Mattsee (See)

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der Blick geht nach Nordwesten in Richtung Oberes Innviertel
Lage des Mattsees auf Googlemaps
Blick vom Schlossberg in die Weyerbucht des Mattsees
Mattseepanorama vom Mattseer Strandbad aus
Schiffs-Anlegesteg Mattsee
Mattsee-Ostansicht von Gebertsham aus
Grabensee, Mattsee, Obertrumer See - Panorama
Wieder auf Mattsee zu
Fahrt in Richtung Weyerbucht

Der Mattsee ist ein Badesee und befindet sich im Salzburger Seengebiet im Flachgau.

Geografie

Er ist einer der drei Trumer Seen und liegt auf 502,9 m ü. A., hat eine Fläche von 3,6 km² bei einer Länge von 4,425 km und einer maximalen Breite von 1,425 km; seine maximale Tiefe beträgt 42 m und stellt ein Volumen von 61,4 Mio. m³ dar.

Der See gehört zur Gänze zum Marktgemeindegebiet von Mattsee. Im Nordosten jedoch gehören seine Ufer zur oberösterreichischen Gemeinde Lochen am See (Niedertrum).

Hydrogeografie

Der Mattsee hat keine oberirdischen natürlichen Zuflüsse. Er wird aus unterirdischen Quellen gespeist und ist im Westen durch einen schiffbaren Kanal mit dem Obertrumer See verbunden.

Entstehung

Die Erhebungen des Hauns- und Buchberges, bestehend aus Flysch, zerlegten den östlichen Teil des Salzachgletschers in einzelne Zungen. Eine dieser Zungen bildete das Mattseebecken. Nach Abschmelzen des Mattseegletschers im Spätglazial bis zum Bühl-Stadial (18 500 bis 18 000 v. Chr.) entstand ein einziger See, der Urmattsee, dessen Wasserspiegel mit 525 m ü. A. etwa an die 25 Meter höher lag als der heutige Mattsee.

Über die Talfurche von Astätt erfolgte die Entwässerung nach Norden.

Nach Stillstandslagen bei 510 m ü. A. bis ungefähr 10 000 v. Chr. führte der Durchbruch der Mattig durch die Endmoräne nördlich des Grabensees zur Absenkung des Wasserspiegels auf die jetzige Höhenlage von ca. 503 m ü. A. Dadurch erfolgte eine Dreiteilung des Ursees in Mattsee, Obertrumer See und Grabensee. Die Entwässerung des Mattsees erfolgt nach Norden zum Inn.

Der Seespiegel bei Mittelwasser beträgt derzeit 502,73 m ü. A. (dafür fehlt allerdings die Quellenangabe). Im Juli 2019 betrug der Seespiegel bei Mittelwasser 501,4 m ü. A..[1]

Geologie

Der Mattsee liegt in der dem Flyschsockel aufgelagerten Moränenlandschaft des Mattseegletschers, einem Lappen des Salzachgletschers. Der Schlossberg Mattsee und der Wartstein gehören zur Helvetischen Zone. Diese besteht vorwiegend aus leicht zerstörbaren Mergeln, doch sind fallweise harte Bänder aus Kalksandstein (Nummulitensandstein) mit viel Quarz eingelagert. Südlich davon liegt die Flyschzone aus Mergel, Sandstein, Tonschiefer und Kalk.

Früher Namen

Ein früherer Name des Sees war Niedertrumer See.

Wasserzustand 2008

Die Gesamt-Phosphorkonzentrationen liegen im großen Becken des Mattsees gegenwärtig bei 8 mg/m³. Der See liegt damit, wie auch im Vorjahr, im Bereich geringer Nährstoffbelastung, was seinem Referenzzustand entspricht. Der Stickstoffgehalt von ca. 180 mg/m³ liegt ebenfalls im Bereich des Vorjahres. Diese Nährstoffmengen werden erfahrungsgemäß zu keinen Algenmassenentwicklungen im Sommer im Freiwasser führen.

