Zementwerk Leube GmbH

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Zementwerk Leube, Aufnahme vom Oberalmberg aus
Zementwerk Leube, Gesamtansicht 2010
Zementwerk der Gebrüder Leube in Gartenau/Grödig, östliche Ansicht
Zementwerk Leube, der neue Wärmetauscherturm
Gesteinsabbau der Fa. Leube am Guetratsberg und Werksansicht; Aufnahme vom Untersberg aus
Leube Kalkwerk Tagger in Golling mit Steinbruch beim Ofenauer Berg
Leube Tagger Werk in Golling

Die Zementwerk Leube GmbH ist ein Unternehmen in der Tennengauer Stadt Hallein im Stadtteil Taxach. Es feierte im Mai 2008 den 200. Geburtstag des Firmengründers Ernst Gustav Leube.

Geschichte

Der Abbau von Kalkmergel am Gutratberg ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentiert. 1848 kaufte Evelyn Freiin von Hammer-Purgstall Schloss Gartenau. Ihr Gatte, Adolf von Berndt, begann mit der Zementgewinnung. Mit sechs Arbeitskräften wurden ab dem Jahr 1854 zwölf Tonnen Zement gewonnen. Durch die stark steigende Nachfrage erhöhten sich 1859 die Anzahl der Arbeitskräfte auf 55 und die Produktionsmenge auf 2 000 Tonnen. 1864 brach der Absatz stark ein und das gesamte Gebiet musste verkauft werden. Dr. Ernst Gustav Leube erwarb das Schloss, den Mergelsteinbruch und die Werksanlagen in Gartenau, das heute zur Stadtgemeinde Hallein gehört. Dieser ließ, für die damalige Zeit einzigartig, Wohnhäuser für seine Arbeiter und eine Arztpraxis, das Doktorhaus, errichten.

Die Besiedelung des Plateaus am Gutratberg entwickelte sich bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem kleinen Dorf Gutratberg. Durch die Ausweitung des Steinbruchs mussten die Höfe aber nach und nach aufgegeben werden.

In den 1980er-Jahren beschoss die Geschäftsführung die Restaurierung der Gutratkapelle.

Heute gilt das Unternehmen als ältestes Zementunternehmen der Welt, das noch immer von der Gründerfamilie geführt wird. Denn der Geschäftsführer, Rudolf Zrost, ist der Urururenkel des Gründers.

Unternehmensgruppe

Zur Unternehmensgruppe gehören neben dem Zementwerk Leube in Gartenau auch das Kalkwerk Tagger in Golling, die Vertriebsgesellschaft Leube Baustoffe Nfg[1] Gmbh & Co KG und die Ebenseer Betonwerke GmbH & Co KG in St. Leonhard sowie die Lusit Betonelemente GmbH & Co KG in St. Martin im Innkreis in Oberösterreich.

2007 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe rund 96 Mill. Euro, um fünf Millionen mehr als 2006 und beschäftigt 370 Mitarbeiter.

Beitrag zum Klimaschutz

Im Oktober 2010 nahm das Unternehmen die neue Klinkerproduktionsanlage in Betrieb. Voran gegangen waren Investitionen in der Höhe von 31 Millionen Euro, die größten des Unternehmens in den letzten 50 Jahren. Neben zahlreichen Erneuerungen wurde auch ein Klinkerkühler samt Entstaubungsanlage und ein fünfstufiger Wärmetauscherturm von einhundert Meter Höhe errichtet. Das Gebläse wurde in den Keller des Turms verlegt, um den Lärm für die Anrainer zu reduzieren.

Im Turm wird das Steinmehl mit Abwärme aus dem Ein-Ofen-System bis auf 1 100 Grad Celsius vorgewärmt werden. Dann erst wird es im Ofen bei 1 450 Grad Celsius gebracht. Im Vergleich: die alten zwei Drehrohröfen brachten es lediglich auf 800 Grad Celsius Vorwärmetemperatur. Durch die effizientere Nutzung der Wärme im neuen Wärmetauscherturm können nun pro Jahr rund 8 000 Tonnen Kohle gespart werden, was einem durchschnittlichen Wärmeverbrauch von 2 500 Einfamilienhäusern entspricht. Eine weitere Reduktion betrifft die bisherigen 320 Lkw-Fahrten pro Jahr. Der Ausstoß an Kohlendioxid wird nun um 30 000 Tonnen pro Jahr sinken.

Zusätzlich wurde an der Königsseeache ein betriebseigenes Kleinkraftwerk und eine Stromtankstelle errichtet. Da die Fließgeschwindigkeit der Königsseeache nicht für die Stromerzeugung mit herkömmlichen Turbinen ausreicht, kommt die spezielle Hamann-Turbine zum Einsatz. Diese Turbine hat einen Durchmesser von 2,5 Meter und ist sechs Meter lang. Sie versorgt die Stromtankstelle und bis zu 100 000 Kilometer pro Jahr können mit dem erzeugten Strom dann zurück gelegt werden.

Brand

Am 8. Februar 2011 kam es am späten Nachmittag zu einem Glimmbrand im Kohlestaubsilo. Nach Eintreffen der Feuerwehr kommt es zu einer Staubexplosion und es wird Großalarm ausgelöst. Gegen 19:30 Uhr war dann der Brand unter Kontrolle. Es waren dann Löschmannschaften der Freiwilligen Feuerwehr Hallein, Freiwilligen Feuerwehr Bad Dürrnberg, Freiwilligen Feuerwehr Niederalm, Freiwilligen Feuerwehr Anif, Freiwilligen Feuerwehr Golling und Freiwilligen Feuerwehr Eugendorf bis 2:30 Uhr des 10. Februars mit dem Löschen beschäftigt. Allein die Freiwilligen Feuerwehr Hallein hatte 59 Personen im Einsatz. Zwei Feuerwehrleute und ein Arbeiter des Unternehmens wurden bei der Staubexplosion verletzt.

Ausgebrochen war der Brand bei Reinigungsarbeiten in einem Brennstoffsilo.

Weblink

Quellen

Fußnote

  1. Nfg = Nachfolgegesellschaft, eine neue Rechtsform eines Unternehmens