Elisabeth Löcker

Aus Salzburgwiki
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Elisabeth Löcker ist eine Lungauer Biobäuerin.

Porträt

Eine Bäuerin eckt an

Als Landwirtin eine abweichende Meinung vertreten? Bei Bauernversammlungen im Lungau? Dazu gehört Mut. Denn wer sich mit den mächtigen Herren im Bauernbund anliegt, muss mit Widerstand rechnen. Elisabeth Löcker traf immer wieder auf Widerstand, auch unter „ihren“ Biobauern. „Der schwarze Haufen ist stark. Der spielt gerade in der Landwirtschaftspolitik eine große Rolle. Und ich habe einfach manchmal die Dinge beim Namen genannt.“ Die Bäuerin vom Biohof Sauschneider in St. Margarethen war unter den Pionieren des Biolandbaus in Salzburg. Als solche ging Elisabeth Löcker seit jeher den Weg, der ihr richtig erschien.

Für Frauenrechte und Windräder

Sie setzte sich mit ihrem Mann Peter für den Bau von Windrädern und für einen pestizidfreien Lungau ein. Als Mitglied des Vorstandes der Salzburger Landesorganisation von Bio Austria forderte sie mehr Bio-Unterricht in den Landwirtschaftsschulen und war eine der Ersten, die für einen Biosphärenpark Lungau kämpften. Als sich vor Jahren im Lungau ein Frauennetzwerk etablierte, war sie gleich dabei. Heute ist sie Obfrau dieser Initiative, die unter anderem gegen Gewalt an Frauen auftritt. Solidarität unter Frauen sei wichtig, sagt Löcker, gerade wenn man als Frau allein dastehe, sei es schwierig: „Da bist du dann Freiwild.“

Löcker war auch mehrere Jahre Obfrau des örtlichen Tourismusverbandes – und wagte im Jahr 2009 eine Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl in St. Margarethen: Mit ihrer „Bunten Liste“ ging sie gegen vier männliche Bewerber ins Rennen um den Bürgermeistersessel. „Das war Hardcore. Die Frauen kamen leise im Kaufhaus auf mich zu und sagten: ‚Super, dass du das tust. Aber sage nicht, dass wir miteinander geredet haben.‘“ Löcker bekam bei der Wahl allerdings nur rund 6 % der Stimmen. Doch von Rückschlägen lässt sich die resolute Biobäuerin nicht entmutigen. „Meine Triebfeder ist es, ein bisschen 'was zu verändern. Und ich habe einen starken Gerechtigkeitssinn.“ Wofür sie sich in Zukunft noch einsetzen will? „Wenn ich die Region betrachte – dann will ich den Leuten klarmachen, dass wir alle beim Klimaschutz im gleichen Boot sitzen. Da müssen alle mithelfen.“

Quelle