Johannes Rupert Franz

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Johannes Rupert Franz als Hanswurst am Rupertikirtag
Salzburger Hanswurst, mit der "Habergoas", dahinter ein Schützenscheibenfragment mit dem Bildnis des Hanswurst aus Altötting

Johannes Rupert Franz (* 23. Juli 1956 in der Stadt Salzburg) ist seit 1989 Darsteller der Brauchtumsfigur Hanswurst.

Leben

Johannes Franz ist geschieden, Vater von drei Kindern und lebt in Niedernsill. Seine Freizeit gehört der Volkskultur. Er ist Mitglied der Historischen Salzburger Bindertanzgruppe, des Vereins Jung Alpenland, der Tresterer Zell am See, der Liedertafel Zell am See und der Chorgemeinschaft Impulse in Niedernsill. Außerdem ist Franz als Hochzeitslader unterwegs.

Vorgestellt

"Griaß di, i bin da Salzburger Hanswurst." Johannes Franz grinst übers ganze Gesicht, seine Augen leuchten, und er drückt einem zur Begrüßung die Hand so richtig fest. Als er später im Kaffeehaus ein Bier bestellt, sagt er zur Kellnerin: "Der Hanswurst hat Durst und möcht' ein Bier."

Die Bedienung schaut befremdet auf den Mann im Harlekin-Kostüm. Das merkt auch Johannes Franz und meint: "Es ist schon so, dass junge Menschen oft nichts mehr mit der Figur des Hanswurst anfangen können und komisch oder aggressiv auf mich reagieren." Das sei traurig, denn es sei ein so schöner Brauch, den er vermitteln wolle. "Wenn sie mich anpöbeln, rufe ich ihnen nach: 'Hoffentlich erfrierst du nicht bei so viel Coolness'."

Trotzdem hält der Salzburger, der nach einem Schlaganfall vor einigen Jahren als Verkaufsleiter bei der Firma Auer in Pension gehen musste, am Hanswurst fest. "Für mich ist das eine Mission. Ich bin auch unterm Jahr im Kostüm unterwegs und will den Leuten eine Freude machen. Für einige bin ich Seelentröster, für andere der, der sie zum Lachen bringt." Während des Rupertikirtags ist Franz von früh bis spät auf dem Kirtag unterwegs und das seit 1997. Danach zieht es ihn wieder in seinen geliebten Pinzgau: "Ich komme zwar aus der Stadt Salzburg, aber wollte schon als Kind einmal als Bauer im Pinzgau zu leben."

Und das hat Franz auch erreicht. Vor einigen Jahren kaufte er sich einen Hof in Niedernsill und betreibt diesen als "kleinster Bauer Österreichs: Ich habe eine Geiß, vier Schafe und zwischen acht und zehn Hühner. Je nachdem, ob der Habicht wieder eines erwischt hat oder nicht", sagt Franz und seine Augen leuchten wieder.

Beim Rupertikirtag wird der gelernte Bürokaufmann auch Besuch von seinen Kindern bekommen. "Die schauen sich gerne an, was der Papa auf dem Kirtag treibt." Mit seinem erlernten Beruf steht Franz übrigens auf Kriegsfuß. "Das ist das Sinnloseste, was man lernen kann. Meine Kinder können alles machen, Schauspieler, Sänger, aber bitte nicht Bürokaufmann", sagt Franz und gestikuliert so beherzt, dass die Glöckchen an seinen Ärmeln nur so klingeln. Nach dem Gespräch geht er Richtung Rupertikirtag. Von den Passanten wird er angestarrt, gemustert, aber auch freundlich angelächelt. Franz lächelt zurück, tänzelt ein wenig hin und her und ist wieder ganz in seinem Element.

Bildergalerie

Quellen

Weblinks