Halbstundenbrücke

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Die Halbstundenbrücke, eine ehemalige Brücke über die Salzach im Marktgemeindegebiet von Taxenbach, wurde durch ein Ereignis während der Befreiungskriege im Jahr 1809 berühmt.

Lage

Die Brücke lag zwischen Embach - eine bis 1938 selbständige Gemeinde, heute ein Teil des Gemeindegebietes von Taxenbach – und Taxenbach und querte oberhalb der Mündung des Trattenbach die Salzach. Sie ist heute abgerissen, aber bei Niederwasser sieht man noch Pfähle des ehemaligen Tragwerkes aus dem Wasser der Salzach ragen.

Die Schlacht an der Halbstundenbrücke

Am 27. Juli 1809 drangen die mit den Franzosen verbündeten Bayern unter General Deroy aus Richtung Lend in den Pinzgau ein. Der aus Krimml stammende Pinzgauer Schützenhauptmann Anton Wallner stellte sich an der Halbstundenbrücke am orographisch linken Salzachufer mit seinen Schützen den Bayern entgegen. Die Bayern kamen mit ca. 7 000 Soldaten von Embach her, die Pinzgauer verfügten über etwa 400 Schützen. Die zahlenmäßige Unterlegenheit wurde eine Zeit lang durch Ortskundigkeit und Entschlossenheit der im eigenen Land Bedrohten wett gemacht.

Als die Bayern über die Halbstundenbrücke marschieren wollten begannen die gut gedeckten Pinzgauer auf sie zu feuern und die bayrischen Soldaten waren ohne jede Deckung leichte Ziele. Unter den Pinzgauern kämpfte auch Johann Panzl aus Mühlbach im Pinzgau, der beim sog. Mutzgruebgut Stellung bezogen hatte. Die Bayern setzten nun auf Embacher Boden Artillerie ein und eine Granate traf das Bauernhaus so schwer, dass es in Flammen aufging. Zum Glück kamen dabei aber keine Pinzgauer um ihr Leben. Drei Pinzgauer Schützen gelang es daraufhin ungesehen auf einen Felsvorsprung vorzurücken und das Bedienungspersonal der zwei Kanonen zu töten, worauf die Kanonen schwiegen.

Fünfmal stürmten die Bayern die Brücke, wurden aber jedes Mal von den Pinzgauern zurückgeschlagen. Gegen Abend wendete sich das Blatt. Die Bayern hatten den Daxbachbauern in Eschenau gezwungen, ihnen einen Umgehungsweg zu zeigen. Als Wallner davon benachrichtigt wurde, dass die Bayern aus dem Trattenbachgraben anrücken, wodurch die bisher strategisch günstige Lage angesichts der Überzahl der gegnerischen Kräfte aussichtslos wurde, befahl er den Rückzug. Er selbst hielt mit Panzl und einigen Schützen an der Brücke aus, um den Abzug der Schützen zu decken.

Auf diese Weise hatten Wallner und Panzl mit 400 Mann 7 000 Bayern sieben Stunden lang in Schach gehalten.

Sieg der Bayern und Einzug in Taxenbach

Vor dem Einzug der bayrischen Truppen in Taxenbach verloren aufgrund der Wut der Bayern unterwegs sechs unbewaffnete Taxenbacher ihr Leben. Unter ihnen befand sich auch der Abergbauer. Man wollte auch den Markt Taxenbach abbrennen, was Dechant Mayregg, der ihnen mit der Monstranz entgegen ging, durch seine Bitte um Schonung verhindern konnte.

1903 setzte die Gemeinde Taxenbach dem Schützenhauptmann Wallner zum Dank ein Denkmal.

Quellen