Großarltal

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
nördliches Ende des Großarltals Richtung Salzachtal, im Hintergrund das Hochkönigmassiv
Karte
Schödersee im Talschluss von Hüttschlag

Das Großarltal ist ein südliches Seitental des Salzachtals im Pongau und wird von der Großarler Ache durchflossen.

Geografie

Das Großarltal ist ein Ausläufer der Radstädter Tauern. Es trennt die Hohen von den Niederen Tauern. Es erstreckt sich von der Arlscharte (2 252 m ü. A. über Hüttschlag (1 030 m ü. A.), Großarl (924 m ü. A.) und die Liechtensteinklamm bis zur Einmündung der Großarler Ache in das Salzachtal zwischen Plankenau (756 m ü. A.) und Niederuntersberg (741 m ü. A.).

Am südlichen Ende in den Niederen Tauern setzt sich das Großarltal als Schödertal bis zum Schödersee fort. An der Arlscharte gibt es einen Übergang in das Maltatal (Kärnten), beim Murtörl (2 260 m ü. A.) in das Murtal (Lungau).

Die beiden im Tal gelegenen Gemeinden sind Großarl und Hüttschlag. Hüttschlag befindet sich im Nationalpark Hohe Tauern und ist ein seit 2008 ein Bergsteigerdorf.

Das Großarltal ist das östlichste Tauerntal und es zählt mit dem Gasteiner- und dem Raurisertal zu den längsten Tauerntälern. Das Großarltal ist vom Keeskogel bis zur Salzachmündung 27 km lang.

Geologie

Das Großarltal ist ein Hängetal, es fällt mit einer Mündungsstufe von 200 Meter Höhe ins Salzachtal ab. Das erklärt auch die Steigungen der Straße. In den ersten fünf Kilometern überwindet sie einen Höhenunterschied von 370 Metern, danach fällt sie in den zweiten fünf Kilometern wieder um 120 Meter, um schließlich bis zum Talschluss knapp 200 Meter anzusteigen. Die Straße ist oberhalb des Stockergutes in den Klammkalk eingesprengt – sie muss den das Großarltal sperrenden Klammkalkzug des Gölsenberges überwinden.

Im weiteren Verlauf ist mehrmals ein Wechsel zwischen dem Klammkalk und dem schieferigen Kalkphyllit zu erkennen. Die Rippen ziehen quer über das Tal und tragen Reste alter Talböden. Von den Vorsprüngen, die sich immer bei einer Klammkalkrippe ergeben, ergibt sich ein Ausblick in die Schlucht. Die Sohle derselben ist allerdings nie zu sehen, meist nur das höhere, von der Eiszeit geformte Tal, in das sich die Großarler Ache eingeschnitten hat. Eine zweite Kalkrippe quert das Tal beim Stegbachgraben. Die aufgelassenen Stollen erinnern noch an einen Kalkspatabbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Mauthaus „Alte Wacht“ im Bereich der heutigen Bogenbrücke auf der Großarler Landesstraße kennzeichnet die Gemeindegrenze zwischen [St. Johann im Pongau]] und Großarl. Auf der westlichen Seite ist eine Ausbauchung, die von einem Bergsturz stammt.

Bei der Brunnweberbrücke überquert die Straße erstmals den Bach und von hier an verlaufen beide im Wesentlichen parallel bis zum Talschluss. Es gibt keine nennenswerte Talstufen, ausgenommen eine etwa 30 Meter hohen Stufe beim Oflegg zwischen Großarl und Hüttschlag. Der markanteste Berg an der Ostseite ist der Saukarkopf (2 048 m ü. A.). Er ragt aus einem etwa 16nbsp;800 m hohen Plateau auf. In der Eiszeit strömte das Eis etwa 100 Meter unterhalb des Gipfels vorbei. Von der Brunnweberbrücke nach Süden ist das Tal wieder eng, es macht den Eindruck eines Kerbtales. Jedoch sind es Hangabsitzungen auf beiden Seiten, die dem Tal das heutige Querprofil geben. Durch die Schwemmkegel des Wimm- und Schiedgrabens steigt die Straße leicht an. Durch den Schied- sowie dem benachbarten Augraben, wurde die Großarler Landesstraße in den letzten Jahrzehnten des Öfteren vermurt und das Tal wurde teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Südlich vom Hotel Schiederhof treten linksufrig die Radstädter Kalke bis an die Talaue heran. Nach einer Erweiterung (beim Aubauer) verursachten Blockmassen, die sich an der Ostseite an den Bach heranschoben und Kalkfelsen (mit Dolomit und Dolomitbreccien) auf der Westseite eine nochmalige Verengung des Talbodens (ehemaliger Steinbruch).

