Ebenau

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Ortsbild
Ebenau Zentrumsansicht a.jpg
Karte
Karte 5323.png
Basisdaten
Politischer Bezirk: Salzburg-Land (SL)
Fläche: 17,15 km²
Geografische Koordinaten: 47° 47' N, 13° 10' O
Höhe: 623 m ü. A.
Einwohner: 1 439 (1. Jänner 2018)
Postleitzahl(en): 5323
Vorwahl: 0 62 21
Gemeindekennziffer: 50 307
Gliederung Gemeindegebiet: 4 Katastralgemeinden
Gemeindeamt: 5323 Ebenau
Ebenau 2
Offizielle Website: www.ebenau.at
Politik
Bürgermeister: Johannes Fürstaller (ÖVP)
Gemeinderat (2009): 13 Mitglieder:
7 ÖVP,
4 SPÖ,
1 FPÖ, 1 GRÜNE
Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 699
1880 589
1890 589
1900 595
1910 624
1923 647
1934 658
1939 649
1951 718
1961 722
1971 941
1981 1 093
1991 1 272
2001 1 348
2011 1 377
2017 1 446
Karte
Ebenau, Blick von Nordwest
Ebenau nach Westen
Ebenau-Westpanorama

Ebenau ist eine kleine Gemeinde im südlichen Flachgau. Der landwirtschaftlich geprägte Ort mit wenig Handel und Industrie lädt zum Spazieren und Verweilen ein.

Geografie

Geografische Lage

Ebenau liegt am östlichen Fuße des Gaisbergs. Mehrere Bäche fließen im Ortszentrum dem Schwarzaubach zu, der in die Almbach fließt und diese schließlich in den Wiestalstausee mündet. Durch das Gemeindegebiet verläuft die Wiestal Landesstraße (L 107).

Ortsgliederung

Das Gemeindegebiet umfasst die Katastralgemeinden Ebenau I, Ebenau II, Hinterwinkl-Ebenau und Vorderschroffenau.

Weiters unterteilt sich die Gemeinde in folgende Ortschaften: Ebenau (185), Hinterebenau (136), Hinterwinkl (150), Unterberg (413) und Vorderschroffenau (502); in Klammern wird die Einwohnerzahl der Ortschaften nach dem Stand 1. Jänner 2015 angegeben.

Nachbargemeinden

Im Norden Hof bei Salzburg, im Osten Faistenau, im Südosten Adnet, im Südwesten Puch bei Hallein, im Westen Elsbethen und im Nordwesten Koppl.

Geschichte

Geschichtlich weiß man, dass diese Gegend im Frühmittelalter als Almgebiet Verwendung fand. Erst Anfang des 12. Jahrhunderts dürfte die Besiedlung einen größeren Umfang angenommen haben. 1182 scheint der Ort Ebenau in der Widmungsurkunde der Pfarrkirche Thalgau durch Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach erstmalig auf.

Wenig später, 1209, scheint Ebenau mit der entsprechenden Benennung, Ebenau als Ebenowa auf, wo Erzbischof Eberhard II. von Regensburg dem Domkapitel einen Wald bei Schindelave, heutiges Schindlau, schenkte.

1585 erhielten die Gebrüder Stainhauser (auch: Steinhauser) vom Salzburger Fürsterzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy die Genehmigung einen Messinghammer und eine Drahtmühle zu errichten. Von da an begann der wirtschaftliche Aufstieg.

Die Blütezeit erlebte Ebenau im 17. Jahrhundert, als unter der Familie Klett zwischen 1636 und den späten 1690er Jahren Ebenau als Zentrum der Waffenproduktion im Erzbistum Salzburg galt. Mit dem Ende der Waffenproduktion/Metallverarbeitung, die 1875 endgültig eingestellt wurde, brachen für Ebenau schwierige Zeiten an, die erst in den 1950er Jahren überwunden werden konnten.

