Salzburger Fürstenhof

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Der Salzburger Fürstenhof, der fürsterzbischöfliche Hof, war die äußere Struktur und Gesellschaft, die sich um den Fürsterzbischof gebildet hatte.

Allgemeines

Fürsterzbischof Pilgrim II. von Puchheim (13651396) war der erste Fürsterzbischof, der in Salzburg einen glänzenden Hofstaat gründete und Salzburg mitteleuropaweit zu einem Mittelpunkt höfischer Kunst und Kultur machte.

Der Salzburger Fürstenhof bestand aus einer großen Anzahl von Personen - Diener (Lakaien), Beamte, Hofräte, Künstler und andere Mitesser -, die auf Kosten des Fürsterzbischofs bezahlt oder verpflegt wurden.

Zur Versorgung dieses durchaus mehr als eintausend Personen umfassenden Fürstenhofes waren auch zahlreiche Einrichtungen entstanden. So beispielsweise die Hoffischerei, die Hofbäckerei oder die Alte fürsterzbischöfliche Hofapotheke.

Für Weiterbildung und Kunst standen z. B. die Salzburger Hofbibliothek dem Fürsterzbischof und hohen Beamten zur Verfügung. Die Salzburger Hofmusik erreichte bis zur Auflösung des Hofstaates 1807 zeitweise europäisches Spitzenniveau.

Ging ein Erzbischof auf Reisen, so folgte ihm der Hofstaat, was natürlich auch das Reisen teuer werden ließ.

Die Kosten für die Hofhaltung wurden zum größten Teil vom Generaleinnehmer-Hofzahlamt bestritten, das der Hofkammer angegliedert war. Aus der Privatschatulle eines Fürsterzbischofs, dem sogenannten Kammergut, bezahlte er besonderen Lebensführungswünsche. Kammergut war das persönliche Vermögen eines Fürsterzbischofs.

Das Ministerium

Der fürsterzbischöfliche Hofstaat bestand in der Spätzeit des Fürsterzbistums Salzburg aus dem sogenannten Ministerium und den diesem unterstehenden Stäben.[1]

Hochfürstliche Minister waren

Das Ministerium war mit der Leitung des Hofstaates, aber nicht mit der Regierung des Erzstiftes befasst. Zu dieser bediente sich der Fürsterzbischof der Hofkanzlei und sogenannter Dikasterien (die dem heutigen Begriff der Ministerien nahekämen), nämlich des Hofrates, der Hofkammer, der Deputation der auswärtigen Geschäfte und dem Hofkriegsrat. Protokollarischer Natur waren die Erbämter, deren Inhaber nicht dem Hofstaat angehörten.

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau

Erst in jüngster Zeit fanden der Salzburger Historiker Gerhard Ammerer und die Projektgruppe zur Erforschung der Salzburger Residenz heraus, dass Wolf Dietrich von Raitenau ein prunkvolles Hofleben führte, die Verwaltung vergrößerte, aber sie zu ökonomisieren versuchte, und als absoluter Herrscher regierte. Er rechercherierte in Besoldungslisten, die auf einen großen Hofstaat schließen lassen, wie er zu dieser Zeit im europäischen Bereich üblich war. Tanz- und Fechtmeister kamen aus Frankreich, Musiker und Sänger aus Italien. Die Livreen der Bediensteten entsprachen der neuesten Mode und wurde von Frankreich beeinflusst. Auch das Hofzeremoniell war streng geregelt. So war etwa festgelegt, wer wohin gehen durfte, wer sitzen durfte und auf welchem Polstermöbel.

Neuere Forschungen (2009) haben aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals.[2]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Hiezu und zum Folgenden Lorenz Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, Zweiter Band (Statistik), Salzburg 1793. S. 885 f.
  2. Quelle Beitrag Salzburg heute am 21. Februar 2009