Kuno Brandauer

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Kuno Brandauer, historisches Bild aus den 1960er Jahren in Thalgau

Regierungsrat Kuno Brandauer (* 27. Mai 1895 in Hellbrunn; † 17. April 1980 in der Stadt Salzburg) war Bediensteter für das Land Salzburg, Volkskundler, Trachtenforscher und Leiter der Dienststelle für Heimatpflege im Amt der Salzburger Landesregierung.

Leben

Kuno Brandauer wurde in Hellbrunn als Sohn des Gastwirtes und Heimatforschers Leopold Brandauer II., Mitglied im Trachtenverein "Alpinia" zu Salzburg, geboren. Er wurde bald zu einer wichtigen Führungskraft im Salzburger Landestrachtenverband. Vor allem bemühte er sich unermüdlich um die Wiederbelebung und Erneuerung der Salzburger Trachten- und Brauchtumspflege. Bald wurde er Schriftführer und ab 1931 Verbandsobmannon. In der Trachtenpflege war es ein bemerkenswerter Schritt, dass Kuno Brandauer mit seinen Mitarbeitern ihre Vorlagen für die Trachtenerneuerung nicht in den biedermeierlichen Spätformen samt ihren vielfach dunklen und oft auch schwarzen Farbtönen und den damals üblichen schweren Stoffen suchte, sondern sich an der farbenfrohen Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts (Barock und Rokoko) orientierte.

In der Brauchpflege gab Kuno Brandauer wesentliche Anregungen zur Wiederbelebung fast vergessener Bräuche, etwa das Aperschnalzen im Flachgau und im Rupertiwinkel durch Einführung eines Wettkampfgedankens. Mit der Erneuerung des Tanzes der Jakobischützen und dem Bindertanz war er sich auch an die Erneuerung von Bräuchen, Dort wo Teile der fast vergessenen Bräuche nicht mehr bekannt waren, ergänzte er sie fachkundig.

Brandauer wurde bereits 1931 Mitglied der NSDAP und wirkte während der Zeit des Nationalsozialismus in der SS und den propagandistischen Volkserziehungsinstituten "Amt Rosenberg" und "SS-Ahnenerbe". 1934 trat er aus der Kirche aus. Er sprach sich öffentlich dafür aus, Juden deutsche Vornamen und das Tragen von Trachten zu verwehren. Gemeinsam mit dem Volkskundler Richard Wolfram hatte er den politischen Auftrag, den ehemaligen Salzburger Landestrachtenverband 1939 in die rassistische SS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das Ahnenerbe" Heinrich Himmlers aufzunehmmen. Seine Sympathie und Zugehörigkeit zur Bewegung des Nationalsozialismus führte in der Nachkriegszeit zu Diskussionen über seine Einstellung, die ihm schließlich im Fach Volkskunde verwehrt wurde. Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Leiterin des Landesinstituts für Volkskunde findet es als Volkskundlerin unverständlich, dass Kuno Brandauer nach 1945 als Heimatkundler arbeiten durfte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Stadt Salzburg eine Dienststelle für Heimatpflege im Amt der Salzburger Landesregierung eingerichtet, in der Kuno Brandauer als Leiter arbeitete. Unter anderem setzte er sich für viele Vereine ein und sorgte dafür, dass Vereine wie Musikkapellen, Schützenkompanien und andere Heimatvereine eigene Trachten bekamen. Unter anderem hat er die Tracht der Mühlbacher Holzmusi der originalen Tracht der Mitterberger Knappen aus dem 16. Jahrhundert nachempfunden. Am 17. April 1980 verstarb Regierungsrat Kuno Brandauer in Salzburg.

Brandauer war Mitbegründer des Salzburger Blasmusikverbandes. An ihn erinnern unter anderem ein Denkmal auf dem Mönchsberg, die Kuno-Brandauer-Straße in Riedenburg sowie die Kuno-Brandauer-Medaille, die aber seit dem Jahr 2011 nicht mehr verliehen wird.

Quellen