Hauptmenü öffnen

Johanneskapelle (Nonnberg)

Die Johanneskapelle ist eine Kapelle im Benediktinenstift am Nonnberg in der Salzburger Altstadt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die sich nahe der Klosterpforte, östlich an das Beichtvaterstöckl anschließende Kapelle wurde von 1448 bis 1451 errichtet. 1498 kam es zur neuerlichen Weihe. Aus dieser Zeit entstand wohl auch der in Nürnberg für das Salzburger Münster geschnitzte Marien-Flügelaltar des berühmten spätgotischne Bildhauers Veit Stoß, der heute in der Johanneskapelle steht.

Der kostbare Flügelaltar

Der gotische Nonnberger Flügelaltar ist weder datiert noch signiert. Er entstand vermutlich um 1500 für eine Kapelle des Salzburger Domes. Als der mittelalterliche Dom um 1600 abgebrochen wurde, dürfte der Altar - wie viele andere Kunstwerke auch - weggegeben worden sein. Er gelangte nach Stift Nonnberg und steht seit 1885 in der Johanneskapelle. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Altar noch für das Werk eines bayerischen Bildhauers gehalten, seit 1950 wird er Veit Stoß (oder einem seiner Gesellen) zugeschrieben.

Der Marienaltar stellt in Reliefschnitzarbeit Ausschnitte aus dem Marienleben dar: die Verkündigung (links oben), die Anbetung der Könige (link unten), den Tod Mariens (rechts oben) und die Erscheinung des Auferstandenen vor Maria (rechts unten). Der kostbaren vollplastische Mittelschrein zeigt die Geburt Christi. Die Außenseite des Flügelaltars zeigt in Ölbildern unten links die heilige Katharina mit dem Rad, unten rechts die heilige Barbara mit dem Kelch, oben wird Maria und Christus gezeigt: Maria (rechts) betet den auf dem Kreuz knienden Auferstandenen (links) an. Die Darstellungen sind stark von einer mittelalterlichen mystischen Welt geprägt.

Der kostbare Marienaltar wurde in der Geschichte mehrfach neu farblich gefasst, urkundlich erstmals 1601 und später auch im Jahr 1885. Bei der Restaurierung um 1950 wurden alte Übermalungen vorsichtig abgenommen. 2004 folgte eine erneute Restaurierung. Diese letzte Restaurierung des Altares benötigte mehr als 3 000 Arbeitsstunden. Das Bundesdenkmalamt sammelte damals dringend benötigte Spenden mit dem Vermerk „Veit-Stoß-Altar in Stift Nonnberg, Salzburg“

Die Zuschreibung an den Künstler Veit Stoß ist eine Entdeckung des Kunsthistorikers Heinrich Decker vom 25. November[1] 1949 (der Dehio Salzburg[2] schreibt nur „in der Art des Veit Stoß“). Das Dommuseum geht davon aus, dass der Altar von Veit Stoß selbst gefertigt wurde.

Quellen

Einzelnachweise

  1. *Vgl. die Artikel „1498“, „25. November“ und „1949“.
  2. DEHIO Salzburg. Die Kunstdenkmäler Österreichs. SALZBURG Stadt und Land. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1986. ISBN 3-7031-0599-2 (hier: S. 556)