Edt

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Edtgut Westansicht
Edtgut Eingang

Edt war einstmals eine Burg und ist heute ein Bauerngut in Taxenbach im Pinzgau.

Lage

Der heutige Bauernhof Edt liegt auf einer Landzunge zwischen der Rauriser Ache und der Salzach auf der Schattseite des Salzachtales und unterliegt dem Denkmalschutz. Ca. zehn Gehminuten nordöstlich des Hofes befindet sich ein Hügel, der „Edter Schlossberg“ genannt wird.

Burg oder Schloss Edt

Das Plateau dieser Anhöhe liegt 771 m ü. A. und befindet sich damit ca. 70 m über der Salzach. Die Anhöhe fällt fast überall steil ab und weist damit eine besonders günstige Lage für eine urgeschichtliche Höhensiedlung und eine mittelalterliche Befestigungsanlage auf. An dieser Örtlichkeit führte der alte Weg durch das Salzachtal, der im Unterpinzgau schattseitig verlief, direkt vorbei.

Laut Josef Lahnsteiner sieht man auf dem Plateau der Anhöhe umrisshafte Spuren im Gelände, die auf ehemalige Turmbauten schließen lassen. Der Landeshistoriker Dr. Franz Martin war der Ansicht, dass hier eine mittelalterliche Burg befindlich war, die im Jahr 1322 von Knechten des Erzbischofs niedergebrannt wurde. Edt wäre damit eine der acht Taxenbacher Burgen, bzw. ehemaligen Ansitzen. Dazu zählen neben Edt: die Burg auf dem Taxenbacher Schlossberg, auf dem Dechantbühel, Penninghof mit Obskirchen, auf dem Hubertauern, beim Wangler, in Gschwandt und am Turnbühel.

Lehen Edt

Auch der heutige Bauernhof Edt liegt am alten Salzachtalweg. Das einstige Lehen gehörte im Jahr 1290 den Herren von Goldegg. Laut einer Urkunde heiratete Ott von Goldegg 1290 die Elisabeth Stubenberger und gab ihr als Morgengabe neben vielen anderen Lehen auch das Edtgut in Taxenbach, womit es in der Familie der Goldegger verblieb. Aufgrund der Lage an der Straße hatte das Lehen lange Zeit eine Bier- und Weinzapferei, war also ein Wirtshaus. Am östlichen Tor, das halbrund und groß ist, erkennt man, dass einst Fuhrwerke mit kostbarer Fracht über Nacht eingestellt und so geschützt werden konnten. Es ist auch zu vermuten, dass das Lehen Vorspanndienste geleistet hat, da der Weg von der Rauriser Ache steil herauf führte.

Das Haus selbst weist einige bauliche Besonderheiten auf, die ihm einen mittelalterlichen Charakter verleihen. Türbögen aus Tuffstein mit rundem und abgefasstem Bogen erinnern an den alten Herrensitz. Stube, Keller und ehemalige Rauchküche weisen Gewölbe auf. An Jahreszahlen auf den Gebäuden finden sich 1623, 1687 und 1766. Teile der Inneneinrichtung des Hauses gehen auf das 15. Jahrhundert zurück.

Auf dem Grundbesitz des Anwesens befinden sich auch zwei Quellen mit seltsamer Bezeichnung: das sog. „Fieberbrünnl“ und das „Totenkenl“.

Ur- und frühgeschichtliche Spuren?

Im Gemüsegarten des Bauerngutes wurden grün verfärbte Rinderzähne aufgefunden, die Lahnsteiner auf bronzezeitiche Kupfererzgewinnung schließen ließen. Laut Auskunft der Bäuerin hat Dr. Raimund Kastler, Landesarchäologe, diesen Fund begutachtet und konnte Lahnsteiners Annahme nicht bestätigen. Überliefert wird auch, dass im Hofgelände ein Topf mit römischen Kupfermünzen aufgefunden wurde, was nicht den Tatsachen entsprechen dürfte.

Quellen

  • Josef Lahnsteiner, „Unterpinzgau“, Zell am See, Taxenbach, Rauris, Selbstverlag, Hollersbach 1960