Lothar Pretzell

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Dr. Lothar Richard Pretzell[1] (* 13. Februar 1909 in Dübzow (Pommern) [heute in Polen]; † 4. Juli 1993 in Berlin)[2] war ein deutscher Kunsthistoriker und in der NS-Zeit Leiter des Salzburger Museums Carolino-Augusteum.

Leben

Pretzell war Sohn des preußischen Rittergutsbesitzers[3] Eugen Pretzell und der Auguste geb. Guse[1]. Er besuchte das Arndtgymnasium in Berlin und studierte Kunstgeschichte, Archäologie sowie deutsche und romanische Philologie an den Universitäten München, Köln, Wien und Paris.[3] In München promovierte er bei Wilhelm Pinder mit einer Arbeit über Salzburger Barockplastik.[4]

Er durchlief zunächst mehrere Stellungen in Preußen (1934–1936 Volontär im Kupferstichkabinett und Museum für deutsche Volkskunde in Berlin, 1936–1938 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter beim Provinzialkonservator am Oberpräsidium in Hannover, 1938–1941 wissenschaftlicher Assistent beim Oberpräsidium der Mark Brandenburg und Staatlicher Museumspfleger).[3]

Von 1941 bis 1945 war er Direktor des Salzburger Museums Carolino-Augusteum[3]. Ab 1942 leitete er zudem das Volkskundemuseum in Hellbrunn als Direktor.[4]

Ab 1947 war Lothar Pretzell im Kunstgutlager in Celle beschäftigt, das die geborgenen musealen Kunstgegenstände der Britischen Besatzungszone Deutschlands versammelte; von 1953 bis zu dessen Auflösung im Jahr 1959 war er Direktor des Kunstgutlagers.[4] Von 1959 an war er Direktor des Museums für deutsche Volkskunde in Berlin[3].

Lothar Pretzells Frau Loni (* 1906), ebenfalls promovierte Kunsthistorikerin, war eine Schwester des bedeutenden Malers, Grafikers und Bildhauers Max Ernst (* 1891, † 1976).[4] Aus der Ehe gingen zwei Töchter und zwei Söhne hervor.[1]

Schriften

Bücher:

  • Salzburger Barockplastik. 1935.
  • (als Mitarbeiter:) Die Kunstdenkmale der Provinz Hannover. 1938.
  • Meisterwerke Salzburger Kunst. 1943.
  • Fischer von Erlach in Salzburg. 1944.
  • – und Loni Pretzell: Max Ernst. Gemälde und Graphik 1920–1950. Brühl 1951.
  • Das Kunstgutlager Schloss Celle 1945 bis 1958. Celle 1959.
  • Volkskunst und Volkshandwerk. 1964.

Literatur

  • Müller, Heidi: Lothar Pretzell 1909 - 1993, in: Zeitschrift für Volkskunde 90, 1994, S. 93-95
  • Kohlmann, Theodor: Das Museum für Deutsche Volkskunde von 1959 bis 1974 [Vita Lothar Pretzell], in: Museum für Deutsche Volkskunde Berlin (Hg.): Lebendiges Gestalten. Erwerbungen von 1959 bis 1974 (= Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde Berlin, 1), Berlin 1975, S. 7-14

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 Pretzell-Genealogie.
  2. Vierhaus, Rudolf (Hrsg): Deutsche Biographische Enzyklopädie (Buchstabe P) S. 862.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Kulturportal West-Ost: Artikel „Pretzell, Lothar“.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Strauß, Stephan: Eckhard Schulze-Fielitz und die Raumstadt. Dissertation (Technische Universität Dortmund) 2005. Insb. S. 12 f., gestützt auf Kohlmann, aaO.
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