Urmattsee

Aus Salzburgwiki
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Der Urmattsee war ein heute nicht mehr existierender See.

Geografie

Er befand sich auf dem Höhenniveau von 525 m ü. A.[1] bzw. 515 m ü. A.[2] an Stelle der drei Trumer Seen (503 m ü. A.) im Flachgau im Land Salzburg. Der Urmattsee ist auf historischen Karten im Erzbistum Salzburg noch bis ins 18. Jahrhundert verzeichnet.[3] Geologen haben die ihm zugehörige Uferlinie durch eine Humusschicht im blaugrauen Seeton nachweisen können.

Im Norden des Salzachgletschers bildete der aus Flysch bestehende Haunsberg und der Buchberg, sowie die Endmoräne im Nordosten das Mattseebecken. Die Eisschmelze im frühen Spätglazial (vor 19 000–17 000 Jahren) führte zur Bildung des Salzburger Sees und des Urmattsee. Seinen Abfluss hatte er über die Talfurche von Niedertrum, Wichenham und Astätt nach Norden. Das Seeniveau begann auf 505 m zu sinken. Aber erst nach einem weitere Absinken auf 500 m bildete sich eine ausgedehnte Verlandungszone um Zellhof, was zur Trennung in drei Seen, die Bildung des Abflusses aus dem Grabensee über die Mattig durch die Endmoräne im Norden und eine Umstellung des hydrologischen Systems zur Folge hatte. Dies geschah vor etwa 10 000 Jahren.

Mit dem Einpendeln auf die heutige mittlere Höhenlage von 503 m ü. A. verschwand der Urmattsee. Er zerfiel erst nach etwa 1800 zu Obertrumer See, Mattsee und Grabensee. Der ursprüngliche Verbund als ein See statt der drei Seen wurde zuletzt auf einer Karte von Franz Freiherr von Schrötter dargestellt, mit welcher die Topographie desjenigen Distrikts der bayerischen Lande beschrieben wird, die 1779 durch die Friedenskonvention zwischen der Maria Theresia von Österreich und dem König in Preußen, geschlossen in Teschen den 13. Mai 1779, von Österreich in Besitz genommen wurden. [4]

Zwischen dem Mattsee und dem Obertrumer See bestand eine See-Enge. Diese wurde 1828 aufgeschüttet. Die damals bestehende „Schiffsüberfuhr" ersetzte man durch die Johannisbrücke. Seither ist der Mattsee nur noch durch einen schmalen Kanal mit dem Obertrumer See verbunden.

Mattsee und Obertrumer See waren bis zur Neuzeit noch miteinander verbunden und bestand zwischen beiden eine See-Engstelle mit einer Schiffsüberfuhr (vgl. Ortsteil-Name Überfuhr). Diese Engstelle wurde 1828 aufgeschüttet und beide Ufer mit der Johannisbrücke verbunden. [5].

Quellen

  • www.geoglobe.at Horst Ibetsberger, Paul Jäger, Markus Häupl: Der Zerfall des Salzachgletschers und die nacheiszeitliche Entwicklung des Salzburger Gewässersystems aus der Sicht der Wiederbesiedlung der Salzburger Gewässer mit Fischen

Einzelnachweise

  1. laut Quelle Horst Ibetsberger, Paul Jäger, Markus Häupl
  2. laut Seefeldner, Seite 495, und Zick, Patzner Seite 1
  3. Historische Landkarte, Erzbistum Salzburg, Mercator Atlas, 1595
  4. Franz Freiherr von Schrötter, 1779, Topographische Karte des Innviertels
  5. www.zobodat.at Der Mattsee und seine Molluskenfauna, Daniela Zick, Robert Patzner, 2006