Mountainbiker fordern freie Fahrt auf der Forststraße Nesslangeralm

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Mountainbiker fordern freie Fahrt auf der Forststraße Nesslangeralm im Juni 2019.

Die Hintergründe

Die Situation ist verfahren: Weil sich vereinzelte Grundbesitzer querlegen, verweigert die Weggenossenschaft Wengeralm in der Tennengauer Marktgemeinde Kuchl Mountainbikern die Benützung der Forststraße auf die Nesslangeralm in Kuchl. Almwirt Andreas Struber – er ist selbst Miteigentümer der Forststraße und setzt sich für eine Lösung ein – hat seine Alm zugesperrt. „Eigentlich wollten wir heuer unser zehnjähriges Jubiläum feiern“, sagt er. Zusammen mit rund 50 weiteren Teilnehmern einer „Trutzpartie“ forderte er am Donnerstagabend, den 6. Juni 2019, eine gesetzliche Freigabe der Forststraßen in Österreich.

Unser Protest richtet sich nicht gegen die Grundbesitzer, sondern viel mehr an die Politik, die eine Lösung finden muss“, sagt David Schäffler, Mountainbike-Guide und Organisator der „Trutzpartie“. Den Fall in Kuchl will Landwirtschaftskammer-Präsident Rupert Quehenberger nicht beurteilen. „Ich kenn’ nicht alle Begründungen der Grundbesitzer“, sagt er. Auf Forststraßen herrsche generelles Fahrverbot. „Was vor einer Öffnung für eine Freizeitnutzung geklärt werden muss, ist die Haftungsfrage“, betont Quehenberger. Verletze sich ein Radfahrer bei einem Sturz auf einer privaten Forststraße, könne er den Besitzer auf Schadenersatz klagen. „Wir leben leider zunehmend in einer Zeit der Vollkaskomentalität, und da werden Grundbesitzer eben sensibler.

Der Streit um die für Radfahrer gesperrte Forststraße auf die Nesslangeralm heizt die Diskussion über das Mountainbiken generell neu an. Die Österreich Werbung steckt zwei Millionen Euro in die neue Kampagne „You like it? Bike it!“ Mountainbiken sei ein wichtiges Segment im Salzburger Fremdenverkehr, sowohl Vertreter des Fremdenverkehrs und der Grundbesitzer bemühen sich um Konsens, für Einheimische als auch für Gäste, sagt Salzburger-Land-Tourismus-Geschäftsführer Leo Bauernberger.

Insofern wäre es wünschenswert, aufeinander zuzugehen und einen gemeinsamen Weg zu finden. In Österreich sei Salzburg jenes Bundesland, das die meisten Mountainbike-Urlauber anziehe. Das Salzburger Land wirbt mit einem 5 000 Kilometer langen Wegenetz. 13 Prozent der Salzburg-Urlauber kommen zum Radeln ins Land. Rund ein Drittel der Sommergäste nutzt das Fahrrad.

Quelle