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Sonnenuhr (Schloss Hellbrunn)

Sonnenuhr im Hof vor dem Schloss Hellbrunn Blick von Süden
Sonnenuhr im Hof vor dem Schloss Hellbrunn Blick von Süden
Die Sonnenuhr von Schloss Hellbrunn befindet sich in der Stadt Salzburg im Ehrenhof auf der einstigen Schlosskapelle von Hellbrunn .

Geschichte

Die Sonnenuhr wurde fast sicher schon im Jahr 1615 unter Fürsterzbischof Markus Sittikus gestaltet, wenngleich sie auf den spärlichen Bildern der Erbauerzeit nur zu erahnen und nicht zu erkennen ist. Sie fügte sich am damals neu errichteten Giebel nahtlos und schlüssig in die umgebende ornamentale Gestaltung des Erbauerjahres und ihre Symbolik von Hellbrunn ein. Am Giebel weist der steinerne Pinienzapfen auf die Fülle des Lebens hin, seitlich symbolisieren die dortigen Kugeln der Erbauerzeit Sonnen. Auch die Uhr ist als goldene Sonne mit einem umgebende Strahlenkranz als Halbstundeneinteilung gestaltet. An verschiedenen Orten der Zufahrt zum Schloss, im Ehrenhof, im Park, beim Monatsschlössl etc. symbolisieren die dortigen Obelisken (der Erbauerzeit) erneut versteinerte Sonnenstrahlen. Die Uhr befindet sich an der der Nordseite des Hofes und ist dort nach Süden hin und ist über der seinerzeitigen Kapelle zum heiligen Borromäus angebracht. Als Freskomalerei gestaltet ist sie gerade an diesem Ort ein damals häufiges Vanitas-Symbol: Die Zeit ist begnadet reich, aber alles vergeht, alles ist eitel. (Einzig die Farbe der Fassaden war zur Zeit der Erbauung anders, nämlich viel heller bzw. fast weiß. bei einer solchen Fassadenfarbe kamen die Sonnenstrahlen der Uhr deutlicher zur Geltung. Die heutige Fassadenfarbe, ein Schönbrunner Gelb stammt wohl aus der Zeit der Monarchie.)

Direkt hinter der Sonnenuhr befindet sich kaum sichtbar ein winziges Glockenstübchen mit einer Glocke des Jahres 1615. Diese älteste Glocke des Turmes ertönt auch heute noch zu besonderen Anlässen, etwa bei Hochzeiten. Der Historiker und Theologe Michael Neureiter ist auf Grund der Unterlagen ebenfalls davon aus, dass die Sonnenuhr an der Nordwestseite des Hofes aus dem Jahr 1615 stammt. Als bewusstes Gegenstück zur Sonnenuhr befindet sich im gegenüber liegenden Turm aus der Erbauerzeit (d. h. über der heute dorthin verlegten Schlosskapelle) eine Turmuhr und im dortigen kleinen Turm zwei weitere Glocken.

Anzeige der Uhrzeit

Die Sonnenuhr zeigt auch heute relativ genau die (Winter)Zeit an. Nachdem die einstige Salzburger Lokalzeit mit der heutigen mitteleuropäischen Zeit nicht mehr übereinstimmt, dürfte die Uhr irgendwann geringfügig nachjustiert worden sein.

Das Bild rechts wurde am 23. Dezember 2015 um 09:32 Uhr (MEZ) aufgenommen. Der Schatten des Eisenstabes zeigt eine Zeit zwischen IX (9) und X (10) an. Die volle Stunde ist jeweils geteilt in Halbstunden, farblich gelb und blau.

Quelle