Beichtzettel

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Vorderseite eines Beichtzettels aus 1888 der Pfarre Wolfsegg in Oberösterreich
Rückseite desselben Beichtzettels aus 1888
Beichtzettel aus 1903
Beichtzettel des Fürsterzbischöflichen Pfarramtes Bad Gastein aus dem Jahr 1923
Beichtzettel der Pfarre Piesendorf des Jahres 1961

Der Beichtzettel diente als Zeugnis für die Ablegung der vorösterlichen Beichte.

Allgemeines

Jeder katholische Christenmensch sollte heute (und musste früher) zumindest einmal im Jahr - und zwar in der vorösterlichen Zeit - die Beichte ablegen. Zum Nachweis der Teilnahme erhielt jeder Beichtende einen Beichtzettel. Die Anzahl der Beichten wurde darüber hinaus jährlich in den Kirchenbüchern der Pfarren vermerkt, was der Kontrolle des Glaubensstandes, bzw. von Gehorsam und Disziplin in der jeweiligen Pfarrgemeinde diente.

Beschreibung

Beichtzettel kamen im salzburgisch-oberösterreichischen Raum von etwa 1800 bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in allen Pfarren vor. In manchen Pfarren werden sie auch heute noch ausgegeben, haben jedoch nur mehr Andenkenfunktion und keinen Kontrollcharakter wie in früheren Jahrzehnten. Der Beichtzettel unterlag in seiner Gestaltung im Laufe der Jahrzehnte einem deutlichen Wandel: von der einfachsten Form, dem handschriftlichen Zettel in lateinischer Sprache um 1800 bis hin zum farbenfrohen Andachtsbild der Gegenwart.

19. Jahrhundert

Etwa um 1800 wurden diese Bestätigungen in lateinischer Sprache noch handgeschrieben und trugen die Unterschrift des Beichtvaters. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Beichtzettel etwa 2, 5 mal 7 cm groß und mit folgendem lateinischen Aufdruck versehen: Confessio et Communio Paschalis in ………… (Name der Pfarre) pro anno 18.. oder: Testimonium confessionis et communionis paschalis in ecclesia parochiali…….. anno 18.. Ihnen folgten Bildchen in der Größe von 4 x 9 cm, etwa mit einer gedruckten Borte in Randnähe, innerhalb der sich die Abbildung eines Heiligen und der Aufdruck Confessio paschalis in parochia ………….. befand. Es folgten der ebenfalls gedruckte Name der Pfarre und die handschriftlich eingefügte Jahreszahl.

20. Jahrhundert

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert waren die Beichtzettel in einfacher Schwarz-Weiß-Ausführung etwa mit der Abbildung eines Heiligen und darunter mit dem Text versehen: Osterbeichte 19.., Dompfarre Salzburg. Ab den Dreißigerjahren fanden sich vereinzelt schon Farbdrucke. Ab den Fünfzigerjahren wurden Beichtzettel zum Teil schwarz-weiß, zum Teil in Farbe gedruckt. Der Name der Pfarre scheint nun nicht mehr auf jedem Zettel auf.

Beichttag

In den ländlichen Gebieten des Bundeslandes Salzburg gab es den Brauch des Beichttages. Das war ein Tag in der vorösterlichen Zeit, an dem vor allem die Dienstboten die Beichte ablegten und zur Kommunion gingen. Als Zeugnis für die Ablegung der Beichte und die Teilnahme an der Kommunion erhielten sie den Beichtzettel. Dieser wurde dem Bauern oder Dienstherrn vorgelegt und war in manchen Gegenden mit einem besseren Mittagessen und einem kleinen Geldgeschenk verbunden.

Beichtzettel wurden aber auch in städtischen Pfarren ausgegeben, wie z. B. die der Autorin vorliegenden Beichtzettel der Dompfarre zu Salzburg aus den Jahren 1934 und 1937 und der Franziskanerkirche aus dem Jahr 1955 belegen.

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer
  • Franz Kohlberger, Österliche Beichtzettel, in Sammler Journal Nr. 4 / April 1982, S. 286 – 291