Refugium

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Refugium ist ein Haus für Asylwerber in der Flachgauer Gemeinde Wals-Siezenheim im Ortsteil Himmelreich.

Entstehung

Im Garten der Familie Franz Hirnsperger ist die Kunst zu Hause. Herzstück sind Skulpturen und ein Lese-Ei. Mitte Dezember 2015 entstand in diesem Garten ein Holzhaus für Flüchtlinge.

Binnen zwei Tagen hatten Mitarbeiter der Firma Meiberger aus Lofer den zweistöckigen Holzbau mit drei Zimmern, einer Wohnküche und einem Bad aufgestellt. Am 19. Dezember sei das Haus mit 83 Quadratmetern Wohnfläche bezugsfertig. Noch vor Weihnachten könne eine Flüchtlingsfamilie einziehen.

Wer die 83 Quadratmeter bewohnen wird, steht noch nicht fest. Die Entscheidung liegt auch beim Land. Hirnsperger und seine Frau Theresia möchten jedenfalls einer Familie aus Syrien ein Dach über dem Kopf bieten. "Ob mit zwei oder fünf Kindern, alle sind willkommen, dann stellen wir eben Stockbetten auf."

Die Entscheidung, ein Haus zu bauen und an Flüchtlinge zu vermieten, fiel Ende August, kurz nachdem die ersten Syrer, Iraker und Afghanen in die Schwarzenbergkaserne eingezogen waren.

Zunächst hätten er und seine Frau überlegt, Flüchtlinge in ihrem Haus aufzunehmen, dort sei aber eine räumliche Trennung schwierig. "Aber im Garten war noch Platz." Am 1. September, dem Tag seiner Pensionierung als Leiter der Stabsstelle für Rechtspolitik in der Wirtschaftskammer, legte er los. Hirnsperger investiert in den Holzbau 85.000 Euro, dazu kommen die Kosten für die Ausstattung. Mit Wärme, Strom und Wasser wird der Neubau über das bestehende Wohnhaus versorgt.

"Uns war wichtig, alle Arbeiten an heimische Firmen zu vergeben", sagt Hirnsperger und denkt schon einen Schritt weiter. "Wenn sich in jeder Gemeinde im Bundesland nur ein Privater fände, der ebenfalls ein Haus baut, könnten wir 119 Familien eine Heimat bieten."

Der 63-Jährige ist regelmäßig in Kontakt mit Flüchtlingen. Wie 50 andere Ehrenamtliche unterrichtet er in der Schwarzenbergkaserne drei Mal in der Woche Deutsch. Er sei keineswegs für die totale Öffnung der Grenzen. "Aber denen, die da sind, muss man helfen." Flüchtlinge in direkter Nachbarschaft unterzubringen sei der beste Weg, sie zu integrieren. Der Ex-Vizebürgermeister ist auch Maler und Bildhauer und hat in seinem Garten ein Lese-Ei aus Lärchenholzschindeln gebaut, das über eine Leiter zu erreichen ist.

Quelle