Rupertikirtag

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Rupertikirtag in Salzburg, Residenzplatz
Karte
Rupertikirtag am Kapitelplatz
Rupertikirtag bei Nacht aus ca. 40 m Höhe
am 23.09.2013
Rupertikirtag am Domplatz
Rupertikirtag am Mozartplatz, Aufnahme vom Rupertitag 2010

Der Rupertikirtag ist das Domweihfest des Salzburger Domes rund um Namenstag des Landespatrons Rupert am 24. September, den Rupertitag.

Die Veranstaltung heute

Der Alte Markt, der Residenzplatz, Domplatz, Kapitelplatz und Mozartplatz stehen für fünf Tage im Zeichen von Handwerksmärkten, Festzelten, Ringelspielen, lebendigem Brauchtum aus Stadt und Land, Volksmusik, Pawlatschentheater, Buden und Bierzelt. Als Standort für des Pawlatschentheater dient hauptsächlich der Waagplatz, weil er vom Kirtagslärm etwas abgeschirmt ist und sich durch die innenhofartige Umgebung gut für ein Theater eignet.

Geschichte

Ausgehend von den drei Domweihen, die jeweils am 24. September 774 (unter Bischof Virgil), 1127 (unter Erzbischof Konrad I.) und 1628 unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron war der Rupertitag bei der Bevölkerung darüber hinaus seit alters her auch der Tag, an dem weltliche Angelegenheiten geregelt wurden. So waren zahlreiche Zinsverpflichtungen der Bauern zu Ruperti fällig. Das brachte mit sich, dass die Bauern und Händler vom Land in die Stadt kamen, ihre Angelegenheiten regelten und gleichzeitig auch ihre Waren in der Stadt zum Verkauf anboten. Aus diesem Marktleben wurde ein Jahrmarkt, der sich aufgrund der Verleihung des Marktrechtes durch Kaiser Otto III. im Jahr 996 im Wege des Gewohnheitsrechtes und ohne besondere Verbriefung entwickelte. Der Rupertikirtag war geboren.

1331 hält eine Nonnberger Urkunde die alljährliche Festlichkeit am 24. September in Salzburg als Dult fest. Im Mittelalter war der Platz für den Jahrmarkt auf die Vorhalle des Domes, später auf den gefriedeten Dombezirk beschränkt. Aufgrund der wachsenden Bedeutung und der 14-tägigen Dauer fand die Dult im späteren Mittelalter und in der frühen Neuzeit rund um den Dom statt: abwechselnd auf Residenzplatz, Kapitelplatz, Domplatz und Altem Markt. Bis zum Jahr 1856 verblieb die Dult auf den Plätzen rund um den Dom. Dann wurde sie auf den Mirabellplatz bei der alten Schranne verlegt.

1886 wechselte die Dult abermals ihren Standort in die Gassen vor dem Linzer Tor, der heutigen Franz-Josef-Straße und Wolf-Dietrich-Straße. Es sollte die letzte Dult für einige Zeit sein. Erst fast 30 Jahre später bildete sich ein Ausschuss zur Wiederbelebung der Dult, an dessen Spitze der damalige Besitzer des Hotels Bristol, Kommerzialrat Anton Kiener, stand. Ihm ist es zu verdanken, dass die Herbstdult wieder in der Altstadt stattfand. Am 6. September 1924 wurde die erste "neue" Dult eröffnet. Die Schaubuden und Vergnügungsanlagen waren entlang der Hofstallgasse untergebracht, die Stände der Gewerbetreibenden waren in der Gewerbe- und Stadthalle sowie in der Winterreitschule angesiedelt. Damit glich die neue Dult eher einer modernen Messe als dem historischen Vorbild.

Nach wenigen Jahren übersiedelte die Dult in die Brodhäuslau, den heutigen Salzburger Volksgarten, wo sie auch nach der Unterbrechung während des Zweiten Weltkrieges ab 1948 wieder fortgesetzt wurde. Die neuerliche Verlegung 1957 in den Baron-Schwarz-Park in Gnigl erwies sich aber als Fehler und wurde von der Bevölkerung nicht angenommen. Als 1967 einer der Initiatoren verstarb, war das Ende der Dult gekommen.

Die Salzburger Wirtschaft gründete daraufhin den Verein der Salzburger Dult. Zwar gelang es diesem noch 1968 eine Pfingst- und eine Herbstdult abzuhalten, doch dann kam auch dieser Verein in seinen Bemühungen zum Stillstand.

1977 belebte man die Tradition des ursprünglichen Herbsttermines wieder und veranstaltete einen „Salzburger Rupertikirtag“ um den 24. September. Initiator war Kommerzialrat Erwin Markl, der als Vorstandsmitglied der Salzburger Innenstadtgenossenschaft alle Widerstände und Vorbehalte ausräumen konnte. Eine damals zufällige Begegnung auf dem Domplatz mit seinem Jugendfreund Prälat Johannes Neuhardt ist dieser Neuanfang zu verdanken. Neuhardt hatte vom historischen Standpunkt aus keine Einwände und so hatte Markl den wichtigsten "Anrainer" gewonnen. Die Vorbereitungen konnten dann auf den Grundlagen von Karl Adrian begonnen werden. Im Gegensatz zur Frühjahrsdult sollte sich der „Rupertikirtag“ in typischer Jahrmarktsweise an das historische Vorbild halten und so den Gegenpol zur modernen Wirtschaftsmesse in Liefering bilden.

Weblinks

Quellen