Die OrtsteileGroßarl Markt und Unterberg liegen auf der größten und flachsten Talaue des Großarltales. Mehrere Steingräben haben in diese Talaue ihre Schwemmkegel abgelagert – der Unterberggraben, gegenüberliegend der Finsterleitgraben und der Ellmaubach. Durch den Ellmaubach entstand das größte Seitental zum Haupttal. Der Ortskern von Großarl steht auf dem Schwemmkegel des Ellmautales.

Um die Großarler Ebene sind die Berge etwas abgerundet und bis unter die Gipfel bewaldet. Die Berge im Süden haben eine markantere Form. Die Pyramide des Frauenkogels schließt den Blick nach Süden ab. Der geologische Untergrund wird gegen Süden härter, Chloritschiefer, Kalkglimmerschiefer und Glimmerschiefer herrschen vor. Hier ist das Tal asymmetrisch. Ostseitig ragen fast senkrechte Wände von harten Schiefern auf, die Westhänge dagegen steigen – trotz gleichen Untergrunds – in Buckeln an. Die Großarler Talaue findet ihr Ende bei der Talstufe, am Oflegg. Hier fließt die Großarler Ache durch den Kalkglimmerschiefer, der zu beiden Seiten ansteht. Am rechten Ufer schiebt sich eine Rückfallkuppe mit einem ausgebildeten Sattel ganz an den Bach heran. In der folgenden Talerweiterung liegt der Schwemmkegel des Tofernbaches und man blickt auf den Nachbarort Hüttschlag.

Vegetation

Der größte Teil der Fläche des Großarltals ist von Nadelhölzern bewachsen.

Tourismus

Das Großarltal ist eine beliebte Urlaubsregion im Salzburger Land. Rund 5000 Gästebetten in allen Unterkunftskategorien gibt es im Großarltal. Besonders hervorzuheben ist die Dichte an 4-Sterne-Hotels - insgesamt gibt es in Großarl und Hüttschlag 21 4-Sterne-Hotels.

4-Sterne-Hotels
3-Sterne-Hotels

Appartements

Auszeichnung

Seit November 2010 darf sich das Großarltal als erste Region im Land Salzburg mit dem Österreichischen Wandergütesiegel schmücken und stellt damit seine Kompetenz in Sachen Wandern unter Beweis.

Sommertourismus

Das Wandern steht im Sommer im Großarltal im Mittelpunkt. Ca. 400 km markierte Wanderwege in verschiedenen Schwierigkeitsstufen stehen zur Verfügung. Mountainbiken, Klettern sowie Fischen sind weitere Aktivitäten in Großarl. Ebenso gibt es ein Freizeitzentrum mit Schwimmbad, Fußballplatz, Mehrzweckplatz, Beachvolleyball-Platz, Mini-Golf, Tenninsplätzen und dem Abenteuer-Spielplatz Rucki Zucki’s Gaudi-Alm.

Almen und Almhütten

Im Großarltal gibt es rund 40 bewirtschaftete Almhütten, das ist die höchste Dichte an bewirtschafteten Almen im Salzburger Land. Dieser Reichtum an bewirtschafteten Almen hat dem Großarltal den Beinamen "Das Tal der Almen" eingebracht. Die Almen sind zum Großteil von Mitte Juni bis Mitte September bewirtschaftet. Auf den Almen verwöhnen die Sennleute die Wanderer selbstgemachte Produkte (Brot, Butter, Käse, Speck, Wurst oder Schnaps). Die Almen sind entlang der Wanderwege oder entlang der Forststraßen erreichbar.

Wintertourismus

Das Großarltal ist Teil des großen zusammenhängenden Skigebietes Großarltal-Dorfgastein und verfügt im Einzugsbereich von Fulseck und Kreuzkogel als Teil von Ski Amadé über zahlreiche Aufstiegshilfen und ca. 80 Pisten-Kilometer. Ca. 80 % der Pisten sind beschneibar. Ebenso gibt es im Großarltal ca. 25 km Langlaufloipen (klassische und skating), 35 km geräumte Winterwanderwege, eine Rodelbahn beim Hotel Lammwirt im Großarler Ellmautal, welche abends beleuchtet ist, einen Eislaufplatz, Eisstockschießen und Pferdeschlittenfahrten. Schneeschuhwanderungen und Skitouren abseits der Skischaukel Großarltal-Dorfgastein sind ebenso möglich.

Weblinks

 Großarltal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen