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Kuno Brandauer

Kuno Brandauer, historisches Bild aus den 1960er Jahren in Thalgau

Kuno Brandauer (* 27. Mai 1895 in Hellbrunn; † 17. April 1980 in Salzburg) war Regierungsrat, Bediensteter für das Land Salzburg, Volkskundler, Trachtenforscher und Leiter der Dienststelle für Heimatpflege im Amt der Salzburger Landesregierung.

Leben

Kuno Brandauer wurde in Hellbrunn als Sohn des Gastwirtes Leopold Brandauer II., Mitglied im Trachtenverein "Alpinia" zu Salzburg, geboren.

Brandauer wurde bereits 1931 Mitglied der NSDAP und wirkte während der Zeit des Nationalsozialismus in der SS und den propagandistischen Volkserziehungsinstituten "Amt Rosenberg" und "SS-Ahnenerbe". 1934 trat er aus der Kirche aus. Er sprach sich öffentlich dafür aus, Juden deutsche Vornamen und das Tragen von Trachten zu verwehren. Gemeinsam mit dem Volkskundler Richard Wolfram hatte er den politischen Auftrag, dens der ehemalige Salzburger Landestrachtenverband 1939 in die rassistische SS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das Ahnenerbe" Heinrich Himmlers aufzunehmmen. Seine Sympathie und Zugehörigkeit zur Bewegung des Nationalsozialismus führte in der Nachkriegszeit zu Diskussionen ob seiner Einstellung, die ihm schließlich im Fach Volkskunde verwehrt wurde. Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Leiterin des Landesinstituts für Volkskunde findet es als Volkskundlerin unverständlich, dass Kuno Brandauer nach 1945 als Heimatkundler arbeiten durfte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Salzburg eine Dienststelle für Heimatpflege im Amt der Salzburger Landesregierung eingerichtet, wo Kuno Brandauer der Leiter war. Unter anderem setzte er sich für viele Vereine ein und sorgte dafür, dass Vereine wie Musikkapellen, Schützenkompanien und andere Heimatvereine eigene Trachten bekamen. Unter anderem hat er die Tracht der Mühlbacher Holzmusi der originalen Tracht der Mitterberger Knappen aus dem 16. Jahrhundert nachempfunden. Am 17. April 1980 verstarb Regierungsrat Kuno Brandauer in Salzburg.

Brandauer war Mitbegründer des Salzburger Blasmusikverbandes. An ihn erinnern unter anderem ein Denkmal auf dem Mönchsberg, die Kuno-Brandauer-Straße in Riedenburg sowie die Kuno-Brandauer-Medaille.

Quellen