Bernhard Steinberger

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Bernhard Steinberger

Bernhard Steinberger (* 28. Juli 1970 in Hallein) ist Betriebsratvorsitzender in der M-real Hallein AG.

Leben

Bernhard Steinberger arbeitet seit der Lehrzeit in der Papierfabrik. 1986 wurde er, wie schon seine Schwester Marianne, Jugendvertrauensrat, seit 1991 ist er Betriebsrat, seit 2007 als Vorsitzender von seiner Arbeit als Elektroniker freigestellt. Seine Eltern Josef und Marianne, die drei Kinder haben, führten im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft.

Vorgestellt

"Das Team sind wir. An einem Strang in eine erfolgreiche Zukunft." Ein riesiges Plakat von M-real appelliert in der Halleiner Papier- und Zellstofffabrik an den Teamgeist. Doch 521 Arbeiter, 143 Angestellte und 35 Lehrlinge bangen um ihre Zukunft. Die 699 Betroffenen wollen von ihrem Betriebsratschef Bernhard Steinberger nur eines: "Sag' uns, wie es jetzt weitergeht." "Ich weiß es selbst nicht", muss der Halleiner antworten.

Der oberste Personalvertreter macht seine härteste Bewährungsprobe durch und bereitet mit seinen Kollegen gerade die große Demonstration am 17. Dezember 2008 vor. Zudem verteilt er als Betriebsrat kleine Weihnachtsgeschenke für die Kinder der Mitarbeiter. Seit Anfang 2007 ist der waschechte Halleiner aus dem Stadtteil Gamp Vorsitzender des Betriebsrats, erst vor drei Wochen wurde er wiedergewählt. Als 15-jähriger Lehrling (Mess- und Regeltechniker) kam er zur damaligen PWA, wo schon Vater, Onkel und Schwester arbeiteten. Das war fast selbstverständlich. Wer "in der Zellulose" aufgenommen wird, hat es geschafft, hieß es immer.

In seinem Schreibtischjob fühlt sich Bernhard Steinberger nicht immer wohl: "Ich sollte mehr draußen sein", sagt er und meint damit: bei den Hacklern. Es ist so viel zu tun: E-Mails an finnische Aufsichtsräte schreiben, Sitzungen in der Gewerkschaft und viele Gespräche. Kollegen kommen mit privaten finanziellen Problemen ("Ich kann den Kredit fürs Haus nicht mehr zurückzahlen"). Manchmal muss er Streit schlichten oder zum Beispiel einen alkoholabhängigen Kollegen überzeugen, dass er eine Entziehungskur machen muss. Das alles kostet viel Kraft. Bernhard Steinberger ist kein "Schatzer". Er überlegt genau, was er sagt. Gerüchte und Halbwahrheiten sind nicht seine Welt. Und gerade deshalb hat sein Wort Gewicht. Als Betriebsrat sieht er sich "in der Zwickmühle", "ich darf nicht über alles Auskunft geben". Im Adventkalender der Halleiner Pfarrgemeinden beschreibt Steinberger seine Aufgabe so: "Sprachrohr für andere sein."

Quellen

  • Salzburger Nachrichten (Thomas Auinger)