Buchweißbachtal

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Stoissngraben, Saalfelden am Steinernen Meer, Hohlwegen

Das Buchweißbachtal, auch Stoissngraben genannt, befindet sich im nördlichen Stadtgemeindegebiet von Saalfelden am Steinernen Meer am Beginn der sog. Hohlwegen.

Beschreibung

Das Buchweißbachtal liegt zwischen Marzon und Golfhotel Brandlhof. Es zweigt vom Saalachtal Richtung Osten ab und ist durch einen großzügigen Forstweg erschlossen. Die vom Buchweißbach über Jahrtausende geschaffene Schlucht mit ihren Kalksteinfelsen und bachbegleitenden Schotterbänken ist ein beliebtes Ausflugsziel für alle Altersgruppen.

Aktivitäten

Vom Vater gesichertes Klettertraining macht offensichtlich Spaß

Das Buchweißbachtal, auch Stoissngraben genannt, bietet Spaziergängern, Wandererern, Mountainbikern, Familien mit Kindern und Kletterern gute Betätigungsmöglichkeiten. Am Eingang des Seitentales befinden sich ausreichend viele Parkplätze. Es führt auch der Saalachtaler Radweg vorbei. Vor einigen Jahren hat man versucht, das Buchweißbachtal durch ausgewiesene Grillstellen zu „beleben“. Diese wurden wieder abgebaut. Es gab auch vor Jahren verschiedene andere Aktivitäten wie ein "Indianercamp". Auch das blieb eine Einzelerscheinung. Es ist wohltuend, wenn man heute das einigermaßen naturbelassene Bachtal begehen und auf den Schotterbänken verweilen kann, ohne das Zwangserlebnis rauschender Grillpartys und anderer Events mitmachen zu müssen. Das Tal an sich vermittelt durch seine Schluchtähnlichkeit mit teils überhängenden Felsen eine ganz eigene, an manchen Wintertagen fast düstere Stimmung.

Bergwandern und Klettern

Vom Katzentauern aus führt ein Steig zum Dießbachstausee, ein anderer Steig geht vom Buchweißbachtal zur Peter Wiechenthaler Hütte. Beide Wege sind nur für Kundige und Trittsichere zu empfehlen. Auf einigen Felswänden im Buchweißbachtal sind Haken auszumachen. Sie dienen den Kletterern für ihre Trainingsstunden.

Archäologisches

Katzentauern, Stoissngraben

Im Eingangsbereich des Buchweißbachtales liegt eine Katzentauern genannte, nach drei Seiten hin steil abfallende Felsanhöhe, die vom ehemaligen Tierarzt Helmut Adler aus Lofer entdeckt und auf Grund von Lesefunden u.a. von Robert Krauss archäologisch näher untersucht wurde. Sie beherbergte auf ihrem durch einen bergseitigen Wall geschützten Plateau eine bronzezeitliche Wachsiedlung, die auf der anderen Talseite etwas weiter nördlich auf einem Felssporn eine Entsprechung hatte.

Biologisches

Apollofalter, 8. Juli 2011, Stoissngraben

Im Rahmen eines Projektes im Buchweißbachtal, einst Lebensraum des Apollofalters, wurde dieser in ganz Europa selten gewordene Schmetterling 2011 wiedereingebürgert. Der Saalfeldner Schmetterlingskundler Otto Feldner rodete mit Unterstützung einer 3. Klasse der Höheren Internatsschule des Bundes (HIB) unter Biologielehrerin Luise Wolf ein geeignetes Areal in südexponierter Hanglage, das in den vergangenen Jahren verbuscht und zugewachsen ist. Dies hatte zur Folge, dass die für den Apollo notwendige Futterpflanze, der weiße Mauerpfeffer, unter dem Strauchwerk erstickte und verschwand und mit ihm der Tagfalter. Die Pflanze wurde nach den Rodungsarbeiten wieder angepflanzt. Anschließend wurden Apollo-Raupen auf die Futterpflanzen frei gesetzt. Diese sind z. T. schon verpuppt und geschlüpft. Nun sollen noch weitere Falter frei gesetzt werden.

Im Stoissngraben finden sich neben dem Apollofalter noch viele andere Schmetterlinge wie der Kleine Eisvogel, der Kaisermantel, der Admiral, der Komma-Dickkopffalter, der Gelbwürfelige Dickkopffalter, der Gefleckte Schönbär und das Weißbindige Wiesenvögelchen, sowie auch viele wunderschöne Pflanzen wie diverse Orchideen und die Türkenbund-Lilie.

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer
  • zu Absatz Biologisches: Pinzgauer Nachrichten, S. 20, 30. Juni 2011