Fremdenverkehr allgemein

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Der Begriff Fremdenverkehr umfasst die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Ortsansässigen und vorübergehend Ortsansässigen. Fremdenverkehr ist ein Teil der Tourismusindustrie und ist auf gleicher Ebene wie Tourismus angesiedelt.

Dieser Artikel soll auf die sprachliche Problematik hinweisen, die man auch im Tourismus in Salzburg verwendet.

Definition

Allgemeines

Fremdenverkehr war bis etwa in die 1980er Jahre der allgemein gültige Begriff für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wirkungen und Beziehungen Reisen. Dieser Begriff wurde dann in Folge von Entwicklungen vom Begriff Tourismus abgelöst, was aber sprachlich nicht korrekt ist. Grundsätzlich muss man nämllich zwischen Fremdenverkehr und Tourismus unterscheiden:

Fremdenverkehr: die in einem bestimmten Ort durch den Zustrom von Fremden (Touristen, Geschäftsreisende, nicht ortsansässige) entstehende wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderung und die daraus resultierende Industie oder Tätigkeit, Incoming genannt; unter "Fremde" fallen hier alle Ortsfremden, also auch Deutsche, die in innerhalb der Bundesrepublik Deutschland reisen. Beispiel: In Zell am See kommen wöchentlich Touristen an, geben Geld für Verpflegung, Unterkunft und Ausflüge z. B. auf das Kitzsteinhorn aus - diese Tätigkeiten bezeichnet man wirtschaftlich betrachtet als Fremdenverkehr.

Tourismus: der Strom von Reisenden in ein fremdes Land oder in die Berge, auch Outgoing, wobei fremdes Land die Bedeutung von Ausland hat. Also die Reisebewegungen werden damit erfasst. Beispiel: Ein Salzburger reist mit einer Charterfluggesellschaft nach Griechenland, dann spricht man von Tourismus.

Wissenschaftliche Definitionen von Fremdenverkehr

1. Nach Walter Hunziker und Kurt Krapf (Schweiz, 1942):

"ist Fremdenverkehr der Inbegriff der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus dem Aufenthalt Ortsfremder ergeben, sofern durch den Aufenthalt keine Niederlassung zur Ausübung einer dauernden oder zeitweiligen hauptsächlichen Erwerbstätigkeit begründet wird.[1]"

In dieser Definition zeigt sich bereits klar, dass der Fremdenverkehr schon damals als ein Gesamtsystem von Beziehungen und Erscheinungen betrachtet wurde und nicht nur einen Verkehrsvorgang oder einen wirtschaftlichen Tatbestand darstellt. Allerdings war der Geschäftsreise-Fremdenverkehr in dieser Definition noch nicht mit einbezogen.

2. Nach Paul Neff in seinem Buch Über den internationalen Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor:

Neff versteht unter Fremdenverkehr "die Gesamtheit aller Bewegungen von Personen, die aus wirtschaftlichen, kulturellen Gründen, zu beruflichen, sportlichen, gesundheitlichen und vergnüglichen Zwecken ihren Wohnsitz, ohne Aufgabe der mit ihm verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen, zu vorübergehenden Aufenthalt verlassen"[2].

Freizeit

Freizeit ist jener selbst zu bestimmende Anteil unseres Lebens, der in starker Abhängigkeit zum fremdbestimmten Anteil, der Arbeitzeit, zu sehen ist. Dazu Jost Krippendorf in "Freizeit und Tourismus" (Hoffmann, 1981): Freizeit ist jener schmale, frei disponible Zeitraum, in dem die freie Zeit für das Individum Freiheit bedeuten könnte..."[3]

Urlaub

Prof. Dr. Clemens August Andreae stellt 10 Thesen über die durch Urlaubsmöglichkeiten geprägten Fremdenverkehr[3]:

Fremdenverkehr bedeutet Nachfrage: ...aus dem In- und Ausland
Fremdenverkehr als Angebot: je beweglicher die Anbieter sind, desto erfolgreicher können sie sein;
Fremdenverkehr als Impulsgeber
Fremdenverkehr als Impulsnehmer: nach Erreichen einer gewissen Quantität muss die Qualität gesteigert werden;
Fremdenverkehr: Kur- und Fremdenverkehrsdirektor: damit ist der Bedarf an ausgezeichnet ausgebildeten Fremdenverkehrsfachleuten zu verstehen;
Fremdenverkehr: Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Corporate Identity
Fremdenverkehr und Umwelt
Fremdenverkehr und Mode
Fremdenverkehr: Steuern und Transferzahlungen
Fremdenverkehrsgesinnung: die Belastungen von Hochsaisonszeiten auf die Bevölkerung ohne entsprechende Information und Einbindung wirkt sich negativ auf Fremdenverkehr aus; echte Gastfreundschaft ist ddas Lebenselexier des Phänomens Urlaub;

Geschichte

Die Geschichte des Fremdenverkehrs ist mit der Geschichte des Reisens größtenteils ident. Allerdings gab es durchaus regionale Unterschiede in der Entwicklung. Der Alpinismus, der Ende des 18. Jahrhunderts stärker auf dem europäischen Kontinent einsetzte, brachte bescheidenen Fremdenverkehr zunächst in der Schweiz, im 19. Jahrhundert auch in Österreich: am 28. Juli 1800 Erstbesteigung vom Großglockner, dann 1856: Besuch von Kaiser Franz Joseph I. mit seiner Gattin Elisabeth der Franz-Josefs-Höhe).

Das Recht auf Urlaub (Urlaubsanspruch) ist etwa seit 1880 bekannt. Nach § 24 der Menschenrechtskonvention gibt es das Recht auf Erholung. Sogar die extrem kommunistisch geprägte UdSSR hatte in einer ihrer letzten Verfassungen im Artikel 41 die Förderung des Fremdenverkehrs ausdrücklich erwähnt.

Aber erst richtige Bedeutung gewann der Fremdenverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg, als durch die allgemeine technische und soziale Entwicklung auch die Freizeit deutlich zunahm.

Literatur

  • Ferner, Müller, Zolles: Marketingpraxis im Fremdenverkehr, ORAC Verlag, 1989 und spätere Ausgaben, ISBN 3-7015-0182-3
  • Ernst Spatt: Allgemeine Fremdenverkehrslehre, Innsbruck, Inn-Verlag, 1975, ISBN 3-85123-018-3
  • Mundt, Jörn W: Tourismus, Oldenburg Wissenschaftsverlag GmbH, 3München, 2006 (books.google.at

Fußnoten

  1. Hunziker, W. / Karpf, K. [1942]: Grundriss der Allgemeinen Fremdenverkehrslehre, Zürich: Poligrafischer Verlag, S. 21.
  2. zitiert in Ernst Spatt "Allgemeine Fremdenverkehrslehre", Innsbruck, Inn-Verlag, 1975, ISBN 3-85123-018-3
  3. 3,0 3,1 Ferner, Müller, Zolles: Marketingpraxis im Fremdenverkehr, ORAC Verlag, 1989 und spätere Ausgaben, ISBN ISBN 3-7015-0182-3

Quellen

  • Ferner, Müller, Zolles: Marketingpraxis im Fremdenverkehr, ORAC Verlag, 1989 und spätere Ausgaben, ISBN ISBN 3-7015-0182-3
  • Internetrecherchen von Benutzer:Peter Krackowizer