Naßfeld

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Das Naßfeld vom Mallnitzer Tauern aus gesehen
Karte
Die Salzburger Seite des Niederen Tauern: Panorama vom Naßfeld mit Blick in Richtung Hagener Hütte.
Das Bild zeigt die ehemalige Bergwerkskantine im Naßfeld, die auch von den Arbeitern im Imhofstollen genutzt wurde.
Die Aufnahme wurde in den 1930er-Jahren über dem Radhausberg aufgenommen.

Als Naßfeld, auch Nassfeld oder Nassfelder Talboden[1] bezeichnet, ist ein südwestliches Seitental des Gasteinertales in der Ortschaft Böckstein der Gemeinde Bad Gastein.

Geografie

Das Naßfeld ist ein Becken in den Hohen Tauern der Zentralalpen südlich des Alpenhauptkammes der Ostalpen. Es wird im Westen von der Goldberggruppe und im Osten von der Ankogelgruppe begrenzt. Es liegt auf einer durchschnittlichen Höhe 1 600 m ü. A. (im Bereich von Sportgastein). Die Naßfelder Ache durchfließt das Tal von Süden nach Norden (mit Zuläufen).

Das Naßfeld unterteilt sich in das touristisch erschlossene „Sportgastein“ im nördlichen Bereich und das bei Wanderern beliebte, größtenteils naturnah belassene hintere, südlichere Nassfeld.

Im lang gezogenen Becken finden sich mehrere im Sommer teils noch bewirtschaftete Almhütten. Bekannt ist das Valeriehaus, in dessen Nähe sich das Schaukraftwerk Nassfeld und das Stollenportal des Imhofstollen befinden. Ein Wanderweg führt zur Hagener Hütte unterhalb des Gesselkopfes (2 974 m ü. A.), ein anderer zur Niedersachsenhaus unterhalb des Hohen Sonnblicks und ins benachbarte, bereits im Pinzgau gelegene Raurisertal nach Kolm-Saigurn. In einem Seitental liegen der untere und der obere Bockhartsee.

Das Naßfeld ist über die Gasteiner Alpenstraße erreichbar. Am Beginn der Straße ist der Zugang zum Gasteiner Heilstollen. In der Nähe befinden sich das Siglitztal, der Imhofstollen sowie die beiden Bockhartseen. Im Zentrum des Naßfeldes befindet sich Sportgastein. Obwohl beide Begriffe (Naßfeld und Sportgastein) heute fälschlicherweise gleichgesetzt werden, bezieht sich "Sportgastein" jedoch nur auf das „Vordere Naßfeld“ mit seinen Wintersporteinrichtungen wie Aufstiegshilfen und Skipisten.

Loipen zum Langlaufen, gespurte Wege für Winterwanderungen und Schlittenhundefahrten beziehen im Winter das gesamte lawinensichere Gebiet mit ein.

Durch das Naßfeld führt auch eine Starkstromleitung über den Radhausberg, die von den Wasserkraftwerken der Kraftwerksgruppe Gasteiner Tal gespeist werden.

Fauna

Das Naßfeld ist Brutgebiet des Steinrötels.

Geschichte

Es konnten Pollen von Pflanzen nachgewiesen werden, die die dauernde Anwesenheit von Menschen benötigen. Sie stammen aus der Zeit um das Jahr 500 vor Christus. Möglich wäre, dass um diese Zeit keltische Ambisonten im Naßfeld siedelten. Einen nachweislichen Aufschwung einer bereits bestehenden Almwirtschaft am Naßfelder Almboden lässt sich für die Zeit um 150 vor Christus belegen. Nach einem offenbaren Siedlungsrückgang im ersten Jahrtausend nach Christus begann ein neuerlicher Aufschwung um 900. Ursache dafür war eine einsetzende Wärmezeit, die bis etwa 1200/1250 anhielt. Siedler dürften Bajuwaren und altslowenische Bauern gewesen sein. Die nachfolgende "kleine Eiszeit" verlief ab etwa 1300 mäßig, dann ab etwa 1600 sehr stark und hielt bis um 1800 an. Während dieser "kleinen Eiszeit" hielt sich der Wacholder erstaunlicher Weise im Naßfeld sehr gut und das bis heute.

Bilder

 Naßfeld – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweise