Maximilian Chiari

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Dr. jur. Maximilian (auch kurz: Max) Chiari (* 5. Dezember 1832 in Trient, Südtirol; † 15. März 1894 in Wien) war ein Salzburger Jurist, Beamter und Landtagsabgeordneter.[1]

Leben und Wirken

Maximilian Chiari war der jüngste Sohn des Postbeamten Claudius Thomas Chiari und dessen aus Salzburg stammender Gattin Helene Chiari, geborene Eschenbacher. Die Eltern hatten einander kennengelernt, als Claudius in Salzburg Postdienst versah.[1]

Er hatte sechs Brüder[1], darunter Johann Baptist (* 1817; † 1854), Geburtshelfer, und Josef (* 1819; † 1867), Notar.[2] Mit dieser Kinderschar kehrte seine Mutter nach dem frühen Tod des Vaters (1833) in ihre Heimatstadt zurück.[1]

Nach dem Besuch des k. k. Staatsgymnasiums in Salzburg studierte Chiari von 1850 bis 1854 Rechtswissenschaften an der Universität Wien. 1856 promovierte er an der Universität Innsbruck zum Dr. iur.[3]

Seine Berufslaufbahn führte ihn von Anfängen in der k. k. Finanzprokuratur in Salzburg bis zur Position eines Sektionschefs im k. k. Ministerium der Finanzen:[3]

  • Von 1855 bis 1864 war er Konzeptskandidat beziehungsweise Konzeptspraktikant bei der k. k. Finanzprokuratur in Salzburg; 1859 legte er die Advokaturprüfung ab, von 1864 bis 1867 war er als provisorischer und von 1867 bis 1872 als wirklicher Adjunkt bei der k. k. Finanzprokuratur in Salzburg tätig;
  • von 1872 bis 1876 war er Finanzrat bei der k. k. Finanzprokuratur in Wien;
  • von 1876 bis 1881 war er Sektionsrat, von 1881 bis 1887 Ministerialrat und von 1887 bis 1894 Sektionschef im k. k. Ministerium der Finanzen.[4]

Im Ministerium der Finanzen arbeitete Chiari die Gesetzentwürfe über das Gebührenwesen aus, war der Verfasser des Lossperrgesetzes und machte sich auch um die Abfassung des Gesetzes über die Effektenumsatzsteuer verdient.[5]

In seiner Salzburger Zeit war er auch politisch tätig, wobei er dem liberalen Lager angehörte. Er war[3]

Maximilian Chiari war verheiratet mit Franziska geb. von Steinhauser, Tochter des Adolf Ritter von Steinhauser und der Marie geb. Weickl.[6]

Ehrung

In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm die Marktgemeinde Mauterndorf am 8. September 1872 ihre Ehrenbürgerschaft.

Quellen und Anmerkungen

  • Voithofer, Richard: „… dem Kaiser Treue und Gehorsam …“ Ein biografisches Handbuch der politischen Eliten in Salzburg 1861 bis 1918. Wien (Böhlau Verlag) 2011.
  • Heitzmann, Klaus: Zwischen juristischem Recht und Vorbildfunktion - Ehrenbürger von Mauterndorf. In: Klammer, Peter: und Hermann Rumschöttel (Hrsg.): Mauterndorf - der königliche Markt. Mauterndorf (Peter Klammer) 2017.
  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Nekrolog auf Sektions-Chef Dr. Maximilian Chiari, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde XXXIV, 1894, S. 298 ff.
  2. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950 (ÖBL), Bd. 1 (Lfg. 2, 1954) S. 142 f.
  3. 3,0 3,1 3,2 Voithofer, Richard: „… dem Kaiser Treue und Gehorsam …“ Ein biografisches Handbuch der politischen Eliten in Salzburg 1861 bis 1918. Wien (Verlag Böhlau) 2011. ISBN 978-3-205-78637-5. S. 42 f.
  4. Voithofer (aaO) gibt das k. u. k. Finanzministerium an; damals existierten aber das für beide Reichshälften Österreich-Ungarns zuständige k. u. k. Reichsfinanzministerium und das nur für die österreichische Reichshälfte zuständige k. k. Ministerium der Finanzen. Da die (im Text erwähnte) Ausarbeitung von Gesetzesentwürfen nicht Sache des k. u. k. Reichsfinanzministeriums, sondern des k. k. Ministeriums der Finanzen war, muss Chiari dem letzteren angehört haben. (Anm. K.I.)
  5. ÖBL, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 143.
  6. Nekrolog, hier: XXXIV, 1894, S. 303, in Verbindung mit Pirckmayer, Friedrich, Adolf Maximilian Ritter von Steinhauser. Ein Lebensbild, in: MGSLK 1889, S. 1-86 (S. 50, 52).