran und Bologna. Nach der deutschen Besetzung Nord- und Mittelitaliens wurde Leo Köhler in Fossoli, in einem Transitlager der deutschen Polizei interniert und von dort im Frühjahr 1944 entweder nach Bergen-Belsen oder nach Auschwitz deportiert. Da alle Dokumente beim Abzug der deutschen Armee vernichtet wurden, ist über sein weiteres Schicksal nichts Genaues bekannt. Es ist jedoch sicher, dass er den nationalsozialistischen Terror nicht überlebte.

Sein Vater starb 1947 in Bologna, seine Mutter emigrierte nach England, wo sie 1959 starb. Das in Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 3, enteignete Haus wurde nicht zurückgegeben, jedoch erhielt die Witwe eine sogenannte Abschlagszahlung.

Zum Andenken an Leo Köhler wurde in der Plainstraße Nr. 18 am 7. Juli 2011 ein Stolperstein verlegt.

Quelle