Schatz-Durchhaus

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
im Schatz-Durchhaus
Die Cafe Konditorei Schatz im Schatz-Durchhaus
Das "Schützende Auge" über dem Eingang in der Getreidegasse

Das Schatz-Durchhaus ist ein Durchhaus in der Salzburger Altstadt. Es verbindet die Getreidegasse (Häuser Nr. 3 und 3A) mit dem Universitätsplatz (Haus Nr. 16) über einen kleinen Innenhof.

Entstehung

Das Durchhaus ist - wie auch die anderen Durchhäuser an der Getreidegasse zum Universitätsplatz - entstanden, als ein Teil des Frauengartens zur Errichtung einer zweiten Häuserreihe hinter der Getreidegasse durch die Salzburger Erzbischöfe geöffnet wurde. Unter den ersten Besitzern sind unter anderem Mitglieder der Familie Keutzl zu nennen.

Name

Der Name geht auf den Drechsler[1] Josef Schatz zurück, der 1836 das Faktor-Mayr-Haus (Getreidegasse 3) erwarb und dort bis 1880 eine Drechslerei führte. Sein Sohn, Josef Schatz der Jüngere, führte die Drechslerei fort, aus der später das Spielwarengeschäft Josef Schatz hervorging. Dessen Bruder, Carl Schatz gründete 1877 die Café-Konditorei Schatz, die sich etwa in der Mitte des Durchhauses befindet und dort auch heute noch existiert.

Geschäfte

Wo sich heute das Schuhhaus J U R Denkstein befindet, befand sich bis in die 1950er-Jahre das Bürstengeschäft Niedermann. In der Zwischenkriegszeit gab es im Hof einen Friseursalon. Im zweiten Hof gab esi von 1899 bis 1927 eine Weinstube sowie von 1898 bis 1904 das Textilunternehmen Opferkuch. In dieses Geschäft zog später Schuhgeschäft Kremsmayer.

Archäologie

Bei Grabungsarbeiten 1994 wurde ein Keller freigelegt, in dem man Fundamente eines Turmhauses freilegte.

Erwähnenswert

Über dem rundbogenförmigen Eingangsportal zum Schatz-Durchhaus in der Getreidegasse befindet sich in der Mitte ein "Schützendes Auge", mittig in einen Dreieck, umgeben von einem Strahlenkranz, beidseits geschmückt mit je einer Ranke, sowie darunter eine halbbogenförmige Banderole mit der Inschrift:

"Gottes Auge schütz' dieses Haus - und was da gehet ein und aus."

An der Decke im Durchhaus hängen ein Walknochen und ein Haifisch. Diese kuriosen Schaustücke erinnern symbolisch an den weitläufigen Handel der im Durchhaus einst ansässigen Faktoreien mit Nordeuropa und mit Südeuropa.

Eine Gedenktafel erinnert an den Aufenthalt in Salzburg von August Bebel (* 1840; † 1913), einem der Begründer der organisierten sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in Deutschland.

Im ersten Stock befand sich das Lokal Zur Weinstube, allerdings nur für knapp drei Jahre um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert.

Bildergalerie

Quellen

Einzelnachweis