Religion

Pfarrkirche Ebenau, Innenansicht
Nordansicht der Pfarrkirche mit Orts-Umgebung
Ebenauer Pfarrhof, Ansicht in Richtung Wiestal
Ebenau von Süden
Dorfwirt in Ebenau

Ebenau war ursprünglich der Pfarre Thalgau angeschlossen und wurde 1703 zum Vikariat und 1857 zur selbstständigen Pfarre erhoben.

1694 ersuchten die Offiziere (heute würde man sie Ingenieure nennen) und Werksarbeiter der Hammerwerke beim Bischof um eine eigene Seelsorgestation, in dem sie klagten, dass bei einem so großen Handelswerk gar keine Andacht und geistliches Bildnis zu sehen sei, weswegen sie von vielen fremden Arbeitern als die „lutherischen“ Ebenauer verschrien wurden.

1698 - neues Ansuchen mit der Bemerkung, dass Fürsterzbischof Paris Lodron schon eine Kirche versprochen habe, die aber wegen den Kriegsereignissen nicht gebaut werden konnte. 1699 wird der Bau dann bewilligt, aber nicht ohne Verdruss des Pfarrers Philipp Jakob Stainer von Thalgau. Die Bauleitung hatte Hofbaumeister Johann Rieger übernommen. Der Überschlag (Kostenvoranschlag) betrug ca. 3.000 fl., welcher Betrag um mehr als 100 % überschritten wurde. Zum Schutzheiligen erwählten sie den Feuerpatron St. Florian.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Waschlmühle bei Ebenau
die Plötz
Kriegerdenkmal in Ebenau

Themenwege

Ebenauer Mühlenwanderweg zum „Naturdenkmal Plötz“ - Arnoweg

Hauptartikel: Ebenauer Mühlenwanderweg

Gehzeit: 2,5 Stunden - Länge: 6 km - Höhendifferenz: 130 m - mittel
Ausgangspunkt: Parkplatz/Infotafel - zur „Waschl-Mühle“ - vorbei am Feuerwehrhaus, rechts Richtung Koppl - vor der „Pertill-Mühle“ rechts zum „Marterl“ - ca. 300m steiler Anstieg zum „Watzmannblick“ - Richtung „Plötz“ - hinunter zum Staubecken und Wasserfall Rückweg über den Steg des Staubeckens nach Ebenau.

Im Bereich von Ebenau befinden sich sieben alte Bauernmühlen. Eine davon ist die Waschlmühle am Ortsrand. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um eine sehr seltene, noch betriebsbereite Doppelmühle mit zwei Wasserrädern aus dem 18. Jahrhundert. Sie dient als Ausgangspunkt des Ebenauer Mühlenwanderweges, an dem sich insgesamt fünf gut erhaltene Bauernmühlen finden, die dem Ort auch den Beinamen "Dorf der alten Mühlen" gaben. Über diesen Wanderweg sind auch der Wasserfall und das Naturbad "Plötz" zu erreichen.

Die Mühle wird vom Heimatmuseum betreut und kann jeden Freitag von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr (Juli - August), oder nach Vereinbarung besichtigt werden.

Messingweg

Der Weg führt, begleitet von Informationstafeln, durch den Ortskern von Ebenau mit einem wunderbaren Ausblick auf die umgebende Landschaft.

Gehzeit: 30 Minuten, Länge: 1,2 km - Höhendifferenz: 50 m - Schwierigkeitsgrad: leicht

Ausgangspunkt: Parkplatz/Infotafel - Richtung Zentrum
1.Schautafel gegenüber dem Kriegerdenkmal
2. Tafel beim “Muskathaus“
3. und 4.Tafel im „Brunnengarten“ (Musikpavillon)
5. Tafel bei der Kirche
6. Tafel auf der „Kirchenberg Stoawand“
7. Tafel beim Kleinkraftwerk Itzlinger - Kellerweg

Eine Wegbeschreibung erhalten Sie im Museum und im Büro des Tourismusverbandes.

