Weihnachtsbräuche in Österreich

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Titelbild Buch Weihnachtsbräuche in Österreich

Buchtipp Weihnachtsbräuche in Österreich

Autor: Reinhard Kriechbaum
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN 978-3-7025-0627-8

Rezension 1

Sehr gut Recherchiertes und Geschriebenes über lebendige Bräuche

Vorweg, es ist kein Führer durch den Dschungel österreichischer Weihnachtsmärkte (mit einigen ganz wenigen Ausnahmen)! Reinhard Kriechbaum führt den Leser vielmehr auf Spuren bekannten und weniger bekannter Bräuche quer durch Österreich. In sehr unterhaltsamer Sprache klärt er Irrtümer auf, schildert Hintergründe und bringt manch altes Kulturgut ans Tageslicht. Schon seine Überschriften sind treffend und machen den Leser neugierig:“Schluss mit lustig“, „Post im Hause Davids“, oder „die Indianer im Pinzgau“ mögen Beispiele dafür sein. Das Kapitel für mich ist jenes mit dem Titel „Für Textvergesser und Melodienverdreher“! Kriechbaum gibt mir da den Tipp im Steirischen Heimatwerk nachzufragen, wo ich neben Weihnachtsliedern auch rund 25.000 Weihnachtsgeschichten nachlesen kann. Der Krampus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen im Alpenraum nimmt breiten Raum ein. Dass die „Die Wilde Jagd vom Untersberg“ ein junger Brauch (1949) ist, den der Salzburger Volkskundler Kuno Brandauer wieder entdeckt haben will, erfährt der Leser ebenso, wie die Geschichte „das Jesukind klaut eine Spielkarte“ oder dass es keinen Bauern-Christbaum gibt. Krippenkunde, Schifferlsetzen, weiße Luzeln mit dem Kochlöffel, Klöpfernächte, Schnapsperchten, Kaleda, Kirchleintragen, Aperschnalzen, Silvesterknallerei, Christkindl anschießen, das Schaulaufen der Glöckler und viele andere interessante Themen bringt Kriechbaum in seinem Buch.

Besonders viele Bräuche findet man aus dem Salzburger Land (Auszug): einer der wenigen erwähnten Weihnachtmärkte ist der Salzburger Christkindlmarkt, der Krampuslauf im Gasteinertal mit über 80 Passen, das Original Salzburger Adventsingen, das Dürrnberger Klöckelsingen, das Oberndorfer Frauentragen, über das Filzmooser Kindl und anderes mehr;

Bei jedem Kapitel bekommt der Leser auch auf drei wichtige Fragen Antwort: wo findet wann der beschriebene Brauch statt und wo bekommt man weitere Information. Bei Lesen der über 180 Seiten bin ich immer wieder auf Neues, mir Unbekanntes gestoßen, z. B. dass in den 1960er Jahren der Adventkranz in Teilen Österreichs noch unbekannt war, dass „Maria Empfängnis“ eigentlich nicht am 8. Dezember sondern 25. März wäre oder dass der Weihnachtsbaum eine protestantische „Erfindung“ ist, die es in Salzburg erst seit etwa den 1820er Jahren gibt. Im Register findet man übersichtlich alle Bräuche und Orte, die im Buch erwähnt sind. Gute Bilder geben einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Weihnachtsbräuche in unserem Land.

Die handliche Form, die sehr gut lesbare Schrift, der unterhaltsam und informative Stil Kriechbaums und die insgesamt sehr ansprechende Gestaltung dieses Buches sind wirklich gute Gründe, dieses Buch, das von Bräuchen in den kältesten Monaten des Jahres handelt, wärmstens zu empfehlen!

Rezension 2

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