Schloss Gartenau

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Schloss Gartenau
Karte

Das Schloss Gartenau befindet sich in der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Hallein.

Lage

Schloss Gartenau liegt in der Katastralgemeinde Taxach am nördlichen Fuß des Gutratsberges an dessen Westflanke oberhalb der Königsseeache, die den Berg in einem Halbbogen umfließt und die Bezirksgrenze zum Flachgau bildet. Von Schloss Gartenau aus hat man einen schönen Blick auf den Untersberg, Teile von Sankt Leonhard und auf die Straße nach Berchtesgadener Straße zur Staatsgrenze Österreich-Deutschland (Bayern, Berchtesgadener Land).

Geschichte

Der Name geht zurück auf "Kattenowe", die Bezeichnung für einen Gutshof im Jahr 1286, sowie auf "Gatenau", des 13. und 14. Jahrhundert.

Im 11. Jahrhundert soll bereits eine Gebäude erbaut worden sein, das 1122 zur Burg von Alten-Guetrath gehört haben soll. 1339 wurde ein Gut "Grafengaden" erwähnt. Um 1400 wandelte Rudolf Trauner, Pfleger des Pfleggerichts Glanegg, das Gut Grafengaden in einen Ansitz um. Bauherr war der aus der bayerischen Oberpfalz stammenden Graf Berengar I. von Sulzbach, auch als Stifter der Fürstpropstei Berchtesgaden bekannt.

Anfang des 14. Jahrhunderts fiel Gartenau dem Erzstift Salzburg zu. Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz begab um 1430 den Besitz als Lehen an die durch den Salzhandel reich gewordene Laufener Schiffsherrenfamilie Scheller, die sich seither "Scheller von Gartenau" nannten. Bereits 1343 wurde Konrad von Schellern als Salzausferge von Laufen urkundlich genannt. 1403 war Albrecht von Schellern ein Mitbesiegler des Igelbundes und 1430 Pfleger am Pfleggericht Laufen und Hallein. In dem von Fürsterzbischof Bernhard von Rohr 1473 einberufenen Landtag saßen Heinrich, Georg und Christoph von Schellern. Sebastian Scheller, der Sohn Christophs war der Letzte seiner Familie.

Nun ging Gartenau in den Besitz der Herren Panicher von Wolkersdorf über. 1546 ließ Hanns Panicher von Wolkersdorf, Gartenau und Kallerberg die Burg erneuern. Das Wappen der Panicher ist noch heute an der Außenmauer des Schlosses zu sehen.

1560 kam die Burg an Jakob Khuen-Belasy zu Lichtenberg und Gartenau, des Fürsterzbistums Rat und Landhauptmann, Pfleger in Mittersill und Mühldorf, ein Bruder des damaligen Salzburger Erzbischofs Johann Jakob Kuen von Belasy. Er ließ die Burg im südlich gelegenen Trakt wohnlich herrichten, neue feste Ringmauern aufführen und baute gegen Norden zwei runde Türme. Im Innern der Burg bezeugt eine mit den Wappen der Khuen-Belasy geschmückte Marmortafel diese Erneuerung.

Vom Nachfolger Ferdinand von Khuen-Belasy, salzburgischer Geheimer Rat, Oberstkämmerer und Stallmeister, ging Gartenau an die Herren von Ritz über. 1648 hatte es Friedrich von Ritz zu Gartenau, dem auch Ramseiden, Pürglstein, Grub und Elsenheim gehörten, in Besitz. Er starb 1681. Nun kam das Schloss an die Freiherren von Rehlingen. 1692 war Ferdinand Freiherr von Rehlingen Besitzer, dem sein Bruder Raimund Franz Freiherr von Rehlingen folgte, der altershalber Johann Friedrich von Rehlingen und Franz Josef Graf von Plaz als Administratoren einsetzte. 1717, nach dem Tode des Besitzers, beantragten die Administratoren, wegen Baufälligkeit des zum Fideikommiss Rehlingen gehörigen Schlosses, dessen Verkauf. Die Bewilligung wurde noch im gleichen Jahre erteilt mit der Klausel, dass dieser Edelsitz nicht „unter die tode Hand" kommen dürfe.

Gartenau wurde von nun an Privaten zu Erbrecht übergeben. Die erste Erbrechtsbesitzerin war die Witwe des Landrichters Kendler von Glanegg. 1775 kaufte das Schloss der k. k. Truchseß Götz von Hebenstreit. Der nördliche Trakt entstand um 1800. Nun wechselten rasch hintereinander die Besitzer, bis 1806 das Schloss in den Besitz des Holzmeisters Hieronymus Geisler und 1808 an dessen Erben kam. 1840 erwarb es Christian Hofer, der das Schloss an Ignaz Müller weiterverkaufte. Zu dieser Zeit war das Schloss einer Ruine gleich, in der die Raben aus und einfliegen konnten. Unter anderem war ein sehr schöner Holzplafond verschwunden. Müller ließ das Schloss wieder in Stand setzen und wohnlich einrichten. Müllers Sohn Johann verkaufte nach der Grundentlastung 1848 den Besitz an Evelyn Freiin von Hammer-Purgstall. Ihr Gatte Adolf von Berndt errichtete - nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass das Gestein sich zur Erzeugung von Zement eignen würde - eine kleine Zementfabrik und erzeugte damit auch Boden- und Dachplatten, Stiegenstufen und anderes mehr. Im Jahre 1864 erwarb Dr. Gustav Leube die Fabrik (heute Zementwerk Leube GmbH), sowie den Gutratberg und das Schloss Gartenau.

Schloss Gartenau steht seither in Privateigentum der Familie Leube. Das Schloss ist nicht zu besichtigen.

Ausstattung

In dem langgestreckten, rechteckigen Schloss sind im ersten Stockwerk Freskenreste des Vorgängerbaues erhalten. Sowohl im Schloss, als auch in der großen Schlosskapelle sind noch spätgotische Details zu finden.

Weblinks

Quellen