Rupertikirtag

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der Rupertikirtag auf dem Residenzplatz im Corona-Jahr 2021. Gesehen von Schöne Heimat-Fotobloggerin Ilse Müller vom Salzburger Glockenspielturm.
Karte
Rupertikirtag auf dem Residenzplatz.
Rupertikirtag auf dem Kapitelplatz
Rupertikirtag bei Nacht auf dem Residenzplatz aus ca. 40 m Höhe am 23.09.2013
Rupertikirtag auf dem Domplatz
auf demKapitelplatz beim Rupertikirtag 2019.
Im Bierzelt auf dem Kapitelplatz beim Rupertikirtag 2013.
Kegelbahn auf dem Domplatz beim Rupertikirtag 2011.
Johannes Rupert Franz als Hanswurst am Rupertikirtag.

Der Rupertikirtag ist das Domweihfest des Salzburger Domes rund um Namenstag des Landespatrons Rupert am 24. September, den Rupertitag.

Geschichte

Ausgehend von den drei Domweihen, die jeweils am 24. September 774 (unter Bischof Virgil), 1127 (unter Erzbischof Konrad I.) und 1628 unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron war der Rupertitag bei der Bevölkerung darüber hinaus seit alters her auch der Tag, an dem weltliche Angelegenheiten geregelt wurden. So waren zahlreiche Zinsverpflichtungen der Bauern zu Ruperti fällig. Das brachte mit sich, dass die Bauern und Händler vom Land in die Stadt kamen, ihre Angelegenheiten regelten und gleichzeitig auch ihre Waren in der Stadt zum Verkauf anboten. Aus diesem Marktleben wurde ein Jahrmarkt, der sich aufgrund der Verleihung des Marktrechtes durch Kaiser Otto III. im Jahr 996 im Wege des Gewohnheitsrechtes und ohne besondere Verbriefung entwickelte. Der Rupertikirtag war geboren, zunächst noch als eine der beiden Dulten Rupertidult genannt.

1331 hält eine Nonnberger Urkunde die alljährliche Festlichkeit am 24. September in Salzburg als Dult fest. Im Mittelalter war der Platz für den Jahrmarkt auf die Vorhalle des Domes, später auf den gefriedeten Dombezirk beschränkt. Aufgrund der wachsenden Bedeutung und der 14-tägigen Dauer fand die Dult im späteren Mittelalter und in der frühen Neuzeit rund um den Dom statt: abwechselnd auf Residenzplatz, Kapitelplatz, Domplatz und dem Alten Markt.

Bis zum Jahr 1856 verblieb die Dult auf den Plätzen rund um den Dom. Dann wurde sie auf den Mirabellplatz beim alten Schrannengebäude verlegt. 1886 wechselte die Dult neuerlich ihren Standort in die Gassen vor dem Linzertor, der heutigen Franz-Josef-Straße und Wolf-Dietrich-Straße. Es sollte die letzte Dult für einige Zeit sein. Erst fast 30 Jahre später bildete sich ein Ausschuss zur Wiederbelebung der Dult, an dessen Spitze der damalige Besitzer des Hotels Bristol, Kommerzialrat Anton Kiener, stand. Ihm ist es zu verdanken, dass die Herbstdult wieder in der Altstadt stattfand. Am 6. September 1924 wurde die erste "neue" Dult eröffnet. Die Schaubuden und Vergnügungsanlagen waren entlang der Hofstallgasse untergebracht, die Stände der Gewerbetreibenden waren in der Gewerbe- und Stadthalle, der ehemaligen Winterreitschule im Festspielbezirk angesiedelt. Damit glich die neue Dult eher einer modernen Messe als dem historischen Vorbild.

Nach wenigen Jahren übersiedelte die Dult dann in die Brodhäuslau, den heutigen Salzburger Volksgarten, wo sie auch nach der Unterbrechung während des Zweiten Weltkrieges ab 1948 wieder fortgesetzt wurde. Die neuerliche Verlegung 1957 in den Baron-Schwarz-Park in Gnigl erwies sich aber als Fehler und wurde von der Bevölkerung nicht angenommen. Als 1967 einer der Initiatoren verstarb, war das Ende der Dult gekommen.

Die Salzburger Wirtschaft gründete daraufhin den Verein der Salzburger Dult. Zwar gelang es diesem noch 1968 eine Pfingst- und eine Herbstdult abzuhalten, doch dann kam auch dieser Verein in seinen Bemühungen zum Stillstand.

