Anton Hager (Marzoll)

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Toni Hager

Anton Toni Hager (* 1950) ist Kfz-Mechaniker im Dienst der bayerischen Stadt Bad Reichenhall, Nebenerwerbsbauer auf einem über 500 Jahre alten Hof in Marzoll und Maibaumkraxler.

Vorgestellt

Der Slogan für kleine mit Schokolade überzogene Kekse passt auch zu Toni Hager aus Marzoll: "Wenn ich nur aufhören könnt!" Aber so wie Naschkatzen immer wieder zum süßen Produkt greifen, will der Kfz-Mechaniker und Nebenerwerbsbauer aus der bayerischen Nachbarschaft gar nicht loskommen von seiner Leidenschaft. Die heißt Maibaumkraxeln.

Geht es am 1. Mai mit dem Maibaumaufstellen im Freilichtmuseum Großgmain los, ist Toni Hager zur Stelle. Wie in all den Jahren, seit im Museum der Brauch gepflegt wird. Seine Konkurrenten könnten Söhne und sogar schon Enkel sein. "Heuer mache ich das zum letzten Mal", sagt Hager in der Stube seines Unterhaiderhofes, der "seit 500 Jahren durchgehend im Familienbesitz ist". Nachsatz: "Ich bin ja heuer Sechzig geworden." Seine Frau Elisabeth kann sich das Lachen nicht verkneifen. "Glauben's ihm das ja nicht", wirft sie ein, "das höre ich seit seinem Fünfziger jedes Jahr."

Toni überlegt und meint verschmitzt: "Naja, solang i no raufkomm... wer weiß, was da no sein wird." Dieses Raufkommenwollen begleitet den Haudegen seit seinen Jugendtagen. Bei seinen ersten Versuchen hat er es allerdings nicht geschafft. "Als Schulbub im Jahr 1962 hab ich's zum ersten Mal hier in Marzoll versucht. Das war nichts. Auch ein Jahr später am 1. Mai bin ich nicht raufkommen", erzählt Hager, "aber dann hab ich immer wenn es finster geworden ist, heimlich am Baum geübt und im nächsten Jahr war ich oben."

Seit diesem Glücksmoment ist der kernige Bayer in den jeweils ersten Tagen des Mai nicht mehr zu halten. Ob Marzoll, Piding, Wals oder Großgmain – in der ganzen Region ist er schon gekraxelt. In seiner "besten Zeit, zwischen Zwanzig und Fünfunddreißig, fast immer als Flottester von allen". Zu seinem Glück werden nicht alle Bäume genau am ersten Mai aufgestellt. Aber es ist schon vorgekommen, dass er nach dem Klettern in Marzoll zur nächsten Maibaumfeier nach Großgmain geradelt ist. In seiner Generation hat Hager nur einen Konkurrenten, den "Feldinger Schorsch aus Wals, der is sogar ein bisserl schneller, aber dafür auch leichter und drei Jahre jünger".

Dass Kraxler die vom Kranz geholte Schleife oder die Brezel einer Auserwählten überreichen dürfen, hat für Hager nie eine Rolle gespielt. "Wir sind seit 1978 verheiratet und wir ham uns beim Trachtenverein kenneng'lernt. I will nur zum erst'n Kranz raufkommen – und das schnell."

Quelle

  • Salzbruger Nachrichten (Othmar Behr)