Hinterwinkltal in Richtung Ebenau

Museen

Fürstenstöckl

Hauptartikel: Fürstenstöckl

Neben dem Gemeindehaus, das ehedem als Schmelzhütte diente, liegt das um 1635 erbaute Fürstenstöckl. Heute beherbergt die ehemalige Logis der Erzbischöfe das Heimatmuseum mit der fürsterzbischöflichen Waffenschmiede.

Musik

Naturdenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Seit 1. Jänner 2014 wurden Straßennamen in der Gemeinde eingeführt. Bisher wurden die Hausnummern in der Reihenfolge der Errichtung dieser vergeben. So wurde nun beispielsweise aus Vorderschroffenau der Wasserfallweg oder An der Plötz. Der Ebenauer Unternehmer Rolf Finke erhielt für seine Firma "Universe Cardfolder" in der Vorderschroffenau von der Gemeinde den Auftrag, einen aktualisierten Faltplan zu erstellen, der im Dezember 2013 an alle Haushalte in der Gemeinde verteilt wurde.

Die Gemeinde investierte rund 30.000 Euro (abzüglich der Beteiligung durch das Land Salzburg) in die Einführung der Straßennamen für Marterial-, Verwaltungs- und Montagekosten wie z. B. Blechtafeln oder Adressänderungen[1].

Gastronomie

Gasthaus Dorfwirt (Schnitzlwirt). Veranstaltungsort für Sänger- und Musikantentreffen.

Öffentliche Einrichtungen

Rettungsorganisationen

Bildung

Nicht unerwähnt bleiben darf das Werkschulheim Felbertal (WSH), das 1964 in Ebenau angesiedelt wurde. In dieser österreichweit einzigartigen Schule schließen die Schüler mit einem Gesellenbrief und einer Matura ab.

1680 bestand bereits eine (Volks)Schule. Der Unterricht wurde im Clittenhäusl, heute Ebenau Nr. 17 erteilt. 1792 wurde von der Handelsbruderschaft ein neues Schulhaus erbaut. Besucht wurde es von 90 Werktagsschülern und 43 Wiederholungsschülern. Der Lehrer war zugleich Mesner und Organist und wurde von der Handelskasse des Werkes bezahlt. Der Schulsprengel Ebenau setzte sich aus Teilen von sieben Gemeinden zusammen: Ebenau, Gemeinde Aigen, Adnet, Koppl, Hof bei Salzburg, Faistenau und Thurnberg.

Seit 1985 besteht ein Kindergarten.

Bürgermeister

Hauptartikel: Bürgermeister der Gemeinde Ebenau

Auszeichnungen der Gemeinde

Ehrenbürger

Hauptartikel Ehrenbürger der Gemeinde Ebenau

Wappen

Pic-fahne ebenau.jpg

Am 26. September 1962 wurde der Gemeinde Ebenau durch die Salzburger Landesregierung das folgende Wappen verliehen:

Schild gespalten, rechts in Rot ein silbernes Tatzenkreuz, links in Silber eine rote Hausmarke in Form eines Doppelhakens mit drei Mittelstreben.

Das Bild der rechten Schildhälfte entspricht dem traditionellen Fahnenbild des Ebenauer Kirchenpatrons St. Florian, das der linken der Handelsmarke der Familie Steinhauser, die als Gründer der Messinghütte und damit des Ortes Ebenau gelten.

Persönlichkeiten

  • Jakob Haringer (* 1898; † 1948), Schriftsteller und Lyriker
  • Josef Stern (* 1849; † 1924), Bautechniker
  • Martin Uitz (* 1952; † 2007), Fremdenverkehrsmanager, wohnte in Ebenau

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hauptartikel Töchter und Söhne der Gemeinde Ebenau

Bilder

 Ebenau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Flachgauer Nachrichten, 7. November 2013
Städte und Gemeinden im Flachgau
TennengauSalzburgFlachgauPongauLungauPinzgauLage des Flachgau im Land Salzburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

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