1977 belebte man die Tradition des ursprünglichen Herbsttermins wieder und veranstaltete einen „Salzburger Rupertikirtag“ um den 24. September. Initiator war Kommerzialrat Erwin Markl, der als Vorstandsmitglied der Salzburger Innenstadtgenossenschaft[1] alle Widerstände und Vorbehalte ausräumen konnte. Eine damals zufällige Begegnung auf dem Domplatz mit seinem Jugendfreund Prälat Johannes Neuhardt ist dieser Neuanfang zu verdanken. Neuhardt hatte vom historischen Standpunkt aus keine Einwände und so hatte Markl den wichtigsten "Anrainer" gewonnen. Die Vorbereitungen konnten dann auf den Grundlagen von Karl Adrian begonnen werden. Im Gegensatz zur Frühjahrsdult sollte sich der „Rupertikirtag“ in typischer Jahrmarktsweise an das historische Vorbild halten und so den Gegenpol zur modernen Wirtschaftsmesse in Liefering im Messezentrum bilden.

Die Veranstaltung im 21. Jahrhundert

Der Alte Markt, der Residenzplatz, Domplatz, Kapitelplatz und Mozartplatz stehen alljährlich für fünf Tage im Zeichen von Handwerksmärkten, Ringelspielen, lebendigem Brauchtum aus Stadt und Land, Volksmusik, Pawlatschentheater, Buden und Bierzelt. Als Standort für des Pawlatschentheater dient hauptsächlich der Waagplatz, weil er vom Kirtagslärm etwas abgeschirmt ist und sich durch die innenhofartige Umgebung gut für ein Theater eignet.

2019: Betreiber möchten Nachlass von 20.000 Euro an Gebühren

In der Angelegenheit ging es um Ausnahmegenehmigungen vom Fahrverbot in der Altstadt und die Abgaben dafür. Für den Rupertikirtag galt seit Jahren eine Ausnahme. Die Altstadt Salzburg Marketing GmbH suchte im Oktober 2019 bei der Stadtgemeinde Salzburg erstmals um Nachlass der Landes- und Gemeindeverwaltungsabgaben für die Rupertikirtage 2019 und 2020 an.

Es ging um Kosten, die für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen vom Fahrverbot in der Salzburger Altstadt anfallen. Für die rund 120 Fahrzeuge - darunter Traktoren und große Lkw -, die für den Aufbau des Rupertikirtags benötigt werden, fielen in den letzten beiden Jahren 21.480 Euro Verwaltungsgebühren für Ausnahmegenehmigungen bei der Altstadt-Zufahrt an. Normalerweise werden diese Kosten von den Veranstaltern und Standbetreibern beglichen.

"Wir zahlen etwa 35.000 Euro für diese Ausnahmegenehmigungen", sagte dazu Wolfgang Haider, Obmann des Salzburger Christkindlmarkts auf dem Dom- und dem Residenzplatz.

Einzige Ausnahme war bisher der Rupertikirtag und das offenbar seit Jahren. Bisher gab es keinen Widerstand gegen diese Praxis. Doch jetzt wollte die Bürgerliste diese Regelung nicht mehr mittragen. Diese Tradition müsse auch aus Gründen der Gleichbehandlung früher oder später beendet werden, erklärte Klubchefin Ingeborg Haller.

Bei der ÖVP rief der Vorstoß der Bürgerliste Verwunderung hervor. Die bisherige Vorgangsweise sei noch von Ex-Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) und seinem früheren Regierungskollegen Johann Padutsch (Bürgerliste) vereinbart worden als die Poller in der Salzburger Altstadt installiert wurden.

Ex-Stadtrat Padutsch widersprach: "Wir haben nur eine schon damals seit Jahren gängige Praxis legalisiert", sagte er. Bis dahin habe die Stadt selbst - anstelle der Aussteller - gebührenfrei um Ausnahmegenehmigungen angesucht, die man ja auch schon in Vor-Poller-Zeiten gebraucht habe. Weil Verkehrsrechtsexperten der Stadt diese Praxis allerdings als nicht rechtens eingestuft hätten, habe man zu einer neuen Lösung kommen müssen.

Anders als Klubchefin Ingeborg Haller stand ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner hinter der derzeitigen Praxis. Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) wollte sich hingegen noch nicht festlegen.

