Erdbeben vom 17. auf 18. April 1895

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Erdbeben vom 17. auf 18. April 1895 war vom Herzogtum Krain von dessen Hauptstadt Laibach in der Nach vom 17. auf 18. April 1895 ausgegangen.#

Das Erdbeben

Das Erdbeben wurde auch im Herzogtum Salzburg mehr oder weniger verspürt. Besonders lebhaft wurde es in Lungau empfunden, dann im Salzachtal von St. Johann bis Oberndorf, teilweise auch im Saalachtal sowie im Tal der oberen Salzach von Lend bis Bramberg und in einzelnen Tauerntälern, wie im Klein- und Großarltal, im Gasteiner-, Rauriser- und Felbertal.

In der, ungefähr von Süd nach Nord laufenden, Linie Mandling, Radstadt, Lungötz, Abtenau, Ebenau, Thalgau, Straßwalchen dagegen wurde keinerlei Erscheinung wahrgenommen, welche irgend wie mit dem Erdbeben in Zusammenhang gebracht werden könnte. Vom Lungau lagen Berichte vor aus Ramingstein, Tamsweg, Lessach, Mariapfarr, Unternberg, St. Michael, Zederhaus und Muhr.

Der Untergrund, auf welchem die Gebäude standen, in denen das Erdbeben beobachtet wurde, war Torfgrund in Unternberg, Fels in Ramingstein, St. Michael und Muhr, an den übrigen Orten und teilweise auch in Muhr Schotter. In dem letztgenannten Orte war die Erschütterung auf Schottergrund am stärksten fühlbar; ebenso glaubte man im ganzen Murwinkel das Erdbeben in den oberen Stockwerken heftiger empfunden zu haben als zu ebener Erde.

Als Zeit des ersten Stoßes wird ziemlich übereinstimmend 23:30 Uhr nachts angegeben. Au allen genannten Orten Lungaus wurden mehrere Stöße wahrgenommen, deren Dauer jedesmal mehrere Sekunden betrug. Aus Tamsweg wurde berichtet, dass die ersten zwei Stöße unmittelbar aufeinander folgten und zusammen 40 bis 60 Sekunden dauerten. Wtwa nach einer Stunde folgten noch einige Stöße, die aber schwächer waren. In Mariapfarr beobachtete man drei Stöße. Der erste 23:30 Uhr sehr bedeutend, der zweite 23:50 Uhr ziemlich schwach, der dritte 00:10 Uhr wieder stärker, aber schwächer als der erste; das Erzittern der Erde war zwischen den drei Stößen und auch noch später bis ungefähr 01:45 bemerkbar.

Das Zittern beobachtete man auch noch zeitweilig an den folgenden Tagen.

In Unternberg erfolgten um 23:30 Uhr drei Stöße binnen fünf Minuten, der erste Stoß war der heftigste. Um 04 Uhr Früh Nacht erfolgte abermals eine, wenn auch schwächere Erschütterung. In St. Michael wurden ebenfalls drei Stöße verspürt in Intervallen von fünf bis zehn Minuten; als Zeit des ersten Stoßes wird 23:17 Uhr mitteleuropäischer Zeit angegeben. In Muhr bemerkte man zwei Stöße mit einem Abstand von 15 bis 20 Minuten; der erste Stoß dauerte ein paar Sekunden, der zweite circa eine Minute und war bedeutend stärker.

Die Art der Bewegung wurde übereinstimmend als ein wellenförmiges Schwanken in der Richtung von Südost nach Nordwest oder von Süd nach Nord angegeben. In Ramingstein zitterte der Boden, wie wenn sehr schwere Geschütze abgefeuert worden wären; in Tamsweg hatte man das Gefühl, als ob ein Kästchen umgeworfen worden wäre; die im Bett liegenden meinten mit dem Bette hin und her geschoben zu werden, eine Eigentümlichkeit, die von mehreren anderen Orten ebenfalls gemeldet wurde. Dumpfes Getöse wurde allenthalben gehört, ein Geräusch ähnlich dem des Sturm Sturmwindes ­bei einem herannahenden Gewitter oder dem eines vorüberfliegenden großen Vogels. Dieses Geräusch entstand an manchen Orten gleichzeitig mit der Erschütterung, an anderen Orten ging es derselben voraus.

Quelle