Die Sichttiefen von mehr als 4,5 m entsprechen ebenfalls etwa den Vorjahrswerten.

Im kleinen seichten Niedertrumer Becken, das auf externe Einträge rasch reagiert, lag die durchschnittliche Phosphorkonzentration von rund 11mg/m³ im Bereich des Vorjahres. Der Nitratgehalt von 130 mg/m³ entsprach etwa den Vorjahreswerten.

Naturschutz

Der See gehört zum Naturschutzgebiet Obertrumer See. Rund um den Mattsee findet man auch heute noch viele Sumpfgebiete mit Birkenland, Moosen und Schilflandschaft.

Geschichte

Am 1. Juli 1874 ging der Mattsee in das Eigentum des Landes Salzburg über.

Die Römerstraße im Mattsee

Auf Flugaufnahmen des Mattsees sieht man deutlich den Streifen, auf der sich einst die alte Römerstraße durch das Gebiet zog, das heute von Wasser überflutet ist. In der Römerzeit war es eine Straße, die vermutlich zwischen zwei eingedämmten Seebecken hindurchführte. Der Wasserspiegel lag damals wohl ein wenig tiefer als es zu heutiger Zeit der Fall ist.

Hungersteine

Am Rande des kleineren und seichten Niedertrumer Becken vor Gebertsham liegt in Mitten des Mattsees eine Untiefe. Bei Niedrigwasser zeigen sich dort die Hungersteine. Deren Name ist abgeleitet von der Gefahr einer Hungersnot, die drohen kann, wenn es in Dürrezeiten zu extremen Niedrigwasser in den Gewässern kommt, sodass im Flussbett oder am Gewässergrund als deren Zeichen die 'große Steine' sichtbar werden.[2]

Die Sage einer versunkenen Stadt im Mattsee

Eine Sage erzählt, dass es im idyllisch gelegenen Mattsee eine Stelle gibt, von der aus Fischer bei klarem Wetter und spiegelglatter Seefläche in der Tiefe der Flut wiederholt eine versunkene Stadt erblickt haben wollen. Sie soll aus der Heidenzeit stammen und deutlich sollen Türme und Häuserzeilen wahrnehmbar sein. Über den Namen dieser Stadt, ihre Einwohner und ihr Schicksal fehlt aber jede Kunde.

Veranstaltungen

Seit 1982 findet am Mattsee jährlich das Seefest Mattsee statt.

Siehe auch

Panoramabilder

Panoramaaufnahme: Der Mattsee im Norden von Mattsee, Ansicht von Südwest nach Nordost
Panoramaaufnahme: Der Mattsee, gesehen im Norden von Mattsee von der alten Mattseer Landesstraße, Ansicht von Südwest nach Nordost

Bilder

 Mattsee (See) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Mattsee (See) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • www.salzburg.gv.at
  • Salzburg Archiv, Band 15; Nachwort der Herausgeber: Über den Verfasser des beinhaltenden Buches "Aus Salzburgs Sagenschatz" von Rudolf von Freisauff. Salzburg 1993 (Freunde der Salzburger Geschichte).
  • Land Salzburg/Gewässerschutz/Trumerseen/Hydromorphologische Seenaufnahme mit Uferzonierung, Schilf und Makrophyten 2000/2009 (Quelle bei Kontrolle am 10. Juli 2019 nicht mehr verfügbar)
  • Die großen Seen Salzburgs: Wallersee, Mattsee, Obertrumer See und Grabensee, Land Salzburg • Reihe Gewässerschutz • Band 17 • 2015 (Quelle bei Kontrolle am 10. Juli 2019 nicht mehr verfügbar)

Einzelnachweise

  1. Quelle www.salzburg.gv.at Hydrografischer Dienst des Landes Salzburg
  2. Wikipedia.de/Hungerstein (Gewässergrund)