Mit den Stimmen von FPÖ und ÖVP ließ die Stadt Salzburg den Rupertikirtag-Standlern diese Gebühren nach. Die Entscheidung in einer Sitzung am 21. Oktober 2019 nachmittags des Stadtsenats fiel knapp aus: Es stand sechs zu sechs. Denn die SPÖ stimmte - überraschend - mit der Bürgerliste dagegen. "Uns konnte niemand schlüssig erklären, warum es diese Ausnahme nicht auch für den Christkindlmarkt gibt", sagte SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger. Letztlich gab ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner den Ausschlag. Er nutzte die Zweitstimme seines Amtes.[2]

Rupertikirtag 2020

Aufgrund des Coronavirus wurde der Rupertikirtag 2020 (zunächst) zum ersten Mal seit 1977 abgesagt. Am 16. September 2020 wurde aber dann bekannt, dass er in abgesteckter Form doch stattfinden soll. Rund um den Salzburger Dom gab es dann von 23. bis 27. September acht Fahrgeschäfte und Spielbuden sowie drei Stände mit Naschereien. Dazu gab ein umfangreiches kirchliches Programm. Getränke wurden nicht ausgeschenkt - für das leibliche Wohl sorgten die umliegenden Gastronomiebetriebe. Von den 22 Mitgliedern des Landesverbands durften heuer nur vier Familien ihre Fahrgeschäfte und Buden präsentieren. Es waren jene, die den Kirtag von Anfang an begleitet hatten, betonte Walter Deisenhammer, Obmann des Landesverbands der Salzburger Schausteller.

Am Vorabend zu Ruperti, am 23. September, läuteten die Glocken im Dom die Ruperti-Festtage ein. Zwischen der Bischofskirche und der Benediktiner-Erzabtei St. Peter fand ein umfangreiches kirchliches Programm mit Festgottesdiensten, Lichterlabyrinth, Führungen und Pilgerwanderungen statt.

Die Idee zu diesem Rupertifest kam von City-Pastoral-Leiter Dominik Elmer (Erzdiözese Salzburg). Der junge Theologe setzte sich dafür ein, dass neben dem großen kirchlichen Programm auch die Unterhaltung Platz hat.[3] Dominik Elmer sprach von mehreren Tausend Besuchern binnen fünf Tagen: "Wir konnten unser Bild von Rupert und Virgil vermitteln. Neben der Domführung kamen auch die Schaumrollen sehr gut an, die am Donnerstag sogar kurzfristig aus waren. Und heuer hatten die Familien viel mehr Platz."[4]

Rupertikirtag 2021

Für den Rupertikirtag 2021 wurde das Gelände umzäunt und die Besucher mussten durch Einlasskontrollen. Das Kirtagsgelände werde auf den Dom-, Residenz- und Kapitelplatz reduziert und eingezäunt, es gab auch kein Bierzelt. Es fehlte auch der Hanswurst, Johannes Rupert Franz, seit 1998 Repräsentationsfigur, musste krankheitsbedingt absagen. Der Eintritt war wie immer frei, Besucher mussten sich registrieren. Das konnte man auch im voraus und erhielt per E-Mail dann eine Gratiseintrittskarte zugeschickt. Eine spätere Registrierung an den Einlässen bei den Dombögen in der Franziskanergasse sowie am Mozartplatz und am Alten Markt war dann noch vor Ort möglich. Der 3-G-Nachweis wurde ebenfalls kontrolliert. Die Besucher bekamen Tagesarmbänder als Kennzeichnung, mit denen weitere Zu- und Abgänge benutzt werden konnten. Bis zu 60 zusätzliche Mitarbeiter hatte der Tourismusverband für den Kirtag aufgeboten. "Das sind in etwa 70.000 Euro an Mehrkosten", so Sandra Woglar-Meyer, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Salzburger Altstadt.

Etwa ein Drittel geht zudem an die Halleiner Firma Global Event Technologies, die mit ihrer Hard- und Software die Zutrittskontrollen organisiert.

Ausweiskontrollen der Besucher, ob der 3-G-Nachweis und der Vorzeigende auch übereinstimmen - das Kirtagsgelände war für bis zu 13 000 Besucher genehmigt - fanden nicht statt.[5]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Ein Vorläufer des Tourismusverbands Salzburger Altstadt
  2. Quelle Salzburger Nachrichten vom 21. Oktober 2019
  3. www.sn.at, 16. September 2020
  4. www.sn.at, 27. September 2020
  5. www.sn.at, 